Ob Blues, Country oder Folk - in der internationalen Rock- und Popmusikszene werden seit ein paar Jahren wieder die amerikanischen Mythen abgeklopft. Mit großem Erfolg wie die Charts-Platzierungen von Interpreten und Gruppen wie Houzier, "Mumford & Sons" oder Seasick Steve beweisen.

Wer den Blues in seiner ursprünglichen Form erleben will, der kommt an den Schmölzer Bluestagen nicht vorbei. Seit zwei Jahrzehnte schon ist der Ort zwischen Frankenwald und Oberem Maintal ein Hort der Bluesrockgemeinde: In diesem Jahr im Festzelt beim Schloss von Freitag, 5., bis Sonntag, 7. September.

Markenzeichen des ehrenamtlich auf die Beine gestellten Festivals ist die musikalische Völkerverständigung, die man seit Jahren pflegt. Auch die 21. Auflage macht da keine Ausnahme: Mit einer deutsch-amerikanischen Freundschaft wird der dreitägige Musikreigen eröffnet.

Hinter dem Namen "The Mark Bell Blues Band International'e" verbergen sich vier Meister ihrer Zunft: Der deutsche Gitarrenvirtuose und Sänger Jan Hirte sowie Chris Rannenberg, der als einer der besten Tastenzauberer Deutschlands gilt. Zu ihnen gesellen sich der texanische Mundharmonika-Maestro Mark Tex Bell (USA) und der amerikanische Drummer Lenjes Robinson.

Stammgast in Schmölz

Stammgast der Musikreihe ist die amerikanische Musiklegende Eb Davis. Als Mitglied der weltberühmten Soulband "The Drifters" ("Under The Boardwalk") kam er in den 70er Jahren erstmals nach Deutschland. Später beschloss er, hier zu bleiben. In Schmölz wird der Sänger von einer exzellenten Schar von Musikern begleitet, die aus Amerika, Deutschland, Kanada und Mozambique stammen: Saxophonist Willie Pollock, Pianistin Nina T. Davis, Gitarrist Jay "Bow Wow" Bailey, Bassist Carlos Dalelane, Schlagzeuger Lenjes "The Duke" Robinson sowie Trompeter und Flügelhornist Don Marriott.

Am Samstagabend legen die Musiker der deutschen Kapelle "Back On The Road" alte Klassiker neu auf und rücken Eigenkompositionen ins rechte Licht. "Rockiger Rhythm‚n‘Blues vom Feinsten", wie die Musikkritik immer wieder schreibt, ist das Markenzeichen von Fritz (Bass) und Sebastian Klappert (Schlagzeug) sowie Heiko Schmidt (Gitarre und Gesang), Olaf Nöll (Mundharmonika) und Guido vom Flockenberg (Gesang und Gitarre).

Mit dem amerikanischen Gitarristen und Sänger Dudley Taft klingt der Samstagabend aus. Gemeinsam mit Bassist Evan Sheeley und Schlagzeuger Scott Vogel serviert er eine edle Mixtur aus Shuffle, Swing und geradlinigen Rockbeats, die das Publikum in ein aufgewecktes Tanzvölkchen verwandeln soll.

Blues zum Nulltarif gibt es wieder beim Frühschoppen am Sonntag. Zu Kaffee und Kuchen, Bier und Braten spielen die tschechische "Dobré Ráno Blues Band" und die italienische Gruppe "Morblues", die bereits 2010 das Schmölzer Publikum zu Begeisterungsstürmen hingerissen hatte.

Während die tschechischen Musiker den Anfängen des Blues huldigen, spielen ihre Kollegen aus Bella Italia eine außergewöhnliche Mixtur aus Funk, Blues, Rhythm & Blues und Soul. Die Abendkonzerte beginnen jeweils um 20.30 Uhr, der Frühschoppen um 10.30 Uhr.