Gestresst ist er. Zwar ist der 6. Dezember noch einige Tage hin, als unserem Reporter der Nikolaus über den Weg läuft, doch freie Zeit ist bei dem Mann mit dem auffällig langen weißen Bart, rotem Umhang und gleichfarbiger Mitra rar gesät. Zu viel gebe es momentan vorzubereiten, erzählt er abgehetzt. Etwa Geschenke für den Sack einzusammeln oder die Namen aller braven Kinder aus dem Kreis Kronach in sein berühmtes goldenes Buch einzutragen.

Zeit für ein kurzes Interview mit inFranken.de nahm sich der Heilige Nikolaus trotzdem. Darin erklärt er unter anderem, welches Weihnachtslied er schon in der ersten Weihnachtswoche nicht mehr hören kann, was ihn richtig wütend macht und was andere von ihm lernen können.

Welche Frage würden Sie nie beantworten?
Nikolaus: Was machen Sie einmal, wenn Sie in Ruhestand gehen?

Warum leben Sie ausgerechnet in Kronach?
Kein anderer Landkreis wollte mich haben.

Auf welches Möbelstück können Sie in Ihrer Wohnung/Ihrem Haus nicht verzichten?
Ganz eindeutig auf meinen Küchenstuhl.

Warum wären Sie gerne noch einmal zehn Jahre alt?
Ich hatte eine sehr schöne Kindheit. Also warum nicht noch einmal zehn Jahre?

Wann sind Sie zuletzt richtig wütend gewesen?
Vor wenigen Tagen.

Und warum?
Das passiert immer dann, wenn ich die Erwartungen, die ich an mich stelle, eins zu eins auch auf andere übertrage. Sehr ärgerlich, was sich der Nikolaus so einbildet.

Jetzt mal ehrlich: Schon mal wegen eines herausgestellten Stiefels schockiert die Nase zuhalten müssen?
Auch wenn meine Geruchssinne nicht mehr die jüngsten sind: Ich bin mir sicher, die Söckchen wurden mit Perwoll gewaschen (lacht).

Liebe ist...
... ein Wort, das die Welt umfasst.

Kommen wir zu den Weihnachtsliedern. Welches können Sie nicht mehr hören? Und welches auswendig singen?
"White Christmas" von Bing Crosby geht mir voll gegen den Strich. "Macht hoch die Tür" ist das Lied, das mich immer im Advent begleitet.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft: In welcher Zeit leben Sie?
Ich lebe in all diesen Zeiten. Es fährt ja auch kein Autofahrer nur mit Sicht auf das Lenkrad.

Was können andere von Ihnen lernen?
Ich hoffe mal sehr, dass andere von meinem Blick "nach vorne" profitieren.

Am schönsten ist es...
...wenn ich am Morgen sagen kann, dass dieser Tag bestimmt ein erfüllter Tag sein wird.

Welchen Fehler wollen Sie unbedingt noch machen?
Freilich keinen. Wer will schon Fehler machen?

Sagen Sie uns vielleicht ihre Antwort der ersten Frage?
Darüber sprechen wir in ein paar Jahren ...

Was wollten Sie inFranken.de schon immer sagen?
Ich hoffe, Ihr bleibt heimatverbunden.

Ach, bringen wir noch einen Klassiker: Welche drei Dinge und welches Buch würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Das Kinderbuch "Na warte, sagte Schwarte", eine Stange Zigaretten, eine Badehose und eine Zahnbürste.

Die Fragen stellte Marian Hamacher
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