"Die Grundschule Reitsch ist ein sicherer Ort in der Gemeinde Stockheim. Hier sind 20 ausgebildete Bodyguards, die in Selbstverteidigung hervorragend ausgebildet sind", sagte Bürgermeister Rainer Detsch zur Gratulation der Schüler der Klasse 4 a zum Abschluss eines Kurses "Nicht mit mir" in der Turnhalle Reitsch.

Der Lehrgang lief von November bis jetzt und endete mit einer Vorführung des Gelernten am Donnerstag in der Turnhalle Reitsch. Eltern, Lehrer und Mitschüler sowie der Bürgermeister waren Zuschauer und sehr angetan vom Können der Kinder.

Auf Vermittlung des Trägers der Mittagsbetreuung, des Caritasverbandes für den Landkreis Kronach, kam dieser Selbstverteidigungskurs für die Ganztagsklasse zustande, informierte Rektorin Astrid Kestel. Kinder für das Leben stark zu machen sei der Auftrag der Schule. Dazu gehöre auch, Gefahren erkennen und ihnen entgegenzuwirken, deshalb sei sie dankbar, dass sich die Schüler der Ganztagsklasse am Gewaltpräventionskurs beteiligten.

Die Ju-Jutsu Trainer Alfred Busse und Heike Bittner erläuterten das dreistufige Konzept, das aus Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung besteht.

Laut "Nein" rufen

Hennes Lang und Christian Kaim waren zwei der selbstbewussten Kinder, die Rede und Antwort standen und berichteten, was sie gelernt haben. "Wir wissen uns einem Fremden gegenüber zu behaupten, wenn uns der zu nahe kommen sollte. Die Hauptwaffe ist dabei zuerst einmal unsere Stimme. In der Stimme liegt eine Stärke,
wenn wir laut ,Nein' rufen.

Zum Selbstbewusstsein gehört aber auch Notwehr und Nothilfe. Die Notwehr ist die Selbstverteidigung wenn ich direkt angegriffen werde. Nothilfe ist es, wenn ich anderen Schülern oder Personen zu Hilfe komme und ihnen zur Seite stehe, wenn sie von fremden Personen bedroht werden", erklären Hennes und Christian abwechselnd.

"Ich bin stark und mutig" behaupteten sie auch im Namen ihrer Mitschüler. Und sie zeigten es eindrucksvoll, als sie mit nur einen Schlag ein 1,8 Zentimeter starkes Brett mit bloßer Hand durchschlugen.

Anschließend wurde die Falltechnik demonstriert, denn auch das ist wichtig, dass man beim Fallen seinen Kopf schützt. Zum Lehrkonzept gehörten aber auch Deeskalation und Abwehrtechniken genauso wie das Erkennen von Gewalt und das Schaffen von Notinseln. Notinseln sind Orte, wo mehrere Menschen sind, die helfen können.

Entspannungspädagogin und Ju- Jutsu-Trainerin Heike Bittner informierte darüber, dass dieses Gewaltpräventions-Konzept schon mehrere Male ausgezeichnet wurde. "Nicht mit mir" erhielt den Preis "Große Sterne des Sports" im Jahr 2012 und wurde 2014 vom "Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und Gewalt der Bundesregierung" entsprechend gewürdigt.

Jeder Teilnehmer nahm zum Schluss stolz seine Urkunde entgegennehmen und das durchgeschlagene Brett als Trophäe des Erfolgs.