Alle Zeichen auf Grün: Einen Spaten hatten Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein und seine Wilhelmsthaler Amtskollegin Susanne Grebner - zugleich Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende des Schulverbands Kronach III - zwar noch nicht dabei. Dennoch stand ihnen beim Pressegespräch am Dienstag - quasi inoffizieller Startschuss für die Generalsanierung der Gottfried-Neukam-Mittelschule - die Freude förmlich ins Gesicht geschrieben - und da waren sie nicht die Einzigen  ...
"Das wird eine Riesenbaumaßnahme - ein Mamutprojekt. Geplant ist zunächst eine Bauzeit von drei Jahren, realistisch aber sind fünf Jahre", verdeutlichte Geschäftsführer Jörg Schnappauf die Dimension der mit rund zehn Millionen Euro veranschlagten Mehrjahres-Maßnahme. Wie dieser ausführte, sei der Sanierungsbedarf für das 40-jährige Schulgebäude enorm und erstrecke sich unter anderem von der energetischen Dachsanierung über die Fenster und Eingangstüren bis insbesondere zur Barrierefreiheit, der man bei allen Arbeiten höchste Priorität einräume. "Die Schule wird zu 1000 Prozent barrierefrei", kündigte der Geschäftsführer an. Hierzu zähle vor allem auch der Einbau von Behinderten-WC mit Dusche. Die sanitären Anlagen sind es dann auch, mit denen noch heuer begonnen wird. Dabei "kämpft" man sich von oben nach unten - sprich vom zweiten über das erste Obergeschoss bis zum Erdgeschoss.


"40 Jahre alte Bausubstanz"

Die sanitären Anlagen sollen 2017 fertiggestellt werden. Im kommenden Jahr geht es dann auch an die eigentliche Generalsanierung. "Wir sprechen hier von einer 40 Jahre alten Bausubstanz. Es ist mehr als überfällig, das endlich anzugehen, nachdem wir uns schon jahrelang damit herumgeschlagen schlagen", so Beiergrößlein. Nachdem der Landkreis bereits etliche Millionen in die Sanierung seiner weiterführenden Schulen investiert habe, freue man sich sehr, dass es nun auch an der Mittelschule endlich losgehe. "Unsere Mittelschule und unsere Mittelschüler sind uns lieb und teuer", betonte der Vorsitzende des Schulverbands III, dem die Stadt Kronach und die Gemeinde Wilhelmsthal angehören. Der Bürgermeister dankte in diesem Zusammenhang allen Beteiligten für das gute Miteinander zum Wohle der Kinder. Großer Dank gebühre der Regierung von Oberfranke für die großzügige Unterstützung. "Die Zuschüsse fließen momentan sehr stark. Wenn wir jetzt keine Nägel mit Köpfen machen, wann dann?", fragte Grebner. Heutzutage verwürden die Schüler - insbesondere durch die Ganztagesangebote - immer mehr Zeit in der Schule verbringen. Ähnlich wie in der Berufswelt müsse für entsprechende Leistungen auch das schulische Umfeld stimmen. "Wenn ich mich wo wohlfühle, gehe ich gerne hin und da macht auch Lernen mehr Spaß", zeigte sie sich sicher.
"Wir freuen uns total und nehmen gerne in Kauf, dass es zeitweise etwas lauter wird", bekundete die - von steigenden Schülerzahlen berichtende - Schulleiterin voller Vorfreude, etwas "ganz Neues" zu bekommen - gerade auch hinsichtlich der Barrierefreiheit. So werde die Anzahl von Schülern mit Handicap immer größer. Insbesondere für diese seien die nunmehrigen Toilettenanlagen nicht mehr hinnehmbar.


"Die Toiletten sind eine Zumutung"

Dem schloss sich der Geschäftsführer an. "Die Toiletten sind eine Zumutung", redete er Tacheles. Ihnen komme im ersten Bauabschnitt die Dringlichkeitsstufe I zu. Erfreulicherweise habe die Regierung von Oberfranken den vorzeitigen Maßnahmebeginn bewilligt, nachdem sich bereits die umfangreichen Planungen zwischen ein und zwei Jahren in die Länge gezogen hätten. Oberste Priorität bei der kompletten Maßnahme habe die Barrierefreitheit. "Wir wollen eine komplett barrierefreie Mittelschule. Das ist sehr kostenintensiv. Aber wir werden daran nicht sparen", sprach er Klartext. Eine große Rolle spiele auch der Brandschutz. Entwickelt wurde ein ganzheitliches Konzept, da auch die Ver- und Entsorgungsleitungen beispielsweise Strom, aber auch die Kanal- beziehungsweise Abwasserleitungen nach vier Jahrzehnten deutliche Mängel aufwiesen. "Das ist eine Riesenaufgabe, vor der wir stehen", war er sich bewusst. Man werde durch Abschirmungen versuchen, die Staub- und Lärmbelastungen abzumildern. Dennoch werde es zu Beeinträchtigungen kommen. Zugleich betonte er die angenehme Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Dies gelte insbesondere auch für die Staatsregierung durch die Gewährung des Höchstfördersatzes. Für die Maßnahme können gleich mehrere Fördertöpfe angezapft werden - so vor allem Mittel nach dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) sowie ein Zuschuss für den Demografiefaktor als besonders von der Demografie gebeutelte Region auch im Hinblick der in Kronach wie Wilhelmsthal laufenden Haushaltskonsolidierung. "Das ist eine einmalige Gelegenheit", freute er sich. Dabei verwies er darauf, dass man mit einer energetischen Sanierung in wenigen Jahren bereits den Eigenanteil an Investitionskosten einsparen könne. Aufgrund der bisher enorm hohen Energiekosten rechne man mit Einsparungen im fünfstelligen Bereich.
Groß war die Freude auch seitens der Schülersprecher Jan Mäder, David Nickel und Lukas Müller. "Ich bin sehr froh, dass die Klos gemacht werden. Zwei Geschwister von mir waren bereits hier an der Schule, die erzählten schon immer von den schlechten Toiletten. Und jetzt sind es ja immer noch die alten", meinte Jan. Der erste Schülersprecher wird die Schule noch drei Jahre besuchen, die endgültige Fertigstellung wird wohl nicht mehr in seiner Schulzeit erfolgen. "Ich finde es toll, dass ihr euch so dafür einsetzt, obwohl ihr ja selbst nicht mehr viel davon haben wird", lobte dann auch Schnappauf und verwies darauf, dass die Initiative insbesondere für die neuen sanitären Anlagen aus einem Schulforum hervorgegangen sei.