Strahlende Gesichter seitens der Schüler, Eltern und Lehrer sowie des Schulleiters Hubert Sendl und des Projektleiters Timo Ehrhardt: Nach Anlaufschwierigkeiten halten nun im dritten Jahr über vier Fünftel der Absolventen ihr Fachabitur in den Händen. Von 14 Schülern haben zwölf das Fachabitur bestanden. Die Erfolgsquote liegt somit bei 86 Prozent. Ein wichtiger Meilenstein wurde für die staatliche Anerkennung erreicht.

Jacqueline Kaiser hat nicht nur das beste Fachabitur gemacht, sondern sie hat auch an der Fachoberschule (Fos) am Rennsteig mit Michael Stiffel ihre Liebe gefunden. "Der Weg nach Ludwigsstadt hat sich also gelohnt", sagt sie. Abgesehen davon, die Kronacherin bereut ihre Entscheidung nicht. Bei der Ausbildungsmesse sei sie auf die Fos aufmerksam geworden. Ihr habe die Zusammenarbeit der Schule mit den hiesigen Unternehmen gefallen.
Ein weiterer Vorteil an der Fos seien die kleinen Klassen. Es herrsche eine familiäre Atmosphäre, man kann eigene Verbesserungsvorschläge einbringen und die Lehrer hätten ein offenes Ohr für die Belange der Schüler. Was die Zugfahrt von Kronach nach Ludwigsstadt betrifft, dies sei zwar manchmal anstrengend gewesen, aber "man gewöhnt sich dran".

"Es war ein großes Projekt", sagen Jacqueline Kaiser und Michael Stiffel. Beide bedankten sich im Namen der Schüler bei ihren Lehrern. Stiffel stellte fest: "Die Fos hat sich gut entwickelt!"


Fos bleibt vorerst in Ludwigsstadt

"Als wir das Ergebnis erfuhren, haben wir geschrien vor Freude", sagt Schulleiter Hubert Sendl. "Wir haben nun das erreicht, was uns vor zwei Jahren keiner zugetraut hätte." Lob galt den fleißigen Schülern, die in der Mehrheit die Zusatzangebote für die Vorbereitung zur Fachabiturprüfung angenommen haben und somit auf manche Ferientage verzichtet haben. Ein Lob galt zudem dem Lehrerkollegium: "Wir haben alle an einem Strang gezogen." Der Projektleiter Timo Erhardt erklärt: "Wir halten weiter zunächst am Standort Ludwigsstadt fest. Wir sind stolz auf euch." Damit meinte er die Schüler und Hubert Sendl mit seinem Team. Respekt zollte er den Fachschulabsolventen, die mehr Prüfungen als an einer staatlichen Schule ablegen müssten. Er hob nochmals die enge Verzahnung mit den Unternehmen hervor, die die Grundlage für diese Schule geschaffen haben.

Erhardt wünschte, ebenso wie der weitere stellvertretende Landrat Bernd Steger, dass der eine oder andere Schüler der Region erhalten bleibt und dass einige nach ihrem Studium den Weg zurück in die Heimat finden. "Macht das Beste draus", forderte Bernd Steger die Fachabiturienten auf. Er gratulierte im Namen des Landkreises und wies darauf hin, dass dieser die Schule mit 300 000 Euro unterstützt habe. Weitere 100 000 Euro seien noch nicht abgerufen. Zudem gab es auch 150 000 Euro an Fördermitteln aus dem Leader-Programm.

Zugegen war auch der Schulleiter der Coburger Fachoberschule, Anton Staudigl: "Wir haben es gerne gemacht", sagte er und meint damit, dass seine Schule in den vergangenen drei Jahren die Prüfungen bei den Schülern der privaten Fos am Rennsteig abgenommen hat. Wenn im nächsten Jahr der zweite Schritt für die staatliche Quote erreicht sei, dann "habt ihr's geschafft".

Zugegen war auch der Schulleiter der Kulmbacher Fos, Joachim Meier. An dieser Schule wird der nächste Fachabiturjahrgang seine Prüfungen ablegen. Hubert Sendl ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit den Kulmbachern, ebenso wie in Coburg, gut funktionieren wird.

Und was das Liebespaar der Fos betrifft. Sie werden vorerst die Region verlassen. Jacqueline Kaiser und Michael Stiffel werden in Krefeld ein Studium in Angriff nehmen. Beide sind aber überzeugt: "Wir werden die Fos am Rennsteig in guter Erinnerung behalten!"