Die Beschuldigte soll im Juni vergangenen Jahres am Lichtenfelser Bahnhof ein anderes Auto beim Ausparken beschädigt und den Unfallort verlassen haben.
Die Beschuldigte selbst teilte mit, dass sie den Unfall nicht bemerkt habe: "Ich habe mit meinem Bekannten geredet. Außerdem war es wegen des Konzerts sehr laut draußen." Zudem kam sie gerade von einem Konzert: "Vielleicht war deswegen mein Hörverhalten etwas getrübt."
Der Bekannte selbst sagte aus, dass er alkoholisiert gewesen sei und deshalb nicht mehr jedes Detail wisse. Er habe jedoch weder einen Stoß noch ein Geräusch des Aufpralls gehört.

Zeugin sitzt in Haft


Eine Zeugin, die den Unfall beobachtet haben will, merkte sich das Kennzeichen des Autos der Angeklagten. Jedoch stimmen ihre Aussagen mit denen der Angeklagten und ihres Bekannten nicht überein. Die Zeugin behauptete, zwei Frauen mit hohen Schuhen und zusammengebundenen Haaren erkannt zu haben, die beide sehr geschwankt seien.
Die Zeugin konnte zum erneuten Mal nicht an der Verhandlung teilnehmen, da sie in der Justizvollzugsanstalt in München inhaftiert ist. "Eine Anreise der Zeugin würde enorme Kosten für Sie verursachen", klärt Richter Jürgen Fehn die Angeklagte auf.
Die Polizei entdeckte am Auto der Beschuldigten eine Lackdelle. Die Front des angefahrenen BMW ist stark beschädigt. Der Schaden am beschädigten Auto belief sich auf ungefähr 1000 Euro.

Bitte der Angeklagten


Staatsanwältin Christina Fuchs plädierte auf eine Geldbuße in Höhe von 180 Euro und den Einzug des Führerscheins für drei Monate. Die Angeklagte bat wiederum, das Fahrverbot auf zwei Monate zu beschränken: "Ab Oktober beginnt ein neues Semester, ab diesem Zeitpunkt brauche ich meine Fahrerlaubnis wieder."
Richter Jürgen Fehn ließ in diesem Fall noch einmal Gnade vor Recht ergehen. "Sie hatten großes Glück, dass der Schaden noch so gering war", stellte Fehn fest. Mit 150 Euro Geldstrafe und zwei Monaten Fahrerlaubnisentzug sei die Studentin gut davongekommen.