Im Vorgriff auf den Bau der Ortsumgehung Zeyern führt das Staatliche Bauamt Bamberg ab Ende Oktober vorgezogene ökologische Ausgleichsmaßnahmen durch. Erst wenn diese Maßnahmen in ihrer ökologischen Funktion "greifen", könne an einen Beginn der eigentlichen Bauarbeiten gedacht werden, teilte das Bauamt gestern mit.

Das Bundesverkehrsministerium hat mittlerweile der Durchführung und Finanzierung dieser sogenannten "CEF"-Maßnahmen (continous- ecologicalfunctionality-measures) in Höhe von rund 120.000 Euro zugestimmt. Eine darüber hinausgehende Zusage des Bundes zum Beginn der eigentlichen Straßen- und Brückenbauarbeiten im nächsten Jahr liege jedoch nach wie vor nicht vor.
Diese nun durchzuführenden, vorbereitenden Maßnahmen sind Konflikt mindernde und funktionserhaltende Maßnahmen für die einheimischen Tiere und Pflanzen.

Die Bestimmungen des Planfeststellungsbeschlusses für die Ortsumgehung enthalten, dass diese Maßnahmen vor Beginn der Bauarbeiten auszuführen sind. Die vorgezogenen Ausgleichsmaßnahmen sollen die Lebensstätten von Tieren und Pflanzen verbessern oder erweitern, so dass die ökologische Funktionalität erhalten bleibt. Sie sollen zum Zeitpunkt des eigentlichen Baubeginns der Ortsumgehung von Zeyern bereits wirksam sein, so dass es zu keinem Zeitpunkt zu einem Verlust der ökologischen Funktionalität der Lebensstätte kommt.

In Zeyern handelt es sich bei den Maßnahmen konkret um die Beseitigung der Schotterflächen des alten Bahngleises und der angrenzenden Restflächen zwischen der Rodach und der Gemeindeverbindungsstraße von Zeyern nach Roßlach. Dadurch kann laut Bauamt den Belangen des Artenschutzes Rechnung getragen werden, indem ein Lebensraum mit offener Vegetation von einzelnen Gebüschen und Gehölzen geschaffen wird. Dies biete den Reptilien, insbesondere der Zauneidechse, Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, wahre deren Lebensraum und den Lebensraum anderer Arten wie Neuntöter, Dorngrasmücke oder Rebhuhn.

Das Zeitfenster für den Rückbau der alten Bahnanlage ist eng, denn im Planfeststellungsbeschluss ist festgehalten, dass die Baufeldräumung auf den Bereichen der ehemaligen Bahnlinie im Spätherbst stattzufinden hat. Das Abschieben von Bahndammschotter muss deshalb vor der Winterruhe der Reptilien erfolgen.

Signal

Sowohl MdB Hans Michelbach als auch MdL Jürgen Baumgärtner (beide CSU) freuten sich über diese Nachricht und sehen darin ein Signal im Hinblick auf die zuletzt fragliche Finanzierung des eigentlichen Baus der Umgehung.