Schwer zu sagen, wer beim Festakt mehr "strahlte": der knallrote, auf Hochglanz polierte Wagen vor der Turnhalle oder die Floriansjünger.

In der Turnhalle begrüßte Kommandant Frank Fischer die Gäste. Der Wehr sei es ein großes Anliegen, dass das Fahrzeug bei einer Weihe unter den Segen Gottes und den Schutz des Heiligen Florians gestellt werde, sagte er und stellte das Fahrzeug und den Weg seiner Beschaffung vor.

Hochmodern

"Das neue Fahrzeug ist eines der modernsten im Landkreis", freute er sich. Über zwei Jahre habe es gedauert, bis alle Gremien zugestimmt hätten und die Finanzierung gesichert gewesen wäre. Seitens des Feuerwehrvereins beteiligte man sich ebenfalls bei der Beschaffung. Es wurde die Ladeeinrichtung im Wert von rund 2000 Euro beschafft. Weiterhin will man noch einen Kompressor für die Drucklufteinspeisung des Fahrzeuges und einen großen Hochdruckreiniger anschaffen.

Hinzu kommt der Verkauf des alten Rettungssatzes, der 1995 zu zwei Drittel vom Feuerwehrverein beschafft worden war. "Da wir in den vergangenen Jahren rund 40 000 Euro vom Feuerwehrverein in den Feuerschutz investiert haben - oft natürlich auch mit Privat- beziehungsweise Firmenspenden, fällt der Zuschuss von unserer Seite geringfügig aus", erklärte Fischer.

Sein Dank galt all den Unterstützern das ganze Jahr über, dem ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Förtsch und dem Gemeinderat der Wahlperiode 2008 bis 2014 für den einstimmigen Beschluss. Zweiter Kommandant Christian Peter habe viel Freizeit für die große Beschaffungsmaßnahme geopfert - beispielsweise für die vielen Besichtigungen auf Messen, die Ausarbeitung der europaweiten Ausschreibung, Gespräche bei der Regierung und Telefonate mit den Herstellern.

Von einem "historischen Ereignis" sprach Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner. "Das neue Fahrzeug wird euch nicht die Arbeit abnehmen, aber es wird sie euch erleichtern und sicherer machen", zeigte sie sich sicher. Verbunden mit dem Wunsch eines unfallfreien Fahrens überreichte sie Fischer den symbolischen Schlüssel.

Stellvertretender Landrat Wolfgang Beiergrößlein sagte der Wehr Dank für ihren wichtigen Dienst, der immer wieder eine Herausforderung darstelle. "Menschen wir ihr sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält", sagte er an die Feuerwehrleute gewandt. Die Anschaffung des neuen Fahrzeugs stelle zugleich eine große Wertschätzung gegenüber der Wehr dar.

Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger gratulierte zum sehr funktionellen Fahrzeug. Sein Dank galt auch der Gemeinde für die finanziell nicht leicht zu stemmende Neuanschaffung. Gleichzeitig betonte er, dass das Fahrzeug nicht für die Feuerwehr, sondern für die Allgemeinheit angeschafft worden sei.

Regen beim Segen

Die Segnung des Fahrzeugs hatte zuvor im Rahmen eines Gottesdienstes unter freiem Himmel Pfarrer Erwin Lohneisen vorgenommen. Viel Weihwasser war nicht von Nöten, denn - nachdem das Wetter die komplette Heilige Messe standgehalten hatte - ging im Moment der Segnung ein ergiebiger Regenguss nieder.

Bei der Gründung der Wehr sei Nachbarschaftshilfe noch selbstverständlich gewesen, sagte der Pfarrer in seiner Predigt. Heute jedoch, in einer Zeit, in der die Menschen durch das Internet scheinbar näher zusammengerückt seien, höre die Nachbarschaft oft schon an der eigenen Haustür auf. In dieser Zeit der nachlassenden Solidarität leiste die Feuerwehr ohne jeglichen Eigennutz Hilfe in höchster Gefahr.

Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes wie auch des Festakts sorgten der Musikverein und der Männerchor "Cäcilia 1887" Wilhelmsthal sowie Organist Hans Pittroff. Am Nachmittag hatten die Gäste viel Spaß bei einem Familiennachmittag. Thomas Schreiner überreichte der Wehr namens des Zigeunerfaschingsclubs eine Spende von 500 Euro aus den Erlösen des Zigeunerfaschings.

Das neue HLF 10 hat ein Gesamtgewicht nach Norm von 13 Tonnen, Allradantrieb und einen 1000 Liter fassenden Wassertank für den Ersteinsatz, ohne dass zuvor eine Wasserversorgung aufgebaut werden muss. Die maximale Pumpenleistung der fest eingebauten Heckpumpe beträgt 3500 Liter in der Minute, zusätzlich ist seitlich eine Tragkraftspritze verlastet. Außerdem können sich schon während der Anfahrt die Atemschutzträger entsprechend ausrüsten. Das Fahrzeug transportiert im Einsatzfall eine Löschgruppe, also insgesamt neun Personen.

Das Fahrzeuggestell kostete rund 72 000 Euro, die Aufbauten 185 743 Euro und die Ausrüstung 92 771 Euro. An Zuschüssen von Land erhält die Gemeinde 69 000 Euro für diese Anschaffung. Für das schon 34 Jahre alte Altfahrzeug konnte die Gemeinde einen Verkaufswert von 1500 Euro erzielen