Insgesamt sechs Rauschgifttaten legt Staatsanwalt Michael Koch einem 31 und 32 Jahre alten Pärchen zur Last. Über einen Zeitraum von August 2015 an bis zu ihrer Festnahme im Juli 2016 sollen die Erzieherin aus Thüringen und der gebürtige Lichtenfelser in Kronach mit großen Mengen an Crystal Speed, Marihuana und Cannabis gedealt haben. Unter anderem bezogen sie von einem Verkäufer in Kronach 100 Gramm Marihuana und kauften und verkauften insgesamt rund 50 Gramm Crystal Speed. Außerdem sollen sie in einer Kronacher Wohnung 13 Cannabispflanzen gezüchtet haben.

Beide Angeklagte müssen sich deshalb vor der Ersten Großen Strafkammer des Landgerichts Coburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor, außerdem unerlaubten Erwerb und Besitz.

Der arbeitslose Lichtenfelser muss sich aber noch mehr vorwerfen lassen. Im Juli 2016 soll der Mann in Kronach mit einem Zweirad ohne erforderliche Fahrerlaubnis unterwegs gewesen sein.

Bei einer Überprüfung des Mannes auf einem Kronacher Anwesen erklärten ihm zwei Beamte seine vorläufige Festnahme. Daraufhin soll der Mann einen der Polizisten zu Boden gestoßen haben, um zu fliehen. Auf den zweiten Beamten, der den Angeklagten festhalten konnte, habe der Angeklagte auf Beine und Oberkörper eingeschlagen und getreten.


"Wichser" und "Hurensöhne"

Mit einem Schlüsselbund in der rechten Hand fügte der 32-Jährige laut Anklageschrift dem Polizisten zudem Schnittwunden an Ellenbogen, Unterarm und Fingern zu. Noch im Festhaltegriff soll sich der Festgenommene heftig gewehrt und den Polizisten sogar in die linke Wade gebissen haben. Außerdem beleidigte er die Beamten laut Staatsanwalt aufs Heftigste: Dabei fielen Äußerungen wie "Wichser" und "Hurensöhne".

Laut Anklage sei dem Angeklagten, der an einer ansteckenden und vermutlich unheilbaren Krankheit leide, bewusst gewesen, dass er durch den Biss aufgrund von Blutkontakt die Krankheit an den Polizisten übertragen könnte. Die beiden Polizisten stellten Strafantrag. Deshalb muss sich der 32-Jährige zusätzlich zu seiner Dealerei nun nicht nur wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten, sondern zudem wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, außerdem gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung.

Ein Gutachter soll über die Schuldfähigkeit des Mannes urteilen. Die Verhandlung wird am 8. Mai um 9 Uhr fortgesetzt.