Der Februar ging, der Winter kam zurück. Zum Monatswechsel gab es bis in die flacheren Lagen des Frankenwaldes hinein wieder reichlich Schneefälle. Es zeichnet sich ab, dass der Winterdienst weiter in Alarmbereitschaft bleiben muss. Vor allem am Rennsteig gibt es bei dieser Witterung alle Hände voll zu tun. Von dort kam heuer auch schon Kritik.

Erst in der jüngsten Kreistagssitzung hatte sich der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (CSU) darüber beschwert, dass es kürzlich Stunden gedauert habe, ehe die Hauptstraßen am Rennsteig vom Schnee befreit worden seien. Reinhold Heinlein (CSU) hinterfragte, ob die Kooperation zwischen Landkreis und Staatlichem Bauamt unter diesen Umständen sinnvoll geregelt sei.

Die Verantwortlichen der beiden Stellen haben keinen Zweifel daran, dass diese Zusammenarbeit funktioniert. Oftmals ist es ihrer Erfahrung nach einfach das persönliche Empfinden, das vor Ort das Bild vom Winterdienst eintrübt. "Der Verkehrsteilnehmer, der bei winterlichen Verhältnissen auf der Straße unterwegs ist, sieht nur durch das Zeitfenster des Moments, er sieht nicht das, was davor oder danach passiert", meint Jürgen Woll, der Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg.


Schneedecke nicht geschlossen

Als Beleg holt der Straßenmeister des Staatlichen Bauamtes, Joachim Martin, einige Straßenfotos vom Rennsteig vom umstrittenen 20. Februar hervor. Sie zeigen, dass man unmittelbar vor dem Räumen sogar noch den dunklen Asphalt durch den Schneematsch erkennen konnte. 19 Minuten nach der Alarmierung war das zuständige Fahrzeug dann schon unterwegs. Schneller geht es aus Sicht des Straßenmeisters kaum.

Der Haken ist, dass ein Räumfahrzeug für den Umlauf auf seiner Strecke eben rund zweieinhalb bis drei Stunden benötigt. Und somit kann der Schnee nicht überall von einer Minute auf die andere verschwunden sein. Selbst ein zusätzliches Fahrzeug für den nördlichen Landkreis würde die Umlaufzeiten maximal um 15 Minuten verkürzen, ist Gunther Dressel vom Landratsamt überzeugt.

Die Vorbereitungen laufen aber schon viel früher an. "Um 3 Uhr war die Fahrbahn feucht", blickt Martin auf den 20. Februar zurück. Bereits von 3.30 bis 7.30 Uhr sei deswegen eine präventive Streuung durchgeführt worden, um die Bildung von Eisplatten zu verhindern. Dabei seien die Fahrzeuge im Norden als vordringlich erachtet worden.

Um 10.10 Uhr sei Schneefall gemeldet worden, um 10.40 Uhr seien alle Fahrzeuge draußen gewesen. Wann wo geräumt oder gestreut wurde, lässt sich minutiös aus den Unterlagen im Bauhof ablesen.

"Wir können nicht räumen, wenn der Schnee noch nicht liegt", erklärt Woll mit einem Schmunzeln. Martin ergänzt: "Schlechtestenfalls dauert es dann eben drei Stunden, bis das Fahrzeug auf seiner Tour an die letzte Stelle kommt." Dass es aber längst auf der Strecke ist, "das sehen die Leute eben nicht".


Dampf ablassen

Dann passiert gerne etwas, dass Gunther Dressel nur zu gut kennt. Er ist im Sachgebiet Kreisstraßen des Landratsamtes tätig und wird dabei mit den Sorgen so mancher Autofahrer konfrontiert. "Die Leute rufen an. Ihr Problem: weiße Straßen. In dem Moment haben sie das Handy griffbereit und können erst einmal Dampf ablassen", erklärt Dressel und zeigt Verständnis für die Sichtweise der Verkehrsteilnehmer.

Der Bauhofleiter des Landkreises, Ludwig Pötzinger, sieht in solchen Situationen gar eine Bestätigung für die Kooperation zwischen Landkreis und Bauamt: "Da sieht man, dass es gut ist, eine zentrale Stelle für den ganzen Landkreis zu haben." Und insgesamt steht für ihn ohnehin fest: "Die Bundesstraße 85 wird heute schneller und besser geräumt als früher."