Der Stein im Turminneren wirkt fast lebendig, wenn sich das Licht in seinen Einkerbungen fängt, wenn die Strahler nahe Bereiche kräftig erhellen, mit zunehmender Entfernung an den Wänden jedoch ein Spiel aus Licht und Schatten entsteht. Eigentlich sollte die neue Beleuchtung im Hexenturm in erster Linie dafür sorgen, dass die Schautafeln zur Hexenverfolgung bis zu "Kronach leuchtet" (8. bis 17. Mai) vernünftig lesbar werden. Doch Sebastian Jung, der mit seinem Team von der Firma Jung4 die Beleuchtung angebracht hat, ging es um mehr.
"Wir haben innen im Turm auf LED umgestellt. Die Beleuchtung ist nun akzentuiert, dem Gemäuer angepasst", erklärt er. Nicht zu hell, nicht zu dunkel wollte Jung es haben. Sein Kollege Martin Schöffel ergänzt: "Die Strukturen kommen jetzt ganz anders raus."


Besseres Licht, niedrigere Betriebskosten

Das finden auch die Betrachter bei einem ersten Rundgang. Die 2000 Euro teuere Beleuchtung ist schlicht, zweckmäßig und doch wirkungsvoll. Und sie spart viel Strom, wie Kerstin Löw feststellt (48 statt circa 500 Watt). "Solche Einsparnisse sind wirklich deutlich zu spüren", betont die Leiterin des Tourismus- und Veranstaltungsbe triebs der Stadt. Das sehe man auch am Beispiel der Fränkischen Galerie. Und wenn dann noch ein schönes Licht grelle Baustrahler ablöse, sei das in doppelter Hinsicht ein Gewinn.

Damit wird die Ausstellung zur Hexenverfolgung rechtzeitig zu "Kronach leuchtet" in einem viel besseren Licht präsentiert als im Vorjahr. Das freut Gästeführerin Christa Franz. "Die Kronacher haben wirklich Inter esse an der Aufklärung", stellt sie fest. Daher sei es wichtig, die Ausstellung ordentlich zu präsentieren - auch im Hinblick auf eine geplante Ausweitung des Führungsangebots. Eine spezielle Hexenführung werde derzeit erarbeitet, für zwei von acht Hexenprozessen seien die Unterlagen schon transkribiert. "Es sollen dann Bezüge zu den Personen hergestellt werden. Das geht tief ins Kronacher Leben rein", verspricht die Gästeführerin schon jetzt.

Der Vorsitzende des Lucas-Cranach-Arbeitskreises, Dietmar Lang, weiß, dass der Hexenturm immer einen großen Andrang erlebt, wenn er bei "Kronach leuchtet" einbezogen wird. Bei der Ausstellung im Vorjahr sei es aber "ziemlich finster" darin gewesen. Dank der "100-prozentigen Unterstützung durch den Tourismusbetrieb", habe sich das nun geändert. "Jetzt ist es Zeit, mit Vorurteilen aufzuräumen", hofft er auf reges Interesse an der Hexen-Ausstellung.


"Das wird echt monumental"

Auch der organisatorische Leiter von "Kronach leuchtet", Markus Stirn, betont, dass der Hexenturm ein wichtiges Element bei der Lichtveranstaltung sei. Durch das Kunstwerk "Grow" von Daniela Faber vor dem Turm werde das historische Bauwerk heuer noch einen ganz besonderen Akzent bekommen. Jung verspricht: "Das wird echt monumental."

Langfristig würden sich alle Beteiligten auch für den Außenbereich des Hexenturms und seines Umfelds eine permanente Beleuchtung wünschen. Doch hierfür ist noch nichts Konkretes in Planung. Löw ist aber überzeugt: "Das wären tolle nächste Akzente."


Die nächsten Veranstaltungen des Cranach-Arbeitskreises

5. Mai: Lucas Cranach der Jüngere: Neue Perspektiven auf einen Künstler im Zeitalter von Reformation und Konfessionalisierung (Vortrag von Elke Anna Werner, 19 Uhr, Fränkische Galerie)

8. bis 17. Mai: Präsentation der Ausstellung "Die Hexenprozessakten der Staatsbibliothek Bamberg und Beispiele der Kronacher Hexenverfolgung" (im Hexenturm am Marktplatz zur Veranstaltung "Kronach leuchtet")

11. Juni: Die Cranachs - Vater und Söhne. Ein unerreichtes Vorbild? (Vortrag von Susanne Wegmann, 19 Uhr, Fränkische Galerie)

27./28. Juni: Kunst- und Mitmachaktionen des Lucas-Cranach-Arbeitskreises für die ganze Familie (beim Historischen Stadtspektakel)