Behutsam, geradezu liebevoll nimmt Marcel Schuberth seine Gitarre zur Hand. Wie jeden Freitagnachmittag um diese Zeit hat sich der Zwölfjährige zum Gitarrenunterricht an der Sing- und Musikschule Landkreis Kronach eingefunden.

Hochkonzentriert sitzt er dort neben seinem Gitarren-Lehrer Tobias Schick, der ihm Tipps und Hinweise für ein noch besseres Akkorde-Greifen gibt. Schnell und sicher finden Marcels Finger ihre Griffpositionen.

"Ich finde, dass die Gitarre ein sehr schönes Instrument mit einem wunderschönen Klang ist", meint der junge "Saitenvirtuose", der am Wochenende am Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" teilnimmt. Möglich macht dies sein erfolgreiches Abschneiden beim Landeswettbewerb im März in Bayreuth, bei dem er die Jury mit seinem anspruchsvollen Programm überzeugte.

Sein größter Erfolg

23 Punkte erhielt er dafür - verbunden mit einem ersten Preis und die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb. Bislang Marcels größter Erfolg. Der Hesselbacher, der im Juli 2014 das D1-Abzeichen abgelegt hat und sich für Juni auf die D2-Prüfung vorbereitet, hatte bereits in der Vergangenheit viele herausragende Ergebnisse erreicht. So war er öfter als Sieger aus dem Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" hervorgegangen.

Im Januar 2012 erreichte er beim Regionalwettbewerb "Jugend musiziert" sowie im März 2013 bei der "Gläserne Harfe" in Sonneberg jeweils den ersten Preis - wie auch im Januar 2015 beim Regionalwettbewerb den erstern Preis mit Weiterleitung.

Voller Stolz zeigt der Musikschüler seine spanische Gitarre. Es ist seine dritte. "Das ist eine Erwachsenen-Gitarre, sie ist handgemacht. Damit kann man einen ganz besonderen Klang erreichen", schwärmt der Hesselbacher.

Der Klang des Instruments gefiel ihm schon im Kindergarten, als er gerne den Gitarrenklängen der Erzieherinnen zuhörte. Mit fünf Jahren besuchte er die musikalische Vorschule, im September 2008 begann er schließlich mit dem Gitarrenspielen. "An meinem ersten Schultag war auch meine erste Unterrichtsstunde hier an der Musikschule", erinnert er sich.

Einmal in der Woche kommt er hierher. Von Anfang an wird Marcel von Tobias Schick unterrichtet, der voll des Lobes über seinen Schützling ist. "Ich bin stolz, wie viel er in den letzten Jahren gelernt hat. Es ist eine Freude, seine Fortschritte zu erleben und wie er neue Stück einstudiert. Marcels Spiel hat viel Substanz und er hat eine sehr gute Technik. Die Basis stimmt einfach - vor allem sein musikalischer Ausdruck, das ist das Wichtigste". Der Lehrer begleitet Marcel auch regelmäßig zu seinen Wettbewerben und fiebert mit.

Disziplin und Einsatz

Die Erfolge von Marcel kommen nicht von ungefähr, sondern sind das Ergebnis von viel Disziplin, Eifer und Einsatz. Neben dem Musikunterricht übt der Zwölfjährige jeden Tag für sich alleine zuhause. "Das Üben ist sehr wichtig. Man muss immer dran bleiben, man merkt wirklich jedes Proben", sagt Marcel.

Auf Wettbewerbe bereitet er sich - zusätzlich zum Unterricht - mit Zusatz- und Sonderstunden vor. Hinzu kommt die Teilnahme an Kursen und Workshops , beispielsweise vom Geigenvirtuosen Clemer Andreotti aus Brasilien.

Was er später einmal werden möchte, weiß der Zwölfjährige noch nicht. Dass es aber etwas mit Musik zu tun haben könnte, könnte er sich schon vorstellen.

Öffentliche Auftritte ist Marcel gewohnt, nicht nur von Wettbewerben. So spielt er auch im Gitarrenensemble der Musikschule. Kürzlich trat er beispielsweise auch beim Frühlingskonzert des Frankenwald-Gymnasiums auf, wo er die siebente Klasse besucht und einen entsprechenden Wahlkurs belegt.