"Sie können die Spaten bestellen", sagte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) zu Juniorchef sowie Geschäftsführer Eric Bienlein-Karst bei der Stadtratssitzung am Montag in Kronach. Der Stadtrat hatte Augenblicke zuvor die einstimmigen Beschlüsse gefasst, Flächennutzungs- und Bebauungsplan für das Gebiet Fröschbrunn zu ändern, damit die Firma Karst dorthin umziehen kann und das bisherige Firmengelände für den Bau der Fachhochschul-Zweigstelle für Finanzen frei wird.

Auf Wunsch der Regierung von Oberfranken wurde das Sondergebiet in "Bau-, Garten- und Zweiradmarkt" umbenannt. Im überplanten Bereich wurde die Ausweisung eines Teilbereichs als Gewerbegebiet notwendig. Bürgermeister Beiergrößlein blickte zurück, dass in den vergangenen Wochen und Monaten intensive Gespräche geführt wurden und "alle haben zusammengehalten und alles wurde gut gelöst". Er hoffte nun, dass es in Fröschbrunn weitergehen und die Stadt neue Ortseingangsschilder mit der Aufschrift "FH-Stadt" bestellen könne.


Glasfasertechnik

Auch mit der Breitbanderschließung geht es in Kronach voran. Georg Köstner von der Verwaltung informierte, dass sieben Erschließungsgebiete auf den Weg gebracht wurden, die von keinem Netzbetreiber erschlossen worden wären. Somit werde das gesamte Stadtgebiet flächendeckend versorgt. Die Umsetzung soll im kommenden Jahr erfolgen. "Langfristig ist Glasfaser für alle wichtig", sagte Bürgermeister Beiergrößlein und freute sich über die 90-prozentige Förderung.


Licht im Rathaus

Obwohl es eine hohe Förderung von 30 Prozent gäbe und die Einsparungen mit 74 Prozent enorm wären, wird heuer noch keine Sanierung der Innenbeleuchtung des Rathauses erfolgen, weil die Stadträte befürchten, dass der Haushalt sonst nicht genehmigungsfähig wäre. Mit mehreren kleineren Einsparungen will man dazu beitragen, dass der Etat beim Landratsamt "durch geht". Die Umstellung auf LED-Leuchten mit tageslichtabhängiger Leistungs- und Präsenzsteuerung hätte 338 446 Euro gekostet. Abzüglich des Förderbetrags von 101 534 Euro verblieben Investitionskosten von 236 912 Euro. Und um letzteren Betrag ging es den Stadträten bei der Einsparung. Amortisiert hätte sich die Umstellung auf LED nach spätestens zehn Jahren, denn die jährliche Stromeinsparung wäre mit 102 112 Kilowattstunden erheblich gewesen. Die Altanlage verbraucht 160 000 Kilowattstunden Strom jährlich. Winfried Lebok (CSU) bezweifelte den Einspareffekt. Die LED-Leuchten hätten zwar eine lange Lebensdauer, nicht aber Regelgeräte und Trafos. Auch Markus Oesterlein (CSU) bat seine Kollegen angesichts der katastrophalen Haushaltssituation um ein Zurückstellen des Projekts.


Kritik am Bauherrn

Nicht begeistert war der Stadtrat davon, dass Bernd Holzmann in der Amtsgerichtsstraße 10 vollendete Tatsachen geschaffen, ein Baudenkmal abgerissen hat und die Lücke durch einen Ersatzbau schließt. Das erste und das zweite Oberschoss sowie der First ragen weiter nach oben, die Fensteröffnungen höher gesetzt. Trotz der starken Bedenken gegen die Vorgehensweise des Bauherrn wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt, aber mit Auflagen: Die Ziegeleindeckung und die Farbe der Fassade müssen mit Fachstellen abgestimmt werden. Die Gliederung der Fenster ist analog der in der ursprünglichen Planung (Sprossenfenster) dargestellten Form vorzunehmen.

Martina Zwosta (Frauenliste) bemängelte den schlechten Zustand der Geräte auf dem LGS-Spielplatz. "Wir kontrollieren ständig und säubern", beteuerte Bürgermeister Beiergrößlein und prangerte die Unverschämtheit mancher Leute an, die die Spielgeräte demolieren und damit Kinder gefährden. Heinz Hausmann kritisierte den schlechten Zustand der Treppen an der alten Schule in Ziegelerden, Carin Bülling (beide CSU) lobte die schnelle Brückensanierung in Höfles.

Sparen beim Strom

Bei der Stromlieferung für die Stadt Kronach und ihre Eigenbetriebe für die Jahre 2017 bis 2019 hängt sich die Stadt an die Bündelausschreibung an, die vom Bayerischen Gemeindetag auf den Weg gebracht wurde. Damit war der Stadtrat einverstanden.

An der Lucas-Cranach-Schule führt die Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration in den ersten vier August-Wochen eine Ferienbetreuung für Schüler der Klassen 1 bis 6 durch. Das geschieht in Zusammenarbeit mit der Schulleitung. Für den Fall, dass die Mindestzahl von zehn Teilnehmern unterschritten wird, übernimmt die Stadt eine Ausfallbürgschaft von maximal 1000 Euro zur Absicherung der Personalkosten. Eine Nachsteuerung zur Planung der Angebote für 2016 soll erfolgen.