Einige Komponenten von Fernsehern der Firma Loewe sind schon bisher in Asien gefertigt worden. Bald könnte womöglich die Produktion weitestgehend aus Fernost stammen. Das geht aus einem Interview hervor, das Loewe-Vorstandsvorsitzender Matthias Harsch dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" gegeben hat und aus dem die Deutsche Presseagentur (dpa) gestern vorab zitierte. "Wir sind kein Gerätehersteller mehr, das versuche ich der Firma auch auszureden", sagte Harsch laut "Spiegel".

Demnach soll ein asiatisches Unternehmen die Produktion der Hardware nahezu komplett übernehmen. In Kronach werde man sich künftig auf die Kernkompetenzen wie Bediener-Software und Design beschränken. Loewe-Pressesprecher Roland Raithel bekräftigte demgegenüber auf Nachfrage unserer Zeitung, dass der Fernsehhersteller auch weiterhin am Standort Kronach Hardware produzieren wolle. "Wir bleiben Manufaktur für höchstindividuelle Home-Entertainment-Systeme", sagte Raithel.

Loewe hatte nach zuletzt hohen Verlusten in der vergangenen Woche einen Antrag auf Einleitung eines sogenannten Schutzschirmverfahrens gestellt. Damit ist das Unternehmen für drei Monate vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und kann sich in Eigenregie sanieren.

Partner aus China?

Laut "Spiegel" ist Vorstandschef Harsch "optimistisch", in diesen drei Monaten einen asiatischen Partner präsentieren zu können. Es wird gemunkelt, dass dieser aus China stammen könne.
Inwieweit diese Entwicklung zu einem weiteren Stellenabbau in Kronach führen wird, dazu gibt es noch keine konkreten Aussagen. Er könne nicht ausschließen, "dass weitere Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen", sagte Harsch im Interview.

Loewe beschäftigt in Kronach derzeit noch 800 Menschen. Im vergangenen Jahr arbeiteten rund 1000 Personen für den Fernsehhersteller.

So ernst wie bei Loewe ist die Lage beim anderen verbliebenen fränkischen Hersteller zwar noch nicht. Aber auch die Firma Metz in Zirndorf (Landkreis Fürth) kämpft mit dem schwierigen Marktumfeld. "Mit einem zweistelligen Umsatzrückgang werden wir rechnen müssen", sagte Geschäftsführer Norbert Kotzbauer der "Welt am Sonntag".

Zuletzt waren 109 Millionen Euro erlöst worden. Für die Hälfte seiner rund 585 Mitarbeiter hat Metz inzwischen Kurzarbeit angemeldet.

Metz ist neben Loewe und TechniSat (Rheinland-Pfalz) der einzige TV-Produzent, der Fernsehgeräte noch in Deutschland herstellt.