Ein Regenguss hatte dem Auftritt der "Orange Shakers" beim Sommerfest des Kleinkunstvereins "Tecnet Obermain" im vergangenen Jahr nach 20 Minuten ein jähes Ende bereitet. "Gerne hätten wir das Publikum noch weiter unterhalten, doch gegen die Unbilden des Wetters ist man machtlos", hatte Sänger Larry Rayford damals aus seiner Enttäuschung keinen Hehl gemacht.

Für das diesjährige Sommerfest am Samstag, 8. August, 19 Uhr, hoffen die Musiker von den "Orange Shakers" auf schönes Wetter. Sollte es so kommen, dann erwartet die Fans ein Konzertabend, bei dem die Musik in voller musikalischer Pracht erstrahlt und die Musiker auf die volle Distanz gehen werden.

Es gibt noch einen weiteren Grund, sich das Sommerfest, das bei jedem Wetter stattfindet, nicht entgehen zu lassen. Es hat sich nämlich ein Gast angekündigt, dessen Name "BC 69" lautet. Welche Gruppe oder Künstler sich hinter der Abkürzung verbirgt, ist noch ein wohl gehütetes Geheimnis.

Über den Tellerrand hinaus

Doch zurück zu den "Orange Shakers": Die Gruppe ist bekannt dafür, über den Tellerrand des Üblichen hinauszublicken. "Wir werden den unkonventionellen Hit ,Liquid Spirit' vom derzeit angesagten Souljazz-Sänger Gregory Porter in einer speziell auf uns zugeschnittenen Version präsentierten", hatte Sänger und Gitarrist Stefan Kratofil im vergangenen Jahr vor dem Auftritt beim Sommerfest versprochen. Doch die Weltpremiere musste bekanntlich ins Wasser fallen. Sollte diesmal die Witterung mitspielen, dann bekommen die Fans das Lied in diesem Jahr zu hören.

"Nicht gerührt, sondern geschüttelt!" - nach dieser Devise handeln die Musiker der heimischen Formation "Orange Shakers" schon seit Jahren. Kein Wunder bei dem lebendigen, spritzigen Gute-Laune-Sound, der Gefühlswallungen bei den Zuhörern auslöst. Der ewig junge Klassiker "Tulsa Time", den einst Eric Clapton berühmt gemacht hatte, zaubert Fröhlichkeit in die Gesichter, der raue Ton von Walter Trouts Komposition "City Man" wühlt auf, und bei "Dereck Trucks" famosem Klagelied "I Fee So Bad" leiden die Zuhörer mit, wenn sich Larry Rayford , die schwarze Perle der Band, seinen Schmerz und Kummer aus der Seele singt.

Ganz nach dem Geschmack

Wenn sich die Kapelle mit einer grandiosen Version des Gospel angehauchten Dereck-Trucks-Titels "Sweet Inspiration" verabschiedet, dann werden die Zuhörer mit Gefühlen wie Harmonie, Wärme und Zuversicht auf den Nachhauseweg entlassen.

Für den Fall, dass es wie aus Kübeln gießen sollte, dann könnte wieder, wie im vergangenen Jahr, ein tönerner "Regen" im Burkersdorfer "Tecnet Zentrum" erklingen, der ganz nach dem Geschmack des Publikums gewesen war: "I Can't Stand The Rain" prasselte es vor einem Jahr unablässig beim Sommerfest des Kleinkunstvereins "Tecnet Obermain" auf die Gehörgänge der rund 70 Besucher hernieder, die begeistert mitsangen und mitklatschten. Die "Orange Shakers" hatten aus der Not eine Tugend gemacht und stimmten - nachdem sie gemeinsam mit den Fans vor dem Regen geflohen waren - spontan den Soulklassiker von Ann Peebles an.

Mit ihren Stimmen hatten die Musiker den Klang von Instrumenten nachgeahmt, Hände, Beine und Füße waren zu Rhythmuserzeugern geworden und die feurige Stimme von Soulbruder Larry Rayford war das Sahnehäubchen auf einer erstklassigen A-cappella-Einlage. "Zugabe, Zugabe", forderte ein vom Soul euphorisiertes Publikum. Doch der Wunsch nach Mehr blieb an diesem Abend zum Leidwesen des Publikums unerfüllt. Mal sehen wie in diesem Jahr alles ausgeht ...