Bei der Breitbanderschließung kommt es in Wilhelmsthal zu Verzögerungen. Der Betrieb wird zwar für den Großteil der Anschlüsse in den nächsten Tagen erfolgen. In Lahm und Hesselbach wird es aber etwas länger dauern. Bürgermeisterin Susanne Grebner bedauerte dies in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend.
Manfred Gebhard vom Ingenieurbüro IK-T aus Regensburg freute sich, dass die Gemeinde auch den nächsten Schritt gehen wolle und unter Ausnutzung weiterer Förderprogramme auch sogenannte weißen Flecken im Gemeindegebiet beseitigen möchte.
Der Ausbau in der Fläche gehe zwangsläufig nur über Glasfaser, so Gebhard. Es sei dabei für die Gemeinde mit einer Investitionssumme von circa 1,7 Millionen Euro zu rechnen. Michael Kramß vom Amt für Digitalisierung Breitband und Vermessung in Kulmbach ging auf die Finanzierungsmöglichkeiten ein. So stehe das erste Ausbauverfahren in Wilhelmsthal kurz vor dem Abschluss. 360 000 Euro seien noch übrig. Daneben gebe es ein Bundesförderprogramm, das in der Beantragung komplexer sei als das bayerische Programm. Das Programm biete sich an, wenn die bayerischen Mittel nicht für einen flächendeckenden Ausbau reichen. Zudem werde dabei die Förderung durch den Freistaat nochmals aufgestockt, so dass in Wilhelmsthal anstatt einer 50-prozentigen Förderung durch den Bund insgesamt wieder 90 Prozent erreicht werden könnten. Allerdings sei vorgeschrieben, dass man einen Glasfaserausbau vornehme. Und es sei auch bei weitem nicht sicher, ob man in die Förderung des Bundes aufgenommen werde. Möglich wäre eventuell auch eine zusätzliche Förderung aus dem bestehenden bayerischen Programm, wenn bayernweit nicht alle Mittel ausgeschöpft werden sollten. Er schlug der Gemeinde diesbezüglich eine Grundsatzentscheidung vor, ob denn die Breitbanderschließung weitergehen solle. Wenn man den Plan, den sogenannten Masterplan erstellt habe, könne man die Mittel aus dem Bundesprogramm beantragen. Es sei aber nicht sicher, ob man diese auch erhalte. Das Gremium folgte diesem Vorschlag.


Etwa 681 000 Euro Mehrkosten

Der Gemeinderat stimmte der Entwurfsplanung zur Turnhallensanierung in Wilhelmsthal zu. Architekt Kersten Schöttner stellte den Entwurf nochmals vor. Seit der Vorentwurfsplanung vom Januar 2016 hätten sich, so Schöttner, die Kosten um circa 681 000 Euro erhöht. Die Mehrkosten seien auf das Dach, die Haustechnik und Baunebenkosten zurückzuführen. Beim Dach müsse beispielsweise eine Schneelastertüchtigung vorgenommen werde. Bei der Technik sei beispielsweise eine Entlüftungsanlage notwendig. Bei optimaler Förderung würden bei Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro noch rund 1,22 Millionen Euro bei der Gemeinde verbleiben. Der Gemeinderat beschloss Zuwendungen nach dem Finanzausgleichsgesetz und dem Kommunalen Investitionsprogramm bei der Regierung von Oberfranken zu beantragen.
Zu Beginn der Sitzung hatte Michaela Morhard vom Regionalmanagement des Landkreises das neue Mobilitätskonzept vorgestellt. "Vor allem die älteren Leute wären alle viel flexibler, wenn das Konzept funktioniert. Deshalb sollten wir als Gemeinderäte dafür Werbung machen", erklärte Bürgermeisterin Susanne Grebner. Das Konzept soll im Laufe dieses Jahres starten.
Für den Ortsteil Lahm wurde Josef Wachter als Feldgeschworener nachbestellt.
Der Antrag der Anwohner der Bergstraße in Wilhelmsthal auf Einrichtung einer Tempo-30-Zone wurde nicht entsprochen. Die Verkehrssituation zeige keine auffälligen Besonderheiten, die ein behördliches Einschreiten erfordern.


Drei Abschlagszahlungen

Einverständnis bestand auch damit, die Kosten für den Ausbau der Grieser Straße in drei Abschlagszahlungen abzuwickeln. Der erste Bescheid werde im April kommenden Jahres verteilt. Seitens der Gemeinde will man ein Schreiben an die betroffenen Bürgerinnen und Bürger schicken und ihnen mitteilen, mit welchen ungefähren Kosten sie zu rechnen haben.
Für die Mittagsverpflegung an der Schule werden die Abrechnungskosten in Höhe von 0,15 Euro je Mittagessen im Schuljahr 2016/2017 für die offene Ganztagesschule von der Gemeinde übernommen.
Im Rahmen der Diskussion über diesen Tagesordnungspunkt kam man auf einen Brief von Rektor Ulrich Weiß zu sprechen, der der Beschlussvorlage zur Kenntnisnahme angehängt worden war. Ulrich Weiß führte in dem Schreiben aus, dass die Schulfamilie im Rahmen der Einführung der Offenen Ganztageschule bedauerlicherweise erfahren haben müsse, dass die bisher gezeigte Kooperationsbereitschaft "von verschiedenen Stellen bzw. Personen nicht mehr gewünscht wird".
Daher sehe man sich leider ab dem kommenden Schuljahr gezwungen, alle Handlungen an den rechtlichen Vorgaben auszurichten. vs