"Wir haben eine gute Piste", freut sich Stephanus Neubauer, der als Skilehrer am Haßlacher Lift im Einsatz ist. Der Lift läuft schon ganze vier Wochen und auch für die nächsten Tage ist trotz des angekündigten Tauwetters keine Einschränkung zu befürchten. Wochentags ist der Lift schon ab 13 Uhr in Betrieb.

"Wir hatten einen halben Meter Schnee. Durch die Wärme hat das zwar gewaltig abgenommen, aber 20 Zentimeter liegen immer noch", ist Neubauer für die nächsten Tage positiv gestimmt. "Bei uns geht es richtig familiär zu", berichtet Neubauer.

Auch am kommenden Wochenende würden noch zwei Skikurse mit je sieben bis acht Kindern durchgeführt. An den vorherigen Wochenenden habe man jeweils fünf Gruppen gehabt. "Die Eltern wollen gar nicht glauben, dass ihre Kinder das so schnell lernen und mit vier Jahren schon fahren können", sagt Stephanus Neubauer. Er führt den Lernerfolg auf die kleinen Gruppen der Kurse zurück. Für die ganz Kleinen hat man sogar einen Skikindergarten abgeteilt.


Die höchste Stelle

Auch in Tettau laufen die Lifte noch voll. Darüber freut sich Heinz Daum, einer der beiden Geschäftsführer der Tettauer Liftbetriebe. Bereits Anfang Januar liefen die Lifte eine Woche lang. In den vergangenen vier Wochen sind die Lifte täglich gelaufen. Wochentags immer ein Lift, am Wochenende alle drei. Der Höhenlift führt an die höchste Stelle des Landkreises. In Betrieb sind die Lifte wochentags ab 13 Uhr, am Wochenende bereits ab 10 Uhr. Am Mittwoch und Freitag wird abends Skifahren mit Flutlicht angeboten.

"Bis Ende nächster Woche wollen wir schon noch durchhalten", steckt Heinz Daum die Ziele ab. Nächste Woche kommt für drei Tage ein Gymnasium aus Coburg. Die bisherige Saison bezeichnet Daum als recht ordentlich: "Tagsüber, wenn die Sonne scheint, sulzt es ein wenig auf. Aber nachts, wenn es gefriert, wird die Piste wieder fest." Früher sei allerdings "mehr los" gewesen. "Da ging der Winter früh los und wir sind bis in den April hinein gefahren." In den vergangenen 40 Jahren habe man auch schon Winter gehabt, in denen die Lifte keinen Tag gelaufen seien.

Auch der Lift in Windheim läuft am Wochenende von 13 bis 17 Uhr.


Der Nachtfrost fehlt

Ganze elf Betriebstage hatten die Ludwigsstadter Skiliftbetriebe in der laufenden Saison. Das ist zu wenig, um langfristig schwarze Zahlen zu schreiben, aber immer noch besser als vergangenes Jahr, als die Lifte wegen Schneemangels nicht eine Minute liefen. Heinrich Pfeiffer, Geschäftsführender Gesellschafter der Skiliftbetriebe Ludwigsstadt, berichtete, dass die Lifte bereits seit dem 9. Februar stehen. "Da gab es einige Stellen auf der Piste, die nicht mehr so gut waren." Deshalb stellte man den Betrieb ein.

Der Lift in Lauenhain, der mit zu den Ludwigsstadter Liftbetrieben gehört, läuft noch, denn Lauenhain liegt höher. Doch auch für dessen Betreiben sind in dieser Saison die Tage gezählt, vermutet Heinrich Pfeiffer, "denn der Nachtfrost fehlt. In der Nacht zum Aschermittwoch lag die tiefste Temperatur in Ludwigsstadt bei +1,4 Grad." Pfeiffer ist trotz der lediglich elf Betriebstage einigermaßen zufrieden, denn es kamen viele Skifahrer nach Ludwigsstadt, vor allem zum Flutlicht-Skilaufen und an den beiden Wochenenden. Er hat die Erfahrung gemacht, dass das Interesse am Ludwigsstadter Lift nach 15 bis 20 Tagen nachlässt. Über 20 Betriebstage pro Saison brauche man schon, vor allem, um die vor einigen Jahren angeschaffte neue Pistenraupe abzufinanzieren.


Weniger Niederschläge

Von einer richtig langen Skisaison so wie früher kann Heinrich Pfeiffer nur träumen. In den vergangenen 20 Jahren war die längste Saison 65 Tage. Die wirklich längste Skisaison an den Nordhängen in Ludwigsstadt hatte 80 Tage. Aber das ist schon ewig lange her. "Wir liegen halt nicht so hoch, nur 450 Meter über Meereshöhe", berichtet Pfeiffer. "Unsere Bergstation liegt so hoch wie die Talstation in Tettau.

Ein Grund dafür, dass die Skisaison in Ludwigsstadt kürzer ist als anderswo liegt auch daran, "dass wir weniger Niederschläge kriegen". Wenn in den nächsten Tagen Regen angesagt ist, findet Heinrich Pfeiffer das nicht so schlimm wie einen warmen Wind. "Wenn der Wind bläst und es Plustemperaturen hat, schmilzt der Schnee wie wenn man einen Haartrockner benutzt. Regen und Sonnenschein sind für den Schnee nicht so schlimm."