Eine Brotzeit - mit Wurst und Brot: Moritz konzentriert sich, überlegt kurz und lässt dabei seinen Blick über die verdeckten Karten des Memory-Spiels wandern. Dann ein "siegesgewisser" Blick. Zielsicher schnappt sich der Junge ein Kärtchen, dreht es herum und weiß schon vorher, was zum Vorschein kommt - die andere Brotzeit-Karte.

Während der kleine Schlaumeier übers ganze Gesicht strahlt und seinen bereits beachtlichen "Berg" eingesammelter Karten um ein weiteres Pärchen ergänzt, schnaufen seine Spielpartner tief durch. "Das war ja klar", meint Christine Schedel vom Katholischen Integrativen Montessori-Kindergarten Dörfles. Auch seine anderen Spielpartner sind voller Bewunderung für den kleinen Blitzmerker.

85 jahre Altersunterschied

Es ist schon eine besondere Spielrunde, die sich an diesem Nachmittag im Speisesaal des BRK-Seniorenhauses zusammengefunden hat - mit Mitspielern, die teilweise über 85 Jahre trennt. Die Vorschulkinder Moritz und Carlos sind die jüngsten mit sechs Jahren. Mit am Tisch sitzen der zwölfjährige Firm-Anwärter Jens, Kinderpflegerin Christine Schedel, Gemeindereferent Martin Förtsch sowie die Leiterin des MGH-Seniorenhauses vom BRK Kronach, Sabine Scherbel.

Und da sind auch noch die drei älteren Damen: Elisabeth Hammer von der Seniorenresidenz sowie die Bewohnerinnen des BRK-Seniorenhauses Marianne Kriegel und Hildegard Pekrul. Alle drei haben bereits das 80. Lebensjahr überschritten, Hildegard Pekrul ist gar 92 Jahre alt - Kein Grund aber, sich nicht vom spielerischen Wetteifer packen zu lassen.

Seit mehr als fünf Jahren gibt es das Mehrgenerationen-Projekt "Kinder und Senioren werden Freunde". Das Projektjahr 2013/2014 neigt sich bald dem Ende zu. Seit Herbst 2013 hatten die "Großen" des Montessori-Kindergartens Dörfles jeweils zwei Mal im Monat ihre Freunde im BRK-Seniorenhaus Kronach und in der benachbarten Seniorenresidenz besucht, um gemeinsam zu spielen oder basteln und Spaß zu haben.

Freundschaften sollen entstehen

Bei dem generationsübergreifenden Angebot sollen sich Angehörige verschiedener Generationen begegnen, austauschen und gegenseitig unterstützen. Freundschaften zwischen Alt und Jung sollen gefördert werden. Beim Treff der Generationen waren dieses Mal auch die Kronacher Firmlinge mit Gemeindereferent Martin Förtsch im Rahmen ihrer Vorbereitung auf das Heilige Sakrament dabei.

Ihnen hatte Sabine Scherbel eine Aufgabe angetragen. "Die Firmlinge sollten sich überlegen, welche Spiele Teenager gemeinsam mit Vorschulkindern und Senioren spielen könnten. Elektronische Spiele waren dabei nicht erlaubt", erklärt Scherbel.

Gemeindereferent Martin Förtsch hatte die Aufgabe mit den Firmlingen besprochen, die dann verschiedene Spiele von zuhause mitbrachten. Mit dem gemeinsamen Projekt wollte man die Kommunikation zwischen den verschiedenen Generationen in den Mittelpunkt stellen.

Obwohl zwischen den Spielpartnern Jahrzehnte lagen, zeigten die verschiedenen Altersgruppen keinerlei Berührungsängste. Ob es darum ging, beim Memory sein Konzentrationsvermögen unter Beweis zu stellen oder beim Uno mit einer taktischen "Meisterleistung" den Sieg zu erringen - alle wurden vom spielerischen Wetteifer gepackt.

Die Firmlinge waren angehalten, im Rahmen ihrer Sight-Doing-Tour aus verschiedenen Angeboten beispielsweise im Sozial- oder Umweltschutzbereich mindestens drei auszuwählen. Dabei stattete man beispielsweise dem Bayerischen Roten Kreuz, der Freiwilligen Feuerwehr und dem THW Kronach, dem Haus Fischbachtal, der Suppenküche oder auch einem Bauernhof einen Besuch ab.