Knellendorf"Wer rastet der rostet", sagte sich Rentnerin Hannelore Rodat aus Knellendorf und ergriff Anfang dieses Jahres die Initiative für eine Seniorenbetreuung der IG Metall (Verwaltungsstelle Coburg) im Landkreis Kronach. Dass sie damit den Nagel auf den Kopf traf, zeigten ihre ersten Aktionen, die sie organisierte.

Zwischen 60 und 70 Teilnehmer hatte sie für einen Vortrag von Kriminalhauptkommissar Eugen Hügle von der Kriminalpolizeiinspektion Coburg, und das war "weitaus mehr, als ich erwarten konnte", sagt sie voller Freude. Gleich bei der ersten von ihr organisierten Veranstaltung einen Volltreffer gelandet zu haben, ermutigte sie zum Weitermachen und sie möchte möglichst viele Senioren mitnehmen, um mobil und fit zu bleiben.

"Ich bin seit einiger Zeit Rentnerin und verwitwet, habe demnach viel Zeit und möchte diese natürlich sinnvoll nutzen", sagt Hannelore Rodat. Seit fast 40 Jahren ist sie Gewerkschaftsmitglied der IG Metall und auch ehrenamtlich in einem Frauenausschuss engagiert. Wie sie selbst gibt es viele andere IG- Metall-Rentnerinnen und - Rentner im Landkreis Kronach, die noch fit sind und ebenfalls gerne ihre Freizeit aktiv gestalten möchten. Und so kam sie auf die Idee, sich ehrenamtlich für Seniorentreffen einzusetzen und dabei immer ein aktuelles Schwerpunktthema auszusuchen, bei dem man etwas lernen kann und Informationen aus erster Hand erhält. Auch die zweite Veranstaltung, eine Fahrt zur Firma Wiegand in Steinbach am Wald, bei der man sich über Altglas-Recycling informieren ließ, war ein toller Erfolg, alle waren begeistert. Das nächste Treffen ist schon in Vorbereitung.

Soweit es ihre finanziellen Mittel erlauben, ist Hannelore Rodat sehr gerne auf Reisen in südlichen Regionen innerhalb Europas, aber auch an Tagesfahrten nimmt sie gerne teil. Außerdem betreut sie ab und zu stundenweise ältere Menschen, wenn zum Beispiel die Angehörigen wichtige Termine wahrnehmen müssen - natürlich ohne Bezahlung, fügt sie ausdrücklich hinzu. Sie mache dies, weil es ihr Spaß mache, anderen Menschen helfen zu können.

Die gelernte Industriekauffrau war viele Jahre bei der Firma Loewe in Kronach beschäftigt und scheute sich nicht, sich später noch einmal als Altenpflegerin ausbilden zu lassen. Etliche Jahre arbeitete sie noch im Lucas-Cranach-Haus der Diakonie in Kronach. Von einem ihrer beiden Enkelkinder erlernte sie noch den Umgang mit PC, Mails und mit Internet, schaffte sich einen Laptop an. "Meine Intention ist es, andere zu ermutigen, sich nicht nur daheim zu verstecken, sondern sich an Gruppenarbeit zu beteiligen und dabei etwas für Körper und Geist zu tun. Das Leben besteht aus Geben und Nehmen, ist meine Meinung. Wer nichts gibt, kann auch nichts erwarten", sagt sie.