Gut, dass der ehemalige Firmenchef Heinz Weber Anfang der 1970er Jahre ein sehr großes Grundstück für das Werk II in der Industriestraße erworben hat. Dort kann die Maschinenfabrik Weber im kommenden Jahr eine weitere Produktions- und Montagehalle errichten - und es ist sogar noch Platz für eine nochmalige Erweiterung da.

Über die vorausschauende Planung ihres Vaters freuen sich die jetzigen Firmenchefs Michael, Johannes und Georg Weber. Und auch sie richten das Familienunternehmen für die Zukunft aus, haben die Weichen gestellt, sowohl bautechnisch als auch personell, denn die vierte Generation Weber ist schon seit einigen Jahren in der Führungsebene der Maschinenfabrik integriert.

Die Firma Weber ist ein weltweit bedeutendes Unternehmen, für die Region eine der Vorzeigefirmen, bietet 370 Beschäftigten Arbeitsplätze. "Die Ausbildungsquote ist mit über 40 Auszubildenden sehr hoch", betont Michael Weber.

Das Unternehmen hat zwei Produktlinien: Kunststoffextruder sowie Schleifmaschinen für Holz und Metall. Diese Schleifmaschinen, zuerst für Schiefertafeln, später auch für Holz und Metall, waren früher das Hauptstandbein der Firma. In den 1960er Jahren kam die Kunststoffverarbeitung hinzu und die Schleifmaschinen verloren etwas an Bedeutung. "Seit 1980 bauen wir wieder Schleifmaschinen für Holz und Metall. Da sind wir technisch Weltmarktführer", freut sich Georg Weber über den Erfolg. Die Auftragslage ist so gut, dass die Mitarbeiter im Moment Schichtarbeit leisten müssen, um die Nachfrage zu befriedigen.


Immer etwas Neues

"Wir stellen Maschinen her, mit denen unsere Kunden zum Beispiel Fensterprofile oder Rohre fertigen", beschreibt Johannes Weber die Extruder. Michael Weber ergänzt: "Etwa 70 Prozent aller Fensterprofile in Deutschland werden auf unseren Maschinen hergestellt. Bei den Maschinen, die Rohre fertigen, haben wir einen sehr hohen Marktanteil." Der Weltmarkt werde dominiert vom hohen Niveau des deutschen Maschinenbaus. "Man darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern muss immer etwas Neues machen", ging Johannes Weber auf die Erweiterungspläne in der Industriestraße ein. Vom Stammsitz in der Bamberger Straße wolle man die verbliebene Fertigung ins Werk II verlagern.

Die Neubaupläne seien geschmiedet worden, "weil der Platzbedarf im Montagebereich enorm gestiegen ist. Trotz des Neubaus bleibt noch genügend Fläche für eine nochmalige Erweiterung", stellte Georg Weber heraus.
Die Zweihäusigkeit des Unternehmens mit den Standorten Bamberger Straße und Industriestraße ist für die Firma Weber nicht einfach. "Wir hadern mit dem Konzept der Stadt Kronach zur Verkehrsanbindung", kritisiert Georg Weber. Die Stadt nehme auf die Belange der Industrie, die Gewerbesteuer zahle, wenig Rücksicht. Die Firma Weber sei das einzige Unternehmen in Kronach mit zwei Standorten und habe unter den Baumaßnahmen an der Südbrücke heuer sehr gelitten.