von unserem Mitarbeiter herbert Fischer

Tief in die Tasche greifen müssen die Gemeinde Schneckenlohe und die evangelische Kirchengemeinde Schmölz. Grund hierfür ist die völlige Neuanlage des Spielplatzes des Kindergartens "Arche Noah" in Schneckenlohe, dessen Spielgeräte im vergangenen Jahr bei der turnusgemäßen Überprüfung durch einen Sachverständigen bis auf den Sandkasten gesperrt wurden. Für die neuen Spielgeräte und Freizeiteinrichtungen stehen Gesamtkosten von 60.000 Euro im Raum, informierte Bürgermeister Knut Morgenroth (SPD) den Gemeinderat bei der öffentlichen Sitzung am Montagabend in der Alten Schule Beikheim.

Das neue Spielplatzkonzept, so der Bürgermeister weiter, wurde von den Erzieherinnen des Kindergartens zusammen mit einer Bamberger Spezialfirma ausgesucht. Hierzu gehört auch eine Bobby-Car-Bahn. Nach der Betriebsträgervereinbarung zwischen Gemeinde und Kirchengemeinde wäre die Gemeinde verpflichtet, 50 Prozent der Kosten zu übernehmen. Allerdings habe die Kirchengemeinde Schmölz diese Vereinbarung im Gegensatz zur politischen Gemeinde noch nicht unterschrieben. Nicht nur dieser Sachverhalt stieß auf Unverständnis im Gemeinderat, sondern auch die Tatsache, dass die Gemeinde nicht in die Planungen und Kosten für den neuen Spielplatz einbezogen wurde. Nach eingehender Diskussion, bei dem auch der Ausdruck "Erpressung der Gemeinde" fiel, beschloss der Gemeinderat einstimmig, dass die Betriebsträgervereinbarung ergänzt wird, wonach bei Gesamtkosten über 10.000 Euro die Gemeinde bei den Planungen anzuhören sei und frühzeitig informiert werden müsse. Im Falle, die Kirchengemeinde übernehme ihren Anteil von 30.000 Euro nicht, würde die Gemeinde nicht der vorliegenden Planung zustimmen.

Intensivere Betreuung der Kindergartenkinder

Um den Kindergarten "Arche Noah" in Schneckenlohe ging es auch im nächsten Tagesordnungspunkt. Bürgermeister Morgenroth berichtete dem Gemeinderat von den höheren Fördersätzen für Kindertagesstätten im Rahmen der Aktion "Qualitätsbonus plus". Dadurch soll die Betreuung der Kinder verstärkt werden. Die Gemeinde müsste hierfür zu den zurzeit 72.000 Euro Personalkosten im Jahr weitere 4000 Euro beisteuern, was vom Gemeinderat einstimmig angenommen wurde.

Auch die im Amtsblatt der Regierung von Oberfranken veröffentliche Verordnung über die Änderung der Organisation der Grundschulen Weidhausen und Mitwitz war ein Thema. Demnach wird das Schulgebäude in Schneckenlohe ab dem kommenden Schuljahr geschlossen. Die Grundschüler aus Schneckenlohe, Mödlitz und Neubrand werden dann in Mitwitz unterrichtet. Allerdings sieht die Verordnung auch eine Übergangslösung für die Schüler der jetzigen 2. und 3. Klasse aus Schneckenlohe, Mödlitz und Neubrand vor, die, wenn es die Eltern wünschen, bis zum Ende der Grundschulzeit an der Grundschule Weidhausen unterrichtet werden können. Betroffen hiervon sind zehn Kinder.

Kontrolle der Spielplätze und Spielgeräte neu vergeben

Seine einstimmige Bewilligung gab der Gemeinderat auch für den Kauf einer Schaukel im Wert von 600 Euro für den Spielplatz in Mödlitz. Außerdem beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Spielgerätekontrolle auf dem gemeindlichen Spielplätzen in Schneckenlohe, Beikheim und Mödlitz neu an ein Ingenieurbüro in Kulmbach zu vergeben.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat, dass auf einem circa 1000 Quadratmeter großen Grundstück der Gemeinde beim "Bohlshölzchen" eine Erstaufforstung vorgenommen wird. Der Gemeinde entstehen hierzu Kosten von rund 900 Euro. Gepflanzt werden sollen 350 Bergahorn und 100 Hainbuchen. Die Gesamtkosten, einschließlich einer Einzäunung belaufen sich auf 1500 Euro. Einstimmig beschlossen wurde auch die Verlängerung des Fischereipachtvertrages mit dem Fischereiverein "Anglerfreunde" Schneckenlohe für die Steinach um weitere zehn Jahre. Die jährliche Pacht wurde geringfügig erhöht.

In seinen Bekanntgaben informierte Bürgermeister Morgenroth den Gemeinderat über die Messung der Mischwasser- Einleitung in die Steinach und in den Schleichersgraben. Hierbei wurde besonders im Gemeindeteil Beikheim eine erhebliche Fremdwassereinleitung, wahrscheinlich von Grundwasser, in die Ortskanalisation festgestellt. Aus diesem Grund soll eine Kanalbefahrung durchgeführt werden, um die Ursachen beheben zu können.