"Are you ready to see the show?", fragt Ellen das junge Publikum. Ein lautstarkes "Yes" ertönt aus den Kehlen von nahezu 200 Fünft- und Sechstklässlern, die am Donnerstag in der Maximilian-Von-Welsch-Realschule im Kreis um die kleine Bühnenfläche Platz genommen haben.

Die Schüler sind noch etwas skeptisch: Ein Theaterstück, komplett auf Englisch für die fünfte und sechste Jahrgangsstufe? Funktioniert das überhaupt? Es funktionierte - und wie!

Von Beginn an nahmen Schauspieler Ellen, Jess, Sam and Charles ihr Publikum mit auf die spannende, lustige und manchmal auch etwas unheimliche Reise des Dorfmädchens Gala. Der furchtbare Lord Morbus will die Herrschaft über das Land Underearth erringen, um es mit seinen menschenfressenden Woks zu bevölkern. Nur ein durch und durch gutherziger Mensch kann den Bösewicht stoppen.


Die Story

Gala wird als Personifizierung des Guten auserwählt, die Welt zu retten. Bewaffnet mit nichts als einem Spiegel und einem Kranz aus Gänseblümchen macht sie sich auf eine lange und gefährliche Reise durch Berge, Flüsse und Sümpfe, zum Schloss des Bösewichtes. Dabei trifft sie auf zwei Reisegefährten: den gut aussehenden Elfen Slightly und die hässliche, durch Folter entstellte Kreatur Gloop. Wem von ihnen sie tatsächlich vertrauen kann, stellt sich beim Showdown heraus, als sie dem Oberschurken gegenüber steht und ihm einen Spiegel vorhält. Lord Morbus stirbt und sie wird Königin von Underearth.


Interaktiv

Tosender Applaus für die Schauspieler und natürlich auch für das Gute, das am Ende immer siegt - so die schöne, den Jungen und Mädchen ganz nebenbei vermittelte Botschaft des Stücks. Die Fünft- und Sechstklässler, die auch zeitweise mit in das Geschehen eingebunden wurden, hatten es mit Interesse und großer Spannung verfolgt. Die Geschichte stammt aus der Feder von Peter Griffith in Anlehnung an die berühmte Trilogie "Der Herr der Ringe".

Vom Sprachniveau ganz auf die Bedürfnisse von Anfängern zugeschnitten, hatten die Schüler dabei kaum Verständnisprobleme. Besonders die humorvolle Gestaltung - inklusive vieler witzige Dialoge und jeder Menge Spontanität - der jungen, Darsteller kam gut bei den Realschülern an. Sie machten die Erfahrung, dass Verstehen nicht nur vom gesprochenen Wort abhängt.

Selbst wenn man nicht jede einzelne Vokabel kannte: Die Schauspieler setzten gekonnt Mimik und Gestik ein, damit selbst die fünfte Jahrgangsstufe der Handlung gut folgen konnte.

So wurde die Vorstellung nicht "nur" zur unterhaltsamen Lernstunde, sondern auch zu einem echten Erfolgserlebnis; verstanden die Kinder doch ein ganzes Stück in englischer Sprache!


Kontakt zu den Schauspielern

Im Anschluss erhielten die Schüler die Möglichkeit, mit den Schauspielern ins Gespräch zu kommen - natürlich ausschließlich auf Englisch. Drei von ihnen kommen aus England, Ellen ist Australierin. Dabei bewiesen die Fünft- und Sechstklässler, dass sie bereits gut in der Fremdsprache kommunizieren können. Englisch mal auf unterhaltsame und spielerische Art: die beste Motivation fürs Fremdsprachenlernen. So sahen es auch Laurenzia, Pauline, Katharina und Lena aus der Klasse 5 g. Obwohl sie nicht alles genau verstanden haben, hat ihnen das Theaterstück sehr gefallen.

Zudem fanden sie es sehr spannend, einmal mit "richtigen Engländern" in Berührung zu kommen. Die wiederum lobten ihr tolles Publikum: "Thank you for being a great audience." Das "White Horse Theatre" wurde 1978 gegründet und tourt mit mehreren Theatergruppen vor allem an Schulen, aber auch in Gemeindezentren und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Aufgeführt werden englischsprachige Stücke mit pädagogischen Inhalten. Das Programm ist drei Altersstufen angepasst und vermittelt neben Spaß an Sprache auch soziale Botschaften. Gegründet hat das Theater Peter Griffith in England.