Wer an der Volksschule Weißenbrunn nun die erste Geige spielt, war gestern nicht zu überhören: Der neue Schulleiter Ralf Knöchel wurde bei seiner offiziellen Amtseinführung nicht nur mit herzlichen Worten willkommen geheißen, sondern auch auf musikalische Art und Weise.

"Deine alte Schule ist wie ein neues Leben", so lautete der etwas ungewöhnliche Titel des Liedes, das sein neues und zugleich altes Lehrerkollegium anstimmte. "... uns wär, als ob Du nach Hause gekommen wärst", damit gab es jedoch genau die Stimmung des gestrigen Tages wider.


Schulleiter kennt sich gut aus


"Dir etwas über die Schule zu erzählen, wäre, wie Wasser in die Rodach zu schütten", meinte dann auch Bürgermeister Egon Herrmann (SPD) an den neuen Schulleiter gewandt. Dieser war bereits von 2001 bis 2011 an der Schule tätig, wobei er zwei Jahre lang den gesundheitlich angeschlagenen Rektor Ströhlein vertreten hat.

Auch Knöchel merkte man an, wie sehr er an der Schule hängt und wie gern er - nach seinem einjährigen "Gastspiel" als stellvertretender Schulleiter der Grundschule Burgkunstadt-Mainroth - nach Weißenbrunn zurückkam. "Ich bin glücklich, wieder hier zu sein. Wenn ich auf einen Zettel alle Gründe geschrieben hätte, warum ich wieder hier bin, dann wäre er schwarz gewesen. Mir fällt nämlich kein einziger Grund ein, der dagegen sprechen würde", so der gebürtige Nordhalbener, der mit seiner Ehefrau Nicole Knöchel und den vier gemeinsamen Kindern in der Gemeinde Weißenbrunn wohnt.


In ruhiges Fahrwasser kommen



Das "Schiff" Volksschule Weißenbrunn habe in den vergangenen Jahren viele Turbulenzen überstehen und manche Klippe umschiffen müssen; jetzt müsse Ruhe einziehen. "In dieser Schule menschelt es, da ist Leben drin", meinte Knöchel. Die Passagiere des Schiffs seien die Kinder. "Unsere Aufgabe ist es, sie sicher durch das Meer zu schippern. Dabei spielen Werte eine große Rolle", war sich Knöchel sicher.

Seine eigene Berufswahl habe erst relativ spät festgestanden. Und er habe früher nie gedacht, einmal Schulleiter zu werden, unterstrich Knöchel.

Er las einen Zettel vor, den er vor mehreren Jahren von einer Schülerin erhalten hatte. "Lehren ist eine Arbeit des Herzens", stand darauf. "Mein Beruf ist das Lehren, ist die Arbeit mit Kindern, deren Wohl immer im Mittelpunkt stehen muss", betonte er.


Aus dem Schüler wird ein Schulleiter



Wie bei solchen Anlässen üblich, gab es auch in Weißenbrunn einige Reden. Diese fielen allerdings sehr locker aus. Bürgermeister Herrmann freute sich, dass die lange Zeit der Vakanz vorbei ist und der Schulleiter-Posten mit dem passenden Kandidaten besetzt wurde. Dieser habe an der Schule bereits zehn Jahre lang sehr gute Arbeit geleistet. Herrmanns Dank galt Gisela Gebert-Hartenstein, die mit großem Engagement zuletzt kommissarisch die Schulleitung inne hatte.

Schulrat Mario Schmidt schilderte Knöchels Laufbahn. Nach der Grundschulzeit an der Volksschule Nordhalben von 1978 bis 1983, besuchte dieser von 1983 bis 1992 das Frankenwald-Gymnasium in Kronach. Es folgte von 1993 bis 1998 das Studium in Bayreuth, bevor Knöchel 1998 seine erste Lehramtsanwärter-Stelle in Mitwitz antrat. 2000/2001 war er für ein Jahr an der Pestalozzi-Schule Kronach, bevor er von September 2001 bis 2011 an der Volksschule Weißenbrunn tätig war. Dann folgte ein Schuljahr in Burgkunstadt-Mainroth.


Andere Anforderungen als früher


Schmidt verdeutlichte die veränderten Anforderungen an einen Schulleiter. Habe es sich dabei noch vor 30 oder 40 Jahren weitgehend um das Aufnehmen von Anordnungen von oberer Stelle gehandelt, sei es nun Schulmanagement. "Es geht darum, der Schule Profil zu geben und selber viel auf den Weg zu bringen", erklärte er. Hierfür habe man mit Knöchel, dem er Gewissenhaftigkeit, Fleiß, Tatkraft und Entscheidungsfreude attestierte, eine gute Wahl getroffen.

Seitens der Kirchengemeinden Weißenbrunn und Hummendorf gratulierte Stefan Porzelt dem neuen Schulleiter.