Die Familie Fischer aus Zeyern trat auf die Bremse, weil es die Schulbusse aus ihrer Sicht zu selten tun (siehe FT vom 29. September, Seite 9). Im Gespräch mit unserer Zeitung kritisierten Katja und Peter Fischer, dass die Schulkinder, darunter ihr Sohn Johannes (9), oft zu spät in die Kronacher Schulen kommen, weil die Busse an der Haltestelle Zeyern-Kreuzung nicht halten oder nicht genügend Leute aufnehmen können.

Bei der OVF (Omnibusverkehr Franken) wurde die Situation ganz anders beurteilt. Eine Vertreterin des Verkehrsunternehmens, das für die Buslinie zuständig ist, beteuerte, dass "kein Kapazitätsproblem" vorliege. Die Busse würden halten, nur die Schüler nicht in jeden Bus einsteigen. Eine Überprüfung vor Ort habe das bestätigt. "Es ist reibungslos gelaufen", hieß es.


Erneut Probleme aufgetreten

Peter Fischer hat Zweifel an der Überprüfung. Er habe Schulkinder gefragt. Die hätten in den vergangenen Tagen keine fremden Erwachsenen an der Haltestelle bemerkt. Es habe sie auch niemand befragt. Doch die Probleme bestünden noch immer. "Die Busse um 7.03 und 7.13 Uhr haben wieder nicht gehalten. Alle Kinder mussten in einen Bus um 7.18 Uhr steigen", berichtet Fischer vom Donnerstagmorgen. Dieser Bus habe immerhin ausreichend Stehplätze gehabt, fahre aber zu spät, um rechtzeitig zum Kaspar-Zeuß-Gymnasium zu kommen.

Diesmal wurden die Schwierigkeiten allerdings nicht nur von den Eltern bemerkt. Pressesprecher Bernd Graf vom Landratsamt hatte bereits angekündigt, dass die Thematik "eine hohe Priorität" bei der Behörde habe. Prompt waren zwei Vertreterinnen des Amtes am Donnerstag vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Und offenbar zieht das Landratsamt die Reißleine. Die Kritik der Eltern hat sich nämlich bestätigt.


Forderung: Fahrpläne strikt einhalten

"Die Kolleginnen waren draußen und konnten sich von gewissen Missständen überzeugen", stellt Graf fest. Die zentrale Erkenntnis: Von Unternehmerseite seien die Fahrpläne der einzelnen Busse strikt einzuhalten. Das betreffe einerseits die Zeiten, andererseits auch die Verpflichtung zum Halten. Allem Anschein nach ist das nicht geschehen. "Auf diese Mängel führen unsere Leute die heute gesehenen Missstände zurück", stellt der Pressesprecher fest. "Wir haben angemahnt, dass in dieser Richtung großer Nachholbedarf besteht."

"Dass das Landratsamt da war, war super", freut sich Fischer über die schnelle Reaktion der Behörde. Ausnahmsweise ist er deswegen sogar froh über die Probleme am Donnerstag an der Bushaltestelle: "Gott sei Dank gab's keinen Vorführeffekt. Es ist so schlecht gelaufen wie immer."