Die Markthalle des Historischen Rathauses ist gefüllt. Stilles, erwartungsvolles Gemurmel erfüllt den Raum. Wie wird's dieses Jahr werden? Nun, diese Frage lässt sich nach der Aufführung leicht beantworten. Das Publikum schwebte bereits nach kurzer Zeit sprichwörtlich im siebten Himmel, klatschte, was das Zeug hielt, und bejubelte am Ende das Ensemble.

Die heitere Komödie "Himmelwärts" ist eine Geschichte über Glück und Unglück, Leben und Tod sowie Himmel und Hölle. Womit es alle Bereiche des Lebens umfasst und durch seine Menschlichkeit bei den Zuschauern punktet. Das Stück lud die Zuschauer ein, ihre Seele baumeln zu lassen und lehrte sie, zugleich sehr wohl auf diese aufzupassen.

Seele verkauft

"Himmelwärts" handelt von einem armen Mädchen namens Luise, deren allergrößter Wunsch es ist, berühmt zu werden. Deshalb schließt sie einen Pakt mit dem Teufel, dem sie ihre unsterbliche Seele verkauft und sich somit großen Erfolg erhofft. Dann gibt es noch den armen Lauterbach, der sich aus Unzufriedenheit zu Tode säuft. In der Hölle bessert er sich aber dermaßen, dass er schon wieder zu gut für den Himmel ist und wieder zurück auf die Erde geschickt wird.

Ob das Mädchen berühmt und dazu auch glücklich geworden ist und ob ihr der Teufel gut gesinnt ist oder sie ins Verderben reiten wird, welches neue Leben der arme Lauterbach am Ende beginnt und wer am Ende siegt - Himmel oder Hölle -, das herauszufinden lädt die Werkbühne ein.

Am meisten Eindruck - nicht nur auf Luise, sondern auch auf die Zuschauer - machte wohl der Teufel, gespielt von Emanuel Bauer. Mit seiner gespaltenen Persönlichkeit zwischen Boshaftigkeit und Verzweiflung verkörperte er die Rolle des scheinbar mächtigen Teufels großartig. Auch seine Hilfsteufelchen Anja Schindler, Dirk Stauch und Julia Knauer amüsierten mit ihrer frechen und flinken Art und bemühten sich, ihrem Chef zu gehorchen und machten jedem Neuzugang die Hölle heiß.

Auf der Erde zeigten Ida Engelhardt und Daniel Leistner in den Rollen der Luise und des armen Lauterbachs, dass unerreichbares Glück und Unzufriedenheit schnell auch zum Verhängnis werden können. Beide Wege enden beim Teufel und zeigen vor allem bei Luise, dass Erfolg nicht alles ist, vor allem nicht, wenn man dafür seine Seele verkaufen muss.

Das unterhaltsame Stück zeigt, wie eng das Leben mit dem Tod verbunden ist und wie schnell man entweder in den Himmel oder auch in die Hölle geraten kann.

Publikum ist begeistert

Zwar in kleinem Format, aber mit umso größerer Performance wird seit 2001 im "kleinsten Stadttheater der Welt" jährlich zusätzlich zu den Faust-Festspielen im Sommer ein weiteres Schmankerl geboten. Die Premiere des "verrückten Himmel- und Höllenspektakels" war am Samstagabend ein riesiger Erfolg. Mit Kommentaren wie "Das müssen wir weiterempfehlen" und "sehr schön war es" freute sich das Premierenpublikum nach der Vorstellung. Auch Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein hatte sich wieder Zeit genommen und amüsierte sich köstlich.

Weitere Aufführungen finden am 14., 15., 21., 22., 28. und 29. November statt.