Am Samstag lud der Musikverein Friesen wieder zu seinem traditionellen Frühjahrskonzert in die Steinberger Kronachtalhalle. Der kunterbunte Melodienstrauß war beste Werbung für die Blasmusik in all ihren Facetten. Das Publikum spendete Standing Ovation. Gefühlvoll und verträumt, emotional und ergreifend - Das ist "North and South" aus dem Südstaaten-Epos "Fackeln im Sturm". Frank Bernaerts arrangierte die bekannte Titelmelodie des Filmkomponisten Bill Conti für Blasorchester mit Auszügen aus den inoffiziellen Nationalhymnen beider Staaten, dem "Yankee Doodle" und dem "Dixie". Der Ohrwurm wurde vom Musikverein schwungvoll und mitreißend präsentiert - was für ein Hörgenuss! Das ging unter die Haut.


Höhepunkt des Vereinsjahrs

Nicht nur das Publikum in der zauberhaft frühlingshaft dekorierten Steinberger Kronachtalhalle hatte sicht- und hörbar Spaß an diesem krönenden Abschluss des offiziellen Programmteils. Auch den Musikern war die Spielfreude während des gesamten Konzerts, das alljährlich den Höhepunkt des Vereinsjahrs bildet, deutlich anzusehen und anzuhören. Schon allein der Blick nach vorne ließ jedem Musikfreund das Herz aufgehen. Auf der Bühne hatten 35 Musiker in ihren schmucken Trachten Platz genommen - darunter sehr viele talentierte Jungmusiker, die ihre Sache ganz wunderbar machten und mit sichtlichem Stolz ihr beeindruckendes Können präsentierten.
Maßgeblich dafür verantwortlich zeichnete Dirigent Markus Schnappauf, der seinen Klangkörper hervorragend eingestellt hatte. Die Gäste bekamen ein facettenreiches Programm zu hören, das eindrucksvoll das breitgefächerte Repertoire des Musikvereins unterstrich - von der Polka über Märsche bis hin zur Filmmusik. Im ersten Teil des von der strahlenden Fanfare "Heart in Motion" eröffneten Programms erklangen das eindrucksvolle Konzertwerk "Arethusa", die beiden schmissigen Polkas "Prager Gassen" aus Tschechien sowie "Škoda Lásky" - besser bekannt als "Rosamunde" - aus Böhmen sowie der "Florentiner Marsch", einer der meist gespielten Märsche der Welt.


Bewegende Interpretation

Im wahrsten Sinne des Wortes "großes Kino" war die vom Musikverein "bombastisch" dargebotene Filmmusik "Backdraft". Der deutsche Hollywood-Komponist Hans Zimmer zeichnet in diesem mitreißenden Meisterwerk - passend zum Film - ein lebendiges Bild des harten Alltags und der persönlichen Tragödie eines amerikanischen Feuerwehrmanns: eine Hommage an alle Feuerwehrkameraden, die von den Mitwirkenden würdevoll und zutiefst bewegend interpretiert wurde. Nach der Pause ging es weiter mit dem Konzertmarsch "Goldene Kameraden", der Perle böhmischer Polka-Kunst "Die Liebste", dem komödiantischen Marsch "East-West-East", der Volksweise "Maxglaner Zigeunermarsch Relouded" als auch dem Disco-Hit "I will survive" und schließlich "North and South".
Donnernden Applaus gab es für zwei tolle Solisten, die zu den heimlichen Stars des Abends avancierten. Thomas Geiger begeisterte kurz vor der Pause mit seinem großartigen Xylophon-Solo zur vergnüglichen Unterhaltungsmusik "Max und Moritz", während David Schnappauf im zweiten Programmteil in der musikalischen Huldigung "Best Friends" als Posaunist glänzte. Am Ende des Konzerts gab es dann verdientermaßen jede Menge Bravo-Rufe, mehrminütigem Beifall und Zugabe-Aufforderungen. Diese wurden in Form zweier Highlights mit Gänsehautfaktor gewährt. Ihre Liebe zur Musik zeigte das Orchester wortwörtlich mit "Music", der berühmten klangvollen Rockballade aus den 70er-Jahren von John Miles - was für ein Monumentalwerk der Popmusik! Den innig-ergreifenden Abschluss bildete schließlich der wunderschöne Hymnus für Blasorchester nach dem bekannten Volkslied "Kein schöner Land", eine Hommage an unsere Heimat. Damit belohnten sich die Aktiven selbst für einen tollen Abend, der dem "Prädikat" Frühjahrskonzert alle Ehre machte.


Großes Dankeschön

Durch das Programm hatte einmal mehr David Schnappauf geführt, der viel Wissenswertes zu den Stücken zu erzählen wusste. Die Begrüßung der Gäste, darunter viele Musikerkollegen befreundeter Musikvereine, örtliche Vereinsvertreter, Vertreter der Kommunalpolitik - so auch Kronachs Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein - sowie Pater Waldemar Brysch als auch Pfarrer Sven Raube, oblag der Vorsitzenden Yvonne Hummel. Diese bedankte sich nach dem Konzert bei allen, die an dessen Umsetzung mitgewirkt hatten - insbesondere den Aktiven sowie natürlich beim Dirigenten Markus Schnappauf, der alle mit "Sachlichkeit, Kompetenz, Freundlichkeit und Großzügigkeit" bestens auf das Konzert vorbereitet habe. Ein großes Dankeschön galt auch allen Unterstützern.


Für bis zu 30 Jahre aktives Musizieren beim Musikverein Friesen ausgezeichnet



Treue Das Frühjahrskonzert nutzte der Musikverein, um fünf Aktive für ihre langjährige Musikertätigkeit auszuzeichnen. Friesen kann stolz sein auf seinen Musikverein und seine jungen wie auch erfahrenen Musiker. NBMB-Kreisvorsitzender Wolfgang Müller freute sich sehr, an diesem Tag David Schnappauf sowie Lukas Wich für zehn Jahre sowie Marco Saal, Christian Wachter und auch den Dirigenten Markus Schnappauf für 30 Jahre aktives Musizieren auszeichnen zu können. Schnappauf ist zugleich stellvertretender Kreisdirigent und Leiter des Seniorenorchesters 50+. Mit der Übereichung ihrer Mitgliedsnadel hieß Müller die Youngsters Maximilian Daum, Luis Kraus und Jens Müller in Reihen des NBMB willkommen. Zudem übereichte er den Absolventen des an diesem Tag stattgefundenen Lehrgänge, Julian Uhl, André Wachter, Lena Schnappauf und Luis Kraus ihre Urkunden und Abzeichen. Müller dankte dem Musikverein Friesen für dessen musikalische Tätigkeiten das ganze Jahr über. Dies stelle eine unbezahlbare Bereicherung der Dorfgemeinschaft dar. Speziell die Ausbildungsarbeit verdiene großes Lob. Kindern und Jugendlichen würden nicht "nur" musikalische Fähigkeiten, sondern auch soziales Verhalten, Gemeinsinn beziehungsweise Zusammengehörigkeitsgefühlt vermittelt - ein unschätzbarer Wert für unsere Gesellschaft.

Ehrungen Mitgliedsnadel aktive Musiker: Maximilian Daum - Teuschnitz (Schlagzeug), Luis Kraus - Rosslach (Flügelhorn), Jens Müller - Rosslach (Schlagzeug), langjährige aktive Musikertätigkeit: 10 Jahre: David Schnappauf - Friesen (Schlagzeug/Posaune, D1-Dozent), Lukas Wich - Friesen (Tenorhorn),
30 Jahre: Christian Wachter - Friesen (Trompete, seit 2000 Vereinskassier), Marco Saal - Friesen (Tenorhorn), Markus Schnappauf - Wilhelmsthal (Tenorhorn, Dirigent, stellvertretender Kreisdirigent, Leiter Seniorenorchester 50+), Abzeichen/Urkunde: D2-Lehrgang: Julian Uhl (Querflöte), D1-Lehrgang: André Wachter (Schlagzeug), Lena Schnappauf (Tenorsaxophon), Luis Kraus (Flügelhorn). hs