Zwei Schüler aus dem Jugendwaldheim Lauenstein machten den aufregenden Fund eines Mulmbocks. Der seltene Käfer wurde vom Leiter der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft in Freising, Olaf Schmidt, untersucht und als Mulmbock (Ergates faber) identifiziert.

Von Freising aus gratulierte Präsident Olaf Schmidt (er ist in Tettau geboren und aufgewachsen) den beiden Findern, Jan Pechtold und Maximilian Müller aus Mönchröden, zu diesem außergewöhnlichen Fund. Denn der Mulmbock steht auf der roten Liste und gilt als vom Aussterben bedrohte, seltene Tierart. Er ist zwischen 26 und 60 mm lang, sein Körper ist relativ breit und flach. Sein Halsschild- Seitenrand ist feingesägt mit spitzem Dorn in der Mitte. Die Fühler des Männchens sind etwa mehr als körperlang. Im Bestimmungsbuch steht bei ähnlichen Arten: unverwechselbar.

Er liebt Wärme, entwickelt sich über drei bis vier Jahre in weißfaul verpilztem, feuchtem Holz besonnter Kiefern- oder Fichtenstubben, im Basisbereich stehend abgestorbener Stämme oder, seltener, in am Boden liegenden Stämmen beziehungsweise in starken Ästen. Die tagsüber versteckten Käfer sind von Juli bis September abends und nachts aktiv. Sie können sehr kräftig beißen, die Zangen (Mandibeln) der Weibchen durchdringen ohne Weiteres die menschliche Haut.

Die beiden Jungen aus dem Coburger Land befinden sich auf einer Bildungswoche im Jugendwaldheim Lauenstein. Das Jugendwaldheim ist eine Einrichtung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach und in ihrer ausgerichteten Waldpädagogik einzigartig in Bayern. Das Jugendwaldheim als Einrichtung der Bayerischen Forstverwaltung ist Träger der Auszeichnung "Umweltbildung.Bayern".


Exkursion im Wald

Zusammen mit Försterin Melanie Schwarzmeier waren die beiden Viertklässler Maximilian Müller und Jan Pechtold auf Exkursion im Waldgebiet in der Nähe von Lauenstein und machten in der Nähe der Pulswinkelhütte, einem Kleinod, das vom Jugendwaldheim erstellt wurde, diese außergewöhnliche Entdeckung der seltenen Käferart. Sie waren froh, nicht gebissen worden zu sein, denn zur Zeit des Fundes war der Käfer bereits tot.

Försterin Melanie Schwarzmeier bestimmte ihn als Bockkäfer, um jedoch Genaueres zu erfahren, wandte sie sich mit der Bitte um Unterstützung an den Experten, den Präsidenten der Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft Bayern, Olaf Schmidt in Freising, was ja dann Erfolg hatte.


Wachsam beim Spaziergang

Die beiden aufmerksamen Schüler haben bei ihrem Aufenthalt im Schullandheim gelernt, dass es im Wald viele Pflanzen- und Tierarten zu beobachten gibt und dass man deshalb sehr achtsam und wachsam beim Spaziergang durch den Wald sein soll. Allerdings wird man auch nicht immer auf so einen einzigartigen Fund stoßen.