Bereits seit einigen Monaten sind die Pläne für eine Begegnungsstätte im ehemaligen Diska-Gebäude das Hauptthema der Seniorengemeinschaft Kronach. Auch bei dem monatlichen Mitglieder Treffen am Dienstag wurde darüber diskutiert, wie man das Projekt verwirklichen könnte.

Bis jetzt fanden die Treffen der Senioren im Schützenhaus statt. Aber mit einer Mitgliederzahl von 818 stößt man hier an Kapazitätsgrenzen. Dazu kommt, dass das Schützenhaus aufgrund seiner Lage für viele Mitglieder nicht optimal zu erreichen ist. Das frühere Diska-Gebäude hingegen befindet sich in zentraler Lage. Es hat einen behindertengerechten Zugang und mehr als 40 Parkplätze. Dennoch müsse man mit weiteren Umbaumaßnahmen und einem Investitionsvolumen von 1,2 Millionen Euro rechnen, erklärte die erste Vorsitzende der Seniorengemeinschaft Bianca Fischer-Kilian.


Wer trägt die Kosten mit?

Der Verein könne diese Summe aber keinesfalls alleine aufbringen. Da im Falle eines Scheiterns die Existenz des Vereins gefährdet sein könnte, verfolge man bis vor kurzem die Idee, eine gemeinnützige GmbH zu gründen. Jetzt hat sich eine andere Alternative aufgetan: Eine Genossenschaft die als offizielle Mieterin des Gebäudes fungieren könnte.

Als Berater bei dem Vorhaben steht der Seniorengemeinschaft Loring Sittler zur Seite. Der ehemalige Leiter des Generali Zukunftsfonds kümmert sich um alle Fragen im Zusammenhang mit der Beschaffung von Mitteln, der Gründung des Trägers, dem Umbau und der weiteren Planung. Vorstandsmitglied Erhard Töll schilderte, dass er Sittler bei der letzten Vorstandsversammlung kennengelernt habe und seitdem begeistert von ihm sei. "Herr Sittler hat so gute Kontakte, dass er Fördergelder beschaffen kann", erzählte Erhard Töll.

Damit der Genossenschaft nichts mehr im Wege steht, müssten aber auch der Stadtrat und der Kreistag ihre Zustimmung geben. "Eine große Rolle dabei spielt, wie viele mitmachen", betonte Bianca Fischer-Kilian. Denn um das Projekt verwirklichen zu können und die hohen Mietpreise von fünf Euro pro Quadratmeter stemmen zu können, soll die Begegnungsstätte auch von anderen Vereinen in Kronach genutzt werden können.


Gebäude soll vermietet werden

Es soll nicht nur ein Treffpunkt für die Seniorengemeinschaft, sondern eine Versammlungsmöglichkeit für alle Bürger entstehen. Da es in Kronach keine Stadthalle gibt, hofft der Vorstand, dass das Projekt auch bei anderen Vereinen auf Anklang stößt. "Man muss eben schauen wie viele Leute bereit wären das Projekt mitzutragen", erklärte Bianca Fischer-Kilian.

Die Überlegung besteht darin, das Gebäude am Wochenende und am Abend als Versammlungsmöglichkeit zu vermieten. Die Senioren hätten ein Vorrecht auf die Nutzung von Montag bis Donnerstag, zwischen 10 und 17 Uhr. Denn gerade unter der Woche sind viele Senioren alleine, da ihre Kinder und Enkelkinder nur am Wochenende zu Besuch kommen.

Außerdem soll ein tägliches Mittagessen sowie ein Fahrdienst angeboten werden. Bianca Fischer-Kilian sieht in dem Projekt "nicht nur einen Treff zum Kaffeklatsch sondern eine Hilfestelle". Mit der geplanten Begegnungsstätte hätten die Senioren die Möglichkeit, sich auch öfter als nur einmal im Monat zu treffen und auszutauschen. Weiterhin unklar ist allerdings, wer den Umbau zahlen soll.

Neben der Möglichkeit den Umbau vom Eigentümer tätigen zu lassen, steht zur Debatte, dass die Senioren den Umbau selbst bezahlen und somit einen Mietnachlass bekommen. Aber die zweite Vorsitzende der Seniorengemeinschaft Lore Walker zeigt sich optimistisch. Das Begegnungszentrum sei etwas zum ausprobieren. "Man muss ständig daran arbeiten und immer mehr Ideen einbringen" erklärte die zweite Vorsitzende Lore Walker.