Kurz vor 17 Uhr. Die evangelische Christuskirche in Kronach ist bereits gut gefüllt. Der Raum erstrahlt warm und besinnlich. Der Christbaum schmückt feierlich den Altarbereich. Von draußen ertönen dumpf die Kirchenglocken - gleich geht es los. Die letzten Konzertbesucher kommen herein und das Schallen der Glocken wird für einen Augenblick lauter. Jetzt sind alle da. Die Empore ist gefüllt von Musikern, Sängern und Gästen, im Kirchenschiff herrscht Vorfreude. Dekanatskantor Marius Popp eilt von der Empore herab, um seine Musikfreunde und Konzertbesucher zu begrüßen: "Herzlich Willkommen zum Jubiläumskonzert im neuen Jahr. Ich freue mich, dass sie so zahlreich erschienen sind und wünsche allen Familien ein gesegnetes neues Jahr."
Das Programm des Abends, so erklärt Popp, solle einen Querschnitt durch die Musikgeschichte zeigen: "Barock, dann nostalgisch ins 20. Jahrhundert und Filmmusik darf auch nicht fehlen." Besonders bemüht sei er gewesen, für alle etwas dabei zu haben, um einen "musikalischen Blumenstrauß" darbieten zu können: "Ich wünsche ihnen ein schönes Konzert und eine vergnügliche Stunde." Und so nahm das Konzert seinen Gang, die Gäste lauschten im Kirchenschiff dem "festlich, nostalgisch und heiteren" Programm, während auf der Empore die Musik spielte.
Zu viel versprach Popp mit seinem heiteren Vorhaben auf keinen Fall. Mit der "Intrade" von Ralf Grössler, "Welcome" von Reinhold Schelter und der "Fughetta" von Johann Pachelbel dirigierte der Vollblutmusiker seinen Chor und läutete mit Posaunen und Trompeten schwungvoll und dynamisch das neue Jahr ein. Darauf folgte "Singet dem Herrn ein neues Lied", achtstimmig für Bläser und Chor von Johann Pachelbel, was die Festlichkeit des Konzertes durch die Stimmenpracht des Chores unterstrich. Flott folgten Variationen über "Das klingt so herrlich" von Eric Broy, das "Preludio VI" von Traugott Fünfgeld und "A little Jazz Mass" von Bob Chilcot. Mit "Share my Yoke" von Joy K. Webb und "Lobe den Herren" von Norbert Kissel, "Bolero" von Maurice Ravel und "Memory" von Andrew Lloyd Webber zeigten die Musiker nostalgische und besinnliche Facetten.
Besonders das Orgelsolo "Bolero" erntete begeisterten Zwischenapplaus. Zwischendrin sowie am Ende rundete "Siyahamba", ein Traditional aus Südafrika, sowie "Amen" von Dieter Wendel den Abend schmissig ab.
Popp kommunizierte während des Konzertes mit seinen Musikern, dirigierte mit großer Freude und spielte selbst als Musiker an der Orgel. Er eröffnete seinen Konzertgästen mit Liedauswahl und musikalischer Qualität einen besonders schwungvollen Start ins neue Jahr und hob gleichzeitig an diesem Abend die Kirchenmusik auf ein lockeres und mitreißendes Niveau. Der angekündigte "Blumenstrauß" offenbarte sich in frischen, bunten Tönen und schenkte den Konzertbesuchern ein gelungenes Konzert. Der Applaus am Ende stimmte dem Tenor des Konzertes ein.