Dass die Mehrheit der Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Rennsteig-Region für den weiteren Ausbau der Bundesstraße 173 zwischen Kronach und Lichtenfels ist, wurde am Donnerstagmittag deutlich. Eine Abordnung des Rennsteigvereins im Frankenwald, darunter auch die Zweiten Bürgermeister Dietmar Schmidt (Tettau, SPD) und Christian Schulz (Steinbach am Wald, CSU), überreichten Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine Liste mit knapp 5300 Unterschriften. Rund 1500 Unterschriften sammelte zusätzlich die Industrie- und Handelskammer in Unternehmen.

Der Bundesverkehrsminister kam zusammen mit MdB Hans Michelbach (CSU) - und er war von der Aktion und den Plakaten völlig überrascht. "Meistens wird gegen etwas demonstriert, hier wird für was demonstriert", staunte er und versprach: Die Aufforderung und die Unterschriften würden ihm Verpflichtung sein, den Ausbau der B 173 voranzutreiben.

Der Rennsteigverein hatte im März eine Unterschriftenaktion in den Betrieben der Rennsteig-Region initiiert. Zusätzliche Listen lagen in den Rennsteig-Gemeinden aus. Auch die IHK dockte sich an und wurde aktiv.
Der Vorsitzende des Rennsteigvereins, Wolfgang Feuerpfeil, ging in seiner Rede auf die hohe Industriedichte in der Rennsteig-Region ein, für die eine effektive Verkehrsanbindung existenznotwendig sei. Allein die drei Glashütten stellten über 2000 direkte Arbeitsplätze zur Verfügung. Sie hätten in den vergangenen zwei Jahren 140 Millionen Euro in ihre Standorte investiert. Jeder zweite Arbeitsplatz in der Region hänge indirekt von den Glashütten ab.

Bevölkerung ist sehr aktiv

Feuerpfeil wies darauf hin, dass seit der Gründung des Vereins im Jahr 2007 durch die Bevölkerung vieles, wie beispielsweise das Tropenhaus, bewegt worden sei. Die Bürger seien aktiv, packten an, aber "wir können keine Straßen bauen".

Der Vizepräsident der IHK, Hans Rebhan, bezeichnete den Ausbau der B 173 als das bedeutendste Verkehrsprojekt, von dem auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen abhänge. Es werde in den Medien oft der Eindruck erweckt, dass die Mehrheit der Bevölkerung gegen den "vierspurigen" Ausbau sei, das entspreche aber nicht der Realität. Die Befürworter seien in der Mehrheit.

MdB Hans Michelbach sprach von der größten Industriedichte (150 Industriebeschäftigte pro 1000 Einwohner) und von einem Strukturwandel. Mit Blick auf den Unternehmer Nikolaus Wiegand meinte er: "Wir haben großartige Unternehmen, die in der Hidden-Champion-League spielen." Für diese seien aber ein ordentlicher Transfer und Export lebensnotwendig. Gerade die aktuelle Situation bei Loewe zeige, wie wichtig der Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region sei - und dazu gehöre nunmal die Hauptverkehrsader B 173.

Peter Ramsauer bezeichnete den Norden Bayerns als "wahnsinnig wirtschaftsstark". Er erinnerte an den Verkehrswegeplan von 1992. Damals seien entscheidende Fehler gemacht worden. Man sei davon ausgegangen, dass durch einen Ausbau der Straßen auch der Verkehr zunähme. Er prognostizierte in den nächsten Jahren einen Güterzuwachs in Höhe von 70 Prozent. Keinen Zweifel ließ er daran, dass die Straße der Verkehrsträger Nummer 1 bleiben wird. Und allein aus diesem Grund müssten Hinterland-Anbindungen zu den Achsen geschaffen werden. Aber er ergänzte: "Wer alles klagt und was alles klagt!" Und er ließ wissen: "Ein Planfeststellungsbeschluss ist noch lange kein Baurecht".

Jürgen Baumgärtner, Kreisvorsitzender der Frankenwald-CSU, forderte Ramsauer auf, für die Einführung der Maut zu kämpfen. Von den dadurch gewonnenen Einnahmen würde auch der Landkreis Kronach profitieren.

An Kreisverkehr erinnert

Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) wies darauf hin, dass unbedingt ein Kreisverkehr auf der Südbrücke geschaffen werden müsse. Wichtig sei auch eine Abbiegespur bei der Stockardsbrücke, um den Verkehr in der Industriestraße zu entlasten.