Jens Laußmann aus dem Raum Saalfeld ist auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle nach Bamberg schon oft an Kronach vorbeigefahren. Ab 1. August wird das nicht mehr der Fall sein, denn dann befindet sich sein Arbeitsplatz im Ämtergebäude in der Kulmbacher Straße. Der 39-jährige Thüringer wird neuer Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg. Dort ist er noch einen Monat Abteilungsleiter für den Kreis Lichtenfels sowie für Zentrale Bauaufgaben, Verkehrstechnik und Betriebsdienst. Jetzt hat er nur noch die halbe Strecke zur Arbeit, muss sich keine Wohnung am Dienstort mehr nehmen wie das bisher der Fall war.

Am Montag, 1. August, wird Jens Laußmann den Stuhl des Leiters der Servicestelle Kronach einnehmen. Auf dem saß bisher Jürgen Woll. Der geht nach knapp vierjähriger Tätigkeit in Kronach in den Ruhestand, ist aber schon nicht mehr in der Servicestelle, weil er seinen Resturlaub abfeiert. In der Interimszeit übernimmt der Bereichsleiter Straßenbau, Uwe Zeuschel, die Leitung der Servicestelle Kronach mit. Einen Tag pro Woche ist Zeuschel in Kronach, an den restlichen Tagen lenkt er die Geschicke der Servicestelle von Bamberg aus. Die Hauptarbeit lastet auf den Schultern der Sachgebietsleiter Engelhardt, Deuerling und Holzheimer.


16-stündiges Zeitfenster

Auf Bauoberrat Jens Laußmann wartet eine Reihe von Projekten, die er vollenden darf. An erster Stelle stehen die Umgehung Zeyern und der Kreisverkehr an der Kronacher Südbrücke. Dort muss noch der Bypass von der Wachtersmühle in Richtung Ludwigsstadt gebaut werden. Das ging bisher nicht, weil die alte und marode Bogenbrücke des Radwegs über die Bahn im Weg ist. Aber nicht mehr lange. In der zweiten Augusthälfte gewährt die Bahn dem Bauamt ein 16-stündiges Zeitfenster, in dem die Brücke abgebrochen werden darf. Dann kann der Durchlass für den Grenzbach weitergebaut, der Bypass errichtet werden. Das wird für eine erhebliche Entzerrung des Verkehrsflusses von der Wachtersmühle zum Kreisel sorgen, denn der in Richtung Nordbrücke fließende Verkehr muss nicht mehr den Umweg durch den Kreisverkehr nehmen.

Eine Mammutbaustelle wartet mit der Umgehung Zeyern auf Jens Laußmann. Die Vorbereitungen sind von Jürgen Woll und seinem Team getroffen, die Arbeiten laufen. Heuer ist das Jahr des Brückenbaus. Die Brücke über die Gemeindeverbindungsstraße Roßlach-Zeyern ist bereits im Bau, die große Rodachbrücke mit fast 100 Metern Spannweite folgt in Kürze. Die Brücken braucht man laut Jens Laußmann vor allem auch wegen des Massentransports an Material, der für das Jahr 2017 geplant ist. 2018 wird "schwarz gemacht", das heißt, der Asphaltaufbau und die Restarbeiten sind vorgesehen. Ende 2018 soll die Umgehung Zeyern in Betrieb genommen werden.


40-Millionen-Euro-Projekt

Die Lerchenhoftrasse bei Johannisthal - die Weiterführung des zweibahnigen Ausbaus der Bundesstraße 173 und die Anbindung von Bundesstraße 303/Staatsstraße 2200 - ist ein 40-Millionen-Euro-Projekt und bindet erhebliche Personalkapazitäten des Bauamts. Bereichsleiter Uwe Zeuschel sah den Klagen von Bund Naturschutz und Markt Küps gegen dieses Projekt gelassen entgegen. Die allgemeine Einwendungsfrist war am vergangenen Dienstag abgelaufen, die der Marktgemeinde Küps am vergangenen Donnerstag.

Die Erneuerung der Asphaltschicht der Bundesstraße 85 in Steinbach am Wald läuft bereits. Der erste Abschnitt ist bereits herausgefräst. Die Umleitung erfolgt von Förtschendorf über Teuschnitz und Haßlach nach Steinbach am Wald. Jens Laußmann hofft, dass die Arbeiten an der "ewigen Brücke" über die Bahn bei Lauenstein zügig fortgesetzt werden können. Dort ist eine örtliche Umleitung für den Pkw-Verkehr eingerichtet. Alle Fahrzeuge über 2,8 Meter Höhe passen jedoch nicht durch die Unterführung der Bahnstrecke und müssen eine weiträumige Umleitung fahren.

Auch im Kreis Coburg wartet eine Reihe von Projekten auf Umsetzung und Fertigstellung. Beim Nordring Coburg der Bundesstraße 4 läuft die Deckensanierung des vierstreifigen Teils von der Rodacher Straße bis zur Autobahn noch bis Herbst.


Dreistreifige Abschnitte

Bei der Verlagerung der Staatsstraße nach Bad Rodach aus Neuses heraus liegt noch ein Berufungsfall beim Verwaltungsgerichtshof, soll aber bald entschieden werden.

Auch der dreistreifige Ausbau der Bundesstraße 303 von der Bezirksgrenze nach Unterfranken bei Oberelldorf bis zur B 4 und von dort aus weiter Richtung Johannisthal wird Jens Laußmann noch einige Jahre beschäftigen. Zwischen Coburg-Süd und Johannisthal sind sieben dreistreifige Abschnitte geplant, zwischen Oberelldorf und der B 4 auch einige solche Streckenabschnitte, damit der Schwerverkehr überholt werden kann.


Die Vita des neuen Leiters

Bauoberrat Jens Laußmann (39) wird neuer Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg. Die Servicestelle zeichnet für die Planung, den Bau und die Erhaltung der Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Kronach und Coburg verantwortlich.

Jens Laußmann wurde in Weimar geboren und wohnt im Kreis Saalfeld-Rudolstadt. Er hat an der Bauhaus-Universität Weimar Bauingenieurwesen studiert und trat nach dem Diplom - nach einer kurzen Zeit in einem Weimarer Ingenieurbüro - als Baureferendar in die bayerische Staatsbauverwaltung ein.

Die erste berufliche Station des jetzt 39-Jährigen führte ihn 2006 nach der Staatsprüfung kurz an das Bauamt Regensburg, bevor er an die Autobahndirektion Südbayern gerufen wurde und dort als Planungsreferent an der Machbarkeitsstudie für den Autobahnabschnitt A 99 Südring München und am Planungsdialog für den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn A 8-Ost mitwirkte.


Ehrfurcht und Respekt

Im April 2010 wechselte Jens Laußmann an das Staatliche Bauamt Bamberg. Dort war er zuletzt für den Straßenbau und die Straßenverwaltung im Kreis Lichtenfels sowie den Betriebsdienst und das Verkehrsmanagement zuständig.

Der 39-Jährige übernimmt die Servicestelle Kronach nach eigenem Bekunden mit Ehrfurcht und großem Respekt vor den Leistungen seiner Vorgänger und dem Engagement der Kronacher Mitarbeiter.