Der Küpser Bürgermeister Herbert Schneider will noch während seiner Amtszeit die Entwicklung eines Freizeitsees mit Randanlagen vorantreiben. Als Standort schwebt ihm das Gebiet zwischen Tüschnitz und Nagel vor.

Neben Stockheim finden auch in der südlichsten Gemeinde des Landkreises Kronach im Februar 2017 Bürgermeisterwahlen statt. Im Gegensatz zu dem Stockheimer Amtsinhaber Rainer Detsch (FW), kann der Küpser Bürgermeister Herbert Schneider aus Altersgründen nicht mehr um den Chefsessel im Rathaus kandidieren.
Offiziell haben sich die drei Fraktionen in Küps noch nicht auf einen Bürgermeisterkandidaten festgelegt. Noch im März, so der SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Lau, will man innerhalb der engeren Vorstandschaft Gespräche führen.

Wer für die SPD infrage kommen könnte, darüber wollte keiner Auskunft geben. Nur so viel: "Es gibt mehrere mögliche Kandidaten!"

Auch die CSU-Fraktionsvorsitzende, Ursula Eberle-Berlips, hält sich bedeckt. Die Öffentlichkeit werde zur gegebener Zeit informiert. "Wir werden wohl kaum einen Kandidaten ins Rennen schicken", so die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Helga Mück. Sie begründet dies damit, dass sich derzeit keiner und keine in ihren Reihen befindet, der dieses Amt anstrebt.

Welchen Kandidaten die Freien Wähler unterstützen werden, hängt also von der Person ab, die die SPD beziehungsweise die CSU ins Rennen schicken wird, so Mück.


17 Jahre an der Spitze

Derweil sprühe Herbert Schneider vor Motivation. Er wolle seinem Amtsnachfolger eine Basis hinterlassen, auf der der Nachfolger aufbauen kann. Er will Akzente setzen, so wie es seine Vorgänger Raimund Schramm und Oswald Marr gemacht haben. Und er rät seinem Nachfolger: "Wichtig ist die Liebe zu diesem Amt."
Seit nunmehr 17 Jahren steht Herbert Schneider an der Spitze im Küpser Rathaus. Dass er vor 15 Jahren nicht den Antrag zur Planfeststellung für den Freizeitsee unterschrieben hat, bedauert er mittlerweile. Auf die Gründe wollte er aber nicht eingehen.

Mittlerweile hält er einen Freizeitsee in seiner Gemeinde für die Tourismus- und Freizeitentwicklung als wichtig. Er gerät ins Schwärmen, wenn er davon spricht, dass dieser Freizeitsee mit Tennisanlage, Kinderspielplatz und Bewirtungsmöglichkeit in unmittelbarer Nähe des Golfplatzes entstehen könnte.


Privater Investor für Freizeitsee

Dieses Areal könnte mit einer Achse über Degen/Au nach Hummendorf, dem Flößendorf Neuses über das Wehr bis zur Festung Rosenberg und dem Schlossrundwanderweg in Verbindung gebracht werden. Sein Wunsch nach einem Freizeitsee habe aber nichts damit zu tun, dass dies ein Landratskandidat als "Big Point" ins Spiel gebracht habe.

Schneider stellt aber auch klar, dass weder die Gemeinde Küps, noch der Landkreis einen Freizeitsee finanziell stemmen können. Letztgenannte Behörde müsse sich mit Straßen, Schulen und Schulwegbeförderung auseinandersetzen.

Ihm schwebt ein privater Investor vor, der von der Gemeinde und auch von staatlicher Seite aus in Form von Förderungen unterstützt wird.


Neue Baugebiete ausweisen

Weiterhin will er noch die Ausweisung von Baugebieten in die Wege leiten. Denn die Nachfrage nach Bauland sei in Küps groß. Im Baugebiet "Melm II" mit den 62 Bauplätzen seien kaum noch Kapazitäten vorhanden. Im Baugebiet "Mittlerer Gries" sollen 60 barrierefreie Wohnungen entstehen. Weiterhin gelte es, neue Industrieflächen zu erschließen.
Die Energie in seiner Stimme ist nicht zu überhören, wenn er von dem Beginn der Dorferneuerung in Burkersdorf und Oberlangenstadt spricht. Zudem will er noch in diesem Jahr die Planungen für den Neubau der Grundschule und der Turnhalle auf den Weg bringen.
Stolz ist Schneider, dass in seiner knapp 8000 Einwohner zählenden Gemeinde die Gebühren für Abwasser (1,69 Euro pro Kubik) und Wasser (2,26 Euro pro Kubik) moderat seien. Lediglich ein Drittel ihres Wasserverbrauchs würden die Küpser von der Fernwasserversorgung Oberfranken beziehen.


Schneider zieht sich zurück

Zieht er Resümee, so sagt Schneider, dass er seinen Bürgermeisterjob aus Überzeug gemacht habe. Wenige Wochen vor der Bürgermeisterwahl feiert Schneider seinen 67. Geburtstag. Selbst wenn er wollte, dürfte er sich aufgrund seines Alters nicht mehr zur Wahl stellen. Wie dem auch sei: "Abgesehen vom Alter, drei Perioden reichen", sagt Schneider. Es sei an der Zeit, dass frischer Wind und eine andere Denkweise ins Rathaus komme. Er werde nach seiner Amtszeit "im Stillen" die Entwicklung von Küps begleiten.