Olaf Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), kam auf Einladung von Peter Hagemann, Leiter des Forstbetriebs Rothenkirchen, zum 25. Jubiläum des Umweltmonitorings und des Aufbaubeginns der Waldklimastationen in Bayern in den Frankenwald.

19 komplette Messbetriebe gibt es in Bayern. Einer davon befindet sich am Rennsteig zwischen Steinbach am Wald und Ludwigsstadt und ist Teil dieses mittlerweile europaweiten Messnetzes vom Nordkap bis zu den kanarischen Inseln, erörterte Hans-Peter Dietrich, Mitarbeiter der Abteilung Boden und Klima in der LWF in Freising.


Ökologische Erfolgsbilanz

Die Klima-Messstation am Rennsteig wird auch Waldklimastation Rothenkirchen genannt, weil sie sich im Bestand des Forstbetriebs Rothenkirchen befindet. Dietrich präsentierte eine ökologische Erfolgsbilanz. Die Waldklimastation Rothenkirchen wurde errichtet beim umfassenden Monitoring von Waldökosystemen, das 1989 mit dem Aufbau der bayerischen Waldklimastationen begann, erinnerte Olaf Schmidt. Damals suchte man nach den Ursachen vor allem der Schwefeldioxid- und der Waldbodenbelastungen schlechthin. Schmidt stellte fest, dass man durchaus Erfolge der Mitte/Ende der 1980er Jahre begonnenen Luftreinhaltungspolitik nachweisen könne.

Dietrich erörterte die einzelnen Rothenkirchner Werte und wie sie in der Landesanstalt aufbereitet werden. Voraussetzung hierfür sei eine ständige Betreuung vor Ort. Dafür ist der örtliche Revierleiter zuständig. Revierleiter Sebastian Kauppert schickt täglich mehrere Messdaten nach Freising. Die Erfolge der Luftreinhaltung sind enorm und erfreulich. So habe das "Regenwasser am Rennsteig nahezu Mineralwasserqualität", freuen sich die Experten.

Gemessen wird alles, was mit Wettereinflüssen zu tun hat und was über den Baum in den Boden einsickert. Saurer Regen und der damit zusammenhängende Schwefeleintrag sind in den vergangenen Jahren um 60 bis 90 Prozent zurückgegangen.


Es wird immer wärmer

Seit den 1990er Jahren ist die durchschnittliche Sommertemperatur um 1,5 Grad Celsius angestiegen. Auch das kann mit den Daten der Waldklimastation Rothenkirchen belegt werden. Doch auch Extremwetterverhältnisse mehren sich. Zwei Jahrhundertextreme in den vergangenen 15 Jahren machen Sorgen. "Deshalb müssen wir dranbleiben, insbesondere auch die Politik", sagt Dietrich. Zusammenfassend stellte er klar: "25 Jahre forstliches Umweltmonitoring sind ein Erfolg für die Gesellschaft und unseren Wald." Letztlich sei klar, dass ein Klimawandel stattfinde.

Die Ergebnisse der Auswertungen seien eine wichtige Grundlage für forstliche Weichenstellungen, betonte Forstbetriebsleiter Hagemann. Eindeutig sei, dass es zunehmend eng werde für die Fichte. Schon jetzt häufen sich niederschlagsarme Sommer. Die Fichte, die über Jahrhunderte der Brotbaum des Frankenwaldes war, werde geschwächt und damit anfällig gegen den Borkenkäfer: "Bei weiter steigenden Durchschnittstemperaturen werden deshalb die Mischbaumarten wichtiger."

Das schlage sich unmittelbar in der forstlichen Planung für den Frankenwald nieder.



Fit für die Zukunft

"Jeder künftige Waldbestand soll mindestens vier verschiedene Baumarten aufweisen. Die Fichte wird durch ihre üppige natürliche Ansamung selbst für Nachwuchs sorgen. Aufgabe der Förster ist es, ihr ausreichend Buchen, andere Laubhölzer, Tannen, Douglasien oder Lärchen zur Seite zu stellen. Das macht den Frankenwald von morgen deutlich vielfältiger, stabiler und klimatoleranter, kurz gesagt: fit für die Zukunft", prognostiziert Forstbetriebsleiter Peter Hagemann.