Denn schon im Dezember 2011 hatten die Hainer Vereine, die das Schulhaus als Unterkunft nutzen, den Antrag auf eine Sanierung gestellt. Das Schulhaus soll zu einem Kulturhaus werden.

Inzwischen hat sich das Architekturbüro 3D mit der Maßnahme beschäftigt. Insgesamt würden eine Sanierung und ein Umbau zum Hainer Kulturhaus wohl 290 000 Euro kosten. "Es ist aber sinnvoll, auch die Binder konstruktion durch einen Statiker überprüfen zu lassen und die Wärmedämmung auszubauen. Denn die beträgt nur fünf Zentimeter", gab Alexander Hempfling, der bei 3D die Maßnahme betreut, zu bedenken.

Bauantrag ist nötig

Der Wunsch der Vereine ist es, die Sanitäranlagen zu verlegen. Aus Platzgründen ist dann allerdings ein eigenes Behinderten-WC nicht möglich. Aber ein behindertengerechtes WC, das auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden kann, könnte im Bereich der Herrentoiletten untergebracht werden, stellte Hempfling die bisherigen Planungen vor.

Ein großes Anliegen ist es, die Essens- und Getränkeausgabe zu verlegen, so dass sich der Ausgabewinkel ändert. Hinter der Küche könnte dann noch ein kleiner Lagerraum entstehen. Dafür solle im Hauptraum das bislang abgeteilte Zimmerchen entfallen. "Wir müssen aber infolge der Nutzungsänderung des alten Schulgebäudes ein Bauantragsverfahren einleiten", erklärte Hempfling das weitere Prozedere.

Schon jetzt sei klar, dass, um das Gebäude öffentlich nutzen zu können, eine Doppelflügeltür eingebaut werden muss. Denn das verlangen die Vorschriften - schon, um schnelle Fluchtwege zu ermöglichen. Und in diesem Zug wird das Wandgemälde im Innenbereich wohl nicht erhalten werden können. Der Grund: Es befindet sich genau dort, wo die Doppelflügeltür eingebaut werden soll. Schon im Vorfeld ist bei der unteren Denkmalschutzbehörde im Landratsamt Kronach ein anonymes Schreiben eingegangen, in dem die "geplante Zerstörung des Wandgemäldes" angeprangert wurde. "Aber aus denkmalfachlicher Sicht ist das Wandgemälde nicht relevant", erklärte Bürgermeister Schneider (parteilos). "Alles hat eben seine Zeit", so Schneider.

Vereine packen mit an

Schon im Vorfeld der Sanierungsmaßnahme haben sich die Vereine bereit erklärt, kräftig mit anzupacken. "Es ist wichtig, dass die Vereine selbst tätig werden", betonte auch Bernd Rebhan (CSU). Damit können dann rund 58 000 Euro in Form von Eigenleistung eingespart werden. Das entspricht 20 Prozent. "Seitens des Marktes Küps ist angedacht, bei der Maßnahme in Bezug auf die Kanalarbeiten sowie bei der Heizungs- und Sanitärinstallation mitzuwirken"; erklärte Bürgermeister Herbert Schneider. Das entspricht ungefähr 9500 Euro.

Die Maßnahme sei im Haushalt bereits eingeplant, teilte Bürgermeister Schneider mit. So sind im vergangenen Jahr für das Kulturhaus in Hain 71 496 Euro eingeplant worden, in diesem Jahr 150 000 Euro. "Die Finanzierung wird ausschließlich über Kreditaufnahmen erfolgen", erklärte Bürgermeister Herbert Schneider.

Die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses befürworteten - mit Ausnahme von Matthias Hopf (SPD) und Thomas Meyer (CSU) - die Planung grundsätzlich und beauftragten die Verwaltung, den Bauantrag beim Landratsamt Kronach einzureichen. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, wird das weitere Vorgehen besprochen.