"Es ist ein komisches Gefühl dort wieder zu stehen, wo ich doch meinte, diese Zeit abgeschlossen zu haben", sagt Markus Oesterlein, der im Herbst 2013 aus beruflichen Gründen den Vorsitz der Kreis-JU abgegeben hatte.
Seit Samstag steht er wieder an der Spitze und bedankte sich bei seinem Vorgänger Oliver Schwämmlein für dessen Einsatz in der Jungen Union.

"Ich gehe zwar von der Brücke, aber ich bleibe weiter auf dem Schiff", erklärte Oliver Schwämmlein. Er sprach von Höhen und Tiefen in seiner zeit als Vorsitzender. Als Erfolg bezeichnete er bei den letzten Kommunalwahlen die erfolgreiche Kandidatur von Thomas Löffler für den Kreistag. Bedauern äußerte er dagegen, dass Jonas Geissler als Bezirksvorsitzender den Sprung nicht mehr geschafft hat. Auch er als Zweitstimmen-Bezirkstagskandidat hätte sich ein besseres Ergebnis gewünscht.

"Neue Chance"

Markus Oesterlein sprach von neuen Chancen der Jungen Union. Er war überzeugt, dass der Kreisverband mit Klaus Löffler als Landrat den Landkreis positiv weiterentwickeln könne. Der Steinbacher Bürgermeister habe in seiner Gemeinde bewiesen, dass durchaus etwas erreicht werden kann. Er habe Verhandlungsgeschick und könne mit Menschen umgehen.

Klar drückte Oesterlein die Ziele der Jungen Union aus. Eines davon ist die Stärkung der Wirtschaft. Künftig sollen verschiedene Betriebe besucht werden, man will ausloten, wo den Unternehmern der Schuh drückt. Die Junge Union will dazu beitragen, dass möglichst optimale Rahmenbedingungen für Wirtschaftsinvestitionen geschaffen werden. Um zu arbeiten, benötige er aber ein starkes Team. Und damit meinte Oesterlein seine Stellvertreter und Vorstandsmitglieder.

Perspektiven für alle schaffen

Landratskandidat Klaus Löffler erklärte, die große Herausforderung sei, auf den demographischen Wandeln zu reagieren. Es müssen Konzepte entwickelt und für alle Generationen Perspektiven geschaffen werden.



Ergebnis der Neuwahlen

Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: JU- Kreisvorsitzender Markus Oesterlein. Stellvertreter: Jessica Fugmann, Stefanie Neubauer, David Martin, Matthias Zeitler. Schatzmeister: Markus Rieger, Schriftführerinnen: Carina Kuhnlein, Luisa Rebhan, JU-Kreisgeschäftsführer: Thomas Karl.


Diskussion statt großer Worte

Dass die Junge Union nicht nur Plakate bei bevorstehen Wahlen kleben, sondern aktiv die Kommunalpolitik im Landkreis mitgestalten will, wurde bei der Kreisversammlung deutlich. "Wir brauchen Arbeitsplätze, einen Mc Donalds und einen H&M", brachte es Jonas Geissler auf den Punkt.
Statt der üblichen Grußworte, gab es bei der JU-Kreisversammlung nämlich eine Fragerunde. Und dabei ging es zur Sache. Stefanie Neubauer und Jessica Fugmann fragten nach dem Gesundheitsökonom sowie nach dem Nutzen einer Gesundheitsregion plus für den Bürger. Wie bereits berichtet, überreichte die Gesundheitsministerin Melanie Huml vor wenigen Wochen dem Landkreis einen Förderbescheid in Höhe von 220 000 Euro. Weitere Fragen gab es bezüglich der weiterführenden Schule im Norden. Kommt diese und wenn ja, in 20 oder 30 Jahren? Wie ist die aktuelle Situation bezüglich der Ansiedlung von H&M oder C&A? Reichen die sportlichen und kulturellen Angebote aus? Wann startet die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung?
Die Stelle des Gesundheitsökonoms wurde geschaffen, damit dieser das Thema Gesundheit durchleuchtet, erklärte die zweite Bürgermeisterin von Kronach, Angela Hofmann. Sie sprach von Vernetzung, Prävention und Ausbau der weichen Standortfaktoren. Der stellvertretende Landrat Gerhard Wunder war überzeugt, dass sich dieser Gesundheitsökonom auch dem Thema "Versorgung mit Hausärzten" annehmen müsse. Thomas Löffler wünschte sich einen Kinderarzt im nördlichen Landkreis.

"Stadt braucht Leben"

Bei der Fachhochschule ging Jonas Geissler von einem möglichen Start in 2018 aus. Wenige Chancen sah er hingegen für eine Ansiedlung von C&A oder H&M. Solche Ketten bevorzugten zentrale Standorte in der Innenstadt. Am Marienplatz seien aber keine Kapazitäten vorhanden. Thomas Löffler regte an, über eine kleinere Kette wie Orsay oder Pimkie nachzudenken.

Beim Thema "Angebote" bedauerte Angela Hofmann, dass in der Kreisstadt keine Disco mehr vorhanden ist und dass Veranstaltungen im Schützenhaus nur beschränkt durchgeführt werden können. Die zweite Bürgermeisterin warb für ein neues Bewusstsein in der Bevölkerung. "In einer Stadt muss Leben vorhanden sein".
Beim Thema weiterführende Schule im Norden warnte der stellvertretende Landrat Gerhard Wunder vor einer Spaltung des Landkreises in Nord und Süd. Er sprach von einem seiner Meinung nach nicht nötigen Gutachten bezüglich Prüfung einer Bildungseinrichtung in der Rennsteig-Region. "Die Zahlen sind ja bekannt!" Die Ergebnisse werden nun im Juli erwartet. Wunder stellte klar, dass für ihn bei einer Entscheidungsfindung die Qualität der Schule und der Elternwille maßgeblich seien.

Thomas Löffler sprach davon, dass bereits jetzt im Tettauer Winkel Eltern ihre Kinder in Neuhaus/Rennweg unterrichten lassen. Die Tendenz werde steigen, meinte er.

Und Angela Hofmann sprach davon, dass der Landkreis derzeit nicht umsonst 60 Millionen Euro in die Sanierung der bestehenden Gymnasien investiere.

Und was sollen junge Leute antworten, die ihrer Heimat treu bleiben und dafür kein Verständnis von anderen erfahren? Angela Hofmann sprach von Heimatverbundenheit. Gerhard Wunder nannte Lebensqualität, soziale Bindungen, gute bis optimale Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Und für Thomas Löffler stand fest: "Es gibt nichts Schöneres, als wenn die Kinder in der Heimat und mit Großeltern aufwachsen!" Dafür, so der Steinbacher Kreisrat, "brauchen wir aber Arbeitsplätze und - für diejenigen die täglich pendeln müssen - schnelle Verkehrsanbindungen". vs