Der demografische Wandel und die Sparsamkeit der Verbraucher machen den Wasserwerken in Kronach immer mehr Kopfzerbrechen. Die Wasserwerke haben finanzielle Einbußen zu verkraften. Die Zwickmühle, in der der Versorger steckt, verdeutlichte Werkleiter Peter Maaß bei der Werkausschusssitzung am Montag im Rathaus Kronach: "Die Bürger ärgern sich, wenn wir die Verbrauchsgebühren, die nach Abnahmeeinheiten abgerechnet werden, anheben und verstehen nicht den Zusammenhang, dass die Stadtwerke trotz der im Jahr 2014 zuletzt erfolgten Gebührenerhöhung wieder in die Miesen kommen, weil die Einnahmen in der Tendenz sinken und nicht ausreichen um die immensen Kosten zu decken." Die kausalen Zusammenhänge seien kaum zu vermitteln. Denn all das und etwa auch noch der vermehrte Einsatz wassersparender Geräte in den Wohnungen habe leider keinen Einfluss darauf, dass die Wasserversorgung durch intakte Maschinen, Pumpen und vor allem ein gutes Leitungsnetz immer intakt sein soll. 2012 lag der Wasserverbrauch bei 855 000 Kubikmetern und stieg 2013 ausnahmsweise auf 889 000 Kubikmeter an. 2014 wird er wohl bei 824 000 Kubikmeter liegen, sagte Maaß. Es sei ein weiterer klarer Rückgang zu erwarten, prognostizierte der Werkleiter. Zwar überlegten sich auch die Stadtwerke Einsparpotenziale, aber die Schere klaffe eben zu schnell weit auseinander, und moderne, energiesparende Anlagen seien Investitionen, die wiederum viel Geld kosteten.

Sorgenkind Wasserversorgung
Der Werkausschuss erfuhr, dass die Wasserversorgung somit das Sorgenkind der Stadtwerke bleibe - trotz guter Leistungen und guten Services für die Stadtbewohner. Für das Geschäftsjahr 2013 müsse er eine deutliche Verschlechterung der Erträge vorlegen, sagte Peter Maaß. Die Stadtwerke betreiben als Eigenbetrieb die Wasserver- und -entsorgung, das Crana Mare, das Parkdeck, den Bauhof und die Friedhöfe. Das Parkdeck hatte im Jahr 2013 60 472 Benutzer und schließt mit einem Verlust von 108 000 Euro (Vorjahr 140 000 Euro minus) ab. Beim Bad Crana Mare wurden 138 083 Besucher registriert, das seien fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betriebsfehlbetrag habe sich aufgrund gestiegener Besucherzahl (Vorjahr 131 407) und Eintrittsgeldern um 31 000 Euro auf 1,441 Millionen Euro vermindert.

Auch bei der Abwasserbeseitigung gibt es wie bei der Wasserversorgung ein Mengenproblem. Das Betriebsergebnis hat sich hier auf minus 89 000 Euro verschlechtert. Trotz leicht gestiegener Betriebserträge hat sich das Ergebnis im Bauhof auf einen Betriebsverlust von 1,56 Millionen Euro verschlechtert. Hingegen hat sich der Betriebsverlust im Bestattungswesen um 18 000 Euro auf rund 135 000 Euro vermindert. Im Gesamtergebnis stehen den Erträgen von 6,973 Millionen Aufwendungen in Höhe von 9,941 Millionen gegenüber, dies bei einer Bilanzsumme von 46,972 Millionen Euro im Jahr 2013. Der Jahresverlust wurde somit mit rund 3,254 Millionen Euro errechnet. Auch 2015 wird laut Erfolgsplan mit einem Jahresverlust von circa 2,14 Millionen Euro abschließen.

Auch in den Bereich Friedhöfe wollen die Stadtwerke investieren
Im Bereich Friedhöfe wurde die angesetzte Plansumme von 50 000 Euro auf 80 000 Euro erhöht, weil hier besonders Urnengräberwiesen angelegt werden sollen.

Trotz der bedauerlichen Entwicklung in der Wasserversorgung mit weniger Einnahmen sah Bernd Liebhardt (CSU) die Leistungen der Stadtwerke insgesamt als positiv an und sprach ein großes Lob aus. Denn die Stadt könne es sich leisten, ohne Fremdverwaltung einen Apparat wie die Stadtwerke mit über 70 Mitarbeitern in Eigenregie sowohl kaufmännisch als auch in der Betriebsführung hervorragend zu betreiben, und das trotz ständig notwendiger Investitionen zum Erhalt der bestehenden Anlagen und auch in zukunftsorientierte Anlagen wie Photovoltaik-, Solarenergie oder andere energiesparende Maßnahmen.

Stolz und Lob
"Ich bin nicht traurig darüber, wenn Leute unser Preissystem verstanden haben und danach ein intelligentes Konsumverhalten an den Tag legen", meinte Liebhardt. Er freute sich, dass immer mehr Dauerkarten und Familienkarten für das Crana Mare verkauft werden. Die Stadt habe einen Anreiz dazu gegeben. Liebhardts Fazit: "Wir können stolz auf die Leistungen der Stadtwerke sein." Hans Simon (SPD) konnte sich dem nur anschließen und meinte, wenn bei einer reduzierten Pumpleistung dennoch die Leistung aufrechterhalten werden könne, sollte man das angehen. Peter Maaß schränkte allerdings ein, dass dies nicht so einfach sei.