Der Wasserverbrauch im Verbandsgebiet der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) stieg auf Grund des anhaltend heißen Sommers, insbesondere wegen der langen Trockenperiode im Juli, im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich an. Die FWO verteilte an ihre kommunalen Kunden, die Städte, Märkte und Gemeinden in Oberfranken, im Juli um über 15 Prozent mehr Wasser als im Vorjahr, wie FWO-Verbandsvorsitzender Heinz Köhler erklärte.

"Der starke Anstieg von 17 Prozent vom Juni zum Juli ist ebenfalls außergewöhnlich, denn bis einschließlich Juni war es aus unserer Sicht, bezogen auf die Abgabemenge der FWO, ein völlig normales Jahr" so Köhler weiter. Gleiches gilt auch im Vergleich mit dem fünfjährigen Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2012, wie die FWO mitteilt. Zudem liegt man in der Gesamtmenge bis einschließlich Juni im Normalbereich, während der Juli im Vergleich zum Durchschnitt deutlich abweicht (plus zwölf Prozent). "Vom Niveau des Jahrhundertsommers in 2003 sind wir aber noch ein gutes Stück weg", so Köhler.

14 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr

Nach Einschätzung von Werkleiter Markus Rauh zeigt die Statistik zweierlei: Auch Trockenphasen wie derzeit beeinflussen die Gesamtmenge eines Jahres relativ wenig. Pro Jahr verteilt die FWO circa 14 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. "Kurzzeitig sind aber Spitzen vorhanden, die bei den Gemeinden und Städten entstehen, die die FWO aber recht problemlos auffangen kann. Umgekehrt: Ohne die FWO hätte die eine oder andere Kommune derzeit ein Versorgungsthema", so der Werkleiter.

Inwieweit das FWO-System belastbar ist, zeigt auch die Tatsache, dass das Wasserwerk in Rieblich am Tag mit der bisher höchsten Abgabemenge, am 20 Juli 2013, mit 43.220 Kubikmetern lediglich zu 61 Prozent ausgelastet war. Auch die Wassermenge in der Talsperre, die Hauptressource für die FWO, ist absolut ausreichend. "Hier zeigt sich die sehr gute, weil vorausschauende Bewirtschaftung durch das Wasserwirtschaftsamt Kronach", stellte Rauh fest.

Mehrere Bezugsquellen

Köhler betonte, dass die Talsperre nicht die einzige Bezugsquelle sei. Daneben greife man über eine eigene Verbundleitung bis nach Erlangen auf Wasser aus dem Donau-Lech-Bereich zurück. Und seit 2005 lieferten die Stadtwerke Kulmbach bis zu einer Million Kubikmeter Trinkwasser an die FWO über das Pumpwerk See in der Gemeinde Neuenmarkt. So habe man zwischen 2,5 und 3 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr in Reserve, sagte der Vorsitzende.