Von einer "großen Freude", sprach Renate Döring beim offiziellen Richtfest, zu dem sie - neben weiteren Verantwortlichen, Bewohnern und Mitarbeitern der Lebenshilfe - auch Vertreter der am Bau beteiligten Büros beziehungsweise Firmen sowie Ehrengäste aus Politik und Kirche begrüßen konnte.

Und in der Tat hatte die Vorsitzende der Lebenshilfe Kronach allen Grund zur Freude. Der Um- und Erweiterungsbau des ehemaligen Evangelischen Gemeindezentrums liegt voll im Zeitplan. Mit dem Richtfest wurde nun ein weiterer Meilenstein der ehrgeizigen Baumaßnahme erreicht, die im Herbst 2014 fertig gestellt sein soll.


2,9 Millionen Euro

Die Vorsitzende freute sich über das bislang unfallfreie Arbeiten. Mit dem insgesamt fast 2,9 Millionen Euro teuren Bau schafft die Lebenshilfe für 24 erwachsene Menschen mit einer geistigen und/oder Mehrfachbehinderung neue stationäre Wohnplätze. Die Bewohner werden in zwei Zwölfer-Gruppen - jeweils im Erdgeschoss und im ersten Stock - leben. Die Bewohner sollen Verantwortung für sich selbst und andere übernehmen. Regelungen zum Wohnen, Essen, Putzen und zur Freizeitgestaltung sollen weitgehend den Bewohnern überlassen bleiben beziehungsweise mit ihnen gemeinsam gestaltet werden. Aufgenommen werden Erwachsene mit geistiger und/oder Mehrfachbehinderung, die in der Regel die Werkstatt für Menschen mit Behinderung besuchen. Bewohner, die aus Altersgründen oder wegen gesundheitlicher Einschränkungen die Werkstatt nicht mehr besuchen können, werden im Rahmen der Tagesstrukturierenden Maßnahmen (TSM) betreut.

Auf Grund des stetig wachsenden Bedarfs hatte sich - so Renate Döring - die Lebenshilfe schon lange mit dem Gedanken getragen, neue stationäre Wohnplätze zu schaffen. Dass der Bedarf vorhanden ist, belege die Tatsache, dass alle Plätze bereits vergeben sind. Der Bau sei mit viel zusätzlichem Aufwand für die Verantwortlichen der Lebenshilfe verbunden.


Renate Dörings Lebenswerk

Die Glückwünsche der Stadt und des Landkreises Kronach übermittelte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW), der das Lebenswerk der Vorsitzenden herausstellte. Sehr freute er sich, dass mit dem Um- und Erweiterungsbau Menschen mit Behinderung ihre Heimat in Kronach finden.

Zimmerleute hatten ein mit weißen und blauen Schleifen verziertes Richtfest-Bäumchen am Dachstuhl des Wohnheims befestigt. Tradition ist auch der vom Zimmermann auf dem Dach gesprochene Richtspruch. Diese ehrenvolle Aufgabe wurde Caroline Gehring von der Zimmerei Gehring GmbH in Stadtsteinach zuteil. Der Bonbonregen fand unter den Jungen und Mädchen - überwiegend der Lebenshilfe und des Kreuzberg-Kindergartens - viele dankbare Abnehmer. Bestens ausgerüstet mit großen Tüten hatten diese bereits voller Ungeduld ausgeharrt.