Es war eine tolle Atmosphäre. Der Musikverein Steinbach am Wald legte sich mächtig ins Zeug und zog die Gäste mit verschiedenen Musikstücken, wie beispielsweise "Leningrad", in ihren Bann. Die anwesenden Vertreter aus Politik und Vereinen waren stolz. Stolz auf ihre Gemeinde und vor allem auf ihren Ehrenbürger, dem Seniorchef der Wiegand-Glas-Gruppe, Joachim Wiegand. Der 79-Jährige hat mit seiner Joachim-Wiegand-Stiftung dieses Projekt finanziert und sich somit einen "kleinen Traum" erfüllt.

Mit stehenden Ovationen bedankten sich die Steinbacher bei ihrem Ehrenbürger, der ihnen einen lang ersehnten Wunsch erfüllte. Dieser konnte seine Rührung nicht verbergen, seine Stimme geriet teilweise ins Stocken, als er von einem "langen und steinigen Weg" sprach. Er habe gedacht: "Wenn jemand etwas Gutes machen will, dann fragt man sich - wie man denn helfen und nicht wie man das verhindern könne!".

"Heute aber", so Joachim Wiegand, "sei ein Tag der Freude". Es habe ihn trotz allem auch Freude bereitet, "in meinen alten Tagen etwas bewegen zu können".

Und in der Tat. Durch sein Engagement wurde eine Rennsteighalle mit Mehrzwecknutzung, überwiegend bestehend aus Holz und Glas, geschaffen, die sämtliche Vereine der Großgemeinde Steinbach am Wald für sportliche und kulturelle Veranstaltungen nutzen können. Die Voraussetzungen, wie beispielsweise Sportgeräte, Basketballkörbe, Ringe, modernste Medientechnik etc., sind vorhanden. Auch für den Schulsportunterricht und für Trainingseinheiten kann die Rennsteighalle genutzt werden. Es steht außer Frage, dass dieses Projekt die gesamte Großgemeinde aufwertet.


Bescheidener Mann

Während all den Reden wurde deutlich, dass Joachim Wiegand ein bescheidener Mensch ist. So hat er es vorab abgelehnt, die Halle nach seinem Namen zu benennen. "Ich will mir kein Denkmal setzen!" Er bedankte sich bei allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben. Sein Dank galt zudem der Gemeinde, die das Grundstück zur Verfügung stellte. Danke sagte er zudem den Rennsteigschützen, aufgrund deren Entgegenkommen das Parkplatzproblem gelöst werden konnte. Dankbar war er auch, dass es während der Bauphase keinen Unfall gab.
Bürgermeister Klaus Löffler hob das große finanzielle und persönliche Engagement seines Ehrenbürgers hervor. "Sie sind nicht nur ein Kind Ihrer Gemeinde, sondern Steinbach ist nach wie vor Ihre Heimat!"

Er erinnerte daran, dass Joachim Wiegand zusammen mit seinem Cousin, Konrad Wiegand, die Wiegand-Unternehmensgruppe von 1965 bis 1996 erfolgreich lenkte und durch manche "rauhe See" führte. "Die Steinbacher sind stolz, Wiegand-Glas zu haben!". Er wies darauf hin, dass die Geschäftsführung von Wiegand-Glas seit jeher nicht nur Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung, sondern sich auch ihrer sozialen Verantwortung stellt. Er bezeichnete Joachim Wiegand als ein Vorbild und zitierte ihn: "Ich möchte den Menschen in der Region etwas zurückgeben!".

Seine Glückwünsche überbrachte auch der stellvertretende Landrat, Gerhard Wunder. "Sie haben ein Herz für die Region und ihre Menschen!" Lutz Treuner sprach von einem besonderen Tag für den Steinbacher Vereinsverbund (VVB). Die kirchliche Weihe nahmen Dekan Thomas Hauth und sein evangelischer Kollege, Hans-Peter Göll, vor. Für die Tanzeinlagen sorgte Petra Mahr-Richter mit ihrer Dance-Street Gruppe (Mittelstufe) vom Kaspar-Zeuß-Gymnasium.

Andreas Müller, der kurzweilig durch das Programm führte, wies darauf hin, dass der VVB, derzeit eine Bedarfsanalyse erstellt, um anschließend einen Hallen- und Nutzungsplan zu erstellen. Jeder Verein aus der Großgemeinde könne also Bedarf beim VVB melden. Am Samstag, 20. September, hat nun die Bevölkerung ab 14 Uhr die Möglichkeit, diese neue Halle zu besichtigen. Es finden verschiedene Aktionen für Kinder statt, ab 20 Uhr spielen Ali & Querchl.