Der Kronacher Stadtrat hat in seiner nichtöffentlichen Sitzung am Montag einstimmig die Übernahme der gesamten Loewe-Grundstücke an der Industriestraße beschlossen. Die entsprechenden notariellen Verträge sollen noch im Laufe dieser Woche abgeschlossen werden.

Um den Kauf der Grundstücke abzuwickeln, wird laut Information aus dem Kronacher Rathaus die "Kronacher Stadtentwicklungs GmbH" gegründet, die dann das rund zehn Hektar große Gelände übernimmt und an die Firma Loewe vermietet. Diese neue Gesellschaft wird zu 100 Prozent ein Tochterunternehmen der Stadt Kronach. "Die Kronacher Stadtentwicklungs GmbH soll zukünftig federführend die Nutzung, Vermietung und Vermarktung von Grundstücksflächen abwickeln und so einen wichtigen Beitrag zur Stadtentwicklung Kronachs leisten", informierte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein.

Dem Vernehmen nach hat sich die Stadt bewusst gegen eine Abwicklung des Kaufes unmittelbar über den städtischen Haushalt entschieden. Die Neugründung einer GmbH hat demnach für die Stadt sowohl steuerrechtliche als auch haftungsrechtliche Gründe.

Bürgermeister Beiergrößlein ist davon überzeugt, dass es sich beim Kauf der Grundstücke um eine typische win-win-Situation handelt. Auf der einen Seite könne die Stadt die städtebauliche Entwicklung - gerade im Gewerbeflächenbereich - sichern und fördern, auf der anderen Seite könne der Kaufpreis zur Umsetzung des Zukunftskonzeptes von Loewe beitragen.

Kaufpreis der Grundstücke

Die Entscheidung des Stadtrates gilt als letzter Mosaikstein in der Finanzierung des rund 30 Millionen Euro teuren Investments von Stargate Capital bei Loewe. Der Einstieg dieses Investors stand bereits kurz vor dem Scheitern. Ein Vorschlag von MdL Jürgen Baumgärtner (CSU), die Stadt könnte die Loewe-Grundstücke kaufen und an das Unternehmen wieder zurück vermieten, brachte schließlich neue Bewegung in die Sache. Einigkeit bestand relativ schnell, dass man diesem Vorschlag folgen wolle. Lediglich hinter der Art und Weise der Abwicklung stand bis zuletzt ein Fragezeichen. Der Kaufpreis für die Grundstücke soll bei rund 2,5 Millionen Euro liegen.

Die notarielle Vertragsunterzeichnung über den Grundstückskauf soll zeitnah über die Bühne gehen. Laut Loewe-Sprecher Christoph Möller wird dann das so genannte Closing im Laufe des Aprils abgewickelt. Dann werden unter anderem Banken, Sachwalter und die Gläubiger entscheiden, ob sie der bereits in die Wege geleiteten Neuausrichtung von Loewe grünes Licht erteilen. Diese Entscheidung dürfte wohl nur noch Formsache sein.

Bürgermeister Beiergrößlein dankt allen, die zur Abwicklung der komplexen Verfahrensschritte in kürzester Zeit beigetragen haben - hier insbesondere dem Stadtratsgremium, den befassten Abteilungen der Verwaltung, den Rechtsaufsichtsbehörden sowie den Abgeordneten und nicht zuletzt den Vertretern von Loewe sowie deren Investoren.