Wie heißt es so schön: Das Beste kommt zu Schluss. Wenn es dieses Sprichwort nicht schon geben würde, müsste man es glatt erfinden angesichts des furiosen Narrenfinales am Rosenmontag in Mimetz. Normalerweise ist ja der "Krouha-Fasching" "berühmt-berüchtigt" für Spaß, Unterhaltung und Musik bis zum Umfallen. Doch in der proppenvollen Turnhalle hätte man am Montag an manchen Stellen kaum noch umfallen können, selbst wenn man zum Stehen nicht mehr in der Lage gewesen wäre.

Das fast ausnahmslos maskierte Publikum kam in Strömen - und zwar in allen Altersklassen. Man saß "kuschelig" eng beisammen, ganz auf Augenhöhe mit den Akteuren. Gemeinsam wurde geschunkelt, gesungen, getanzt und gelacht. Durch die "Super-Gaudi" führten "Oberkrouha" Sabine Sander und "Krouha-Mo" Hans-Peter Laschka, die immer wieder lautstark ein dreifaches "Mimetz za, za" anstimmten. Das Geleiten der Akteure zu und von der Bühne oblag Zeremonienmeisterin Gudrun Kratzert.

Faschings-Veranstaltungen gab es dieser Tage viele im Landkreis. Aber keine andere kann mit solch grandiosen Tanzdarbietungen aufwarten wie der "Krouha-Fasching". Was heuer "Dance4 Fun" bot, war mal wieder eine Klasse für sich.

Fulminanter Showtanz

Gleich zum Auftakt begeisterte die Junioren-Turniergruppe für Rheinische Garde. Da saß jede Bewegung, da kam sofort Stimmung auf! Auch die Teenies "eroberten" später die Turnhalle. Sie legten zur Filmmusik "Fluch der Karibik" einen fulminanten Showtanz auf Parkett, akrobatische Höchstleistungen inklusive. Gruselig und fröhlich zugleich zu ging es bei der "Dance 4Fun"-Turniergruppe mit Hebungen und ihrem schaurigen Hexen-Abenteuer. Die federleicht erscheinende Darbietung ließ fast vergessen, dass es sich dabei um kräfteraubenden Hochleistungssport handelt.

Weitere Show-Acts kamen von den "Krouha-Mädels", die heuer die deutsch-griechische Freundschaft tänzerisch ankurbelten, unter anderem mit einem Sirtaki und dem "Gangnam Style". Der Knaller schlechthin war der "Alpenrausch" der "Ranzengarde". Die platinblonden Zöpfe der acht feschen "Mädels" in ihren rot-schwarzen Dirndl wippten im Takt der Musik, als sie die Beine in die Höhe schwangen und die Hüften kreisen ließen, Räder schlugen und sich sogar an Hebefiguren wagten.

Viel Applaus für die Akteure

Musikalische Akzente setzten die babbelnde und singende Fleischereifachverkäuferin aus Hessen (Andrea Nowak-Gregor). Live sang auch wieder Ute Liebermann, die sich heuer des Top-Hits "Call Me Maybe" annahm und Unterstützung von ihren Töchtern Sarah und Leonie erhielt. Für ihren tollen Beitrag heimste sie großen Applaus ein - ebenso wie Hans-Peter, Janet, Sebastian und Reimund mit ihrem Lied von den "Bofrost"-Kids. Darin offenbarten sie, warum viele Kinder dem "Bofrost"-Mann so ähnlich sehen - nach dem Motto "Wir sind alle "Bofrost"-Kinder. Papa ist der "Bofrost"-Mann."

Nicht minder pikant waren die Enthüllungen von Paparazzi-Reporterin Jutta Kinninger in den "Krouha 24 Schlagzeilen", in denen sie schonungslos Missstände in der Marktgemeinde anprangerte. Auch die Galionsfigur "Till" Jürgen Angermüller und der Himmelbote "Aloisius" (Traudl Butz), der mit seinen Engeln von oberster Stelle ins Mitwitzer Rathaus gesandt wurde, deckten so manch bislang gut gehütetes Geheimnis auf und lästerten gehörig ab. Ein Knaller war einmal mehr Gerda Hannweber, die heuer mit ihrem Enkel Nico zu einem "Flug ins All" ansetzte.

Dolmetscherin Ulrike Thron übersetzte in ihrem Kurs "Fränkisch für Anfänger" den Dialog von Kirsten Hofmann und Iris Busch ins Hochdeutsche. Eine etwas andere Wallfahrt präsentierten Pfarrer Jochen Hempfling, seine Mönche Peter Kuse und Harald Wöhner sowie sechs scheinheilige ältere Damen. Hans-Peter Laschka zeigte in einem Video-Clip, wie es ihm als "Krouha-Mo" allein unter "Krouhas" ergeht.