Unschwer war zu erkennen, dass die Exponate in mühevoller Kleinarbeit und mit viel Liebe zum Detail geschafften wurden. Beim Betrachten der unterschiedlichsten Ausführungen meinte Pfarrer Richard F. Reis: "Es ist schon erstaunlich, was die Leute immer wieder für gute Ideen haben". Als er die wohl bisher größte Krippe in Nurn zu Gesicht bekam, sagte der Geistliche verblüfft: "Das ist ja der Wahnsinn".

Diese Krippe mit einer Länge von 3,12 Metern und einer Breite von 85 Zentimeter hatte der Steinwiesener Paul Klinger gefertigt. Wie von ihm zu erfahren war, möchte er dieses Bauwerk zu Weihnachten in der heimischen Wohnung aufstellen. Allerdings liege bislang wegen des zu beanspruchenden Platzes seine Ehefrau mit ihm noch nicht auf der gleichen Wellenlänge.

Ganz anders dagegen eine Krippe mit dem kleinen Maß von 18 mal 14 mal fünf Zentimeter. Die Erfinderin Sybille Hümmer, ebenfalls aus Steinwiesen, bezeichnet ihre Errungenschaft als "Krippe to go". "Heute gibt es dem Trend entsprechend nicht nur Coffee to go, sondern schon vieles Andere auch. Da dachte ich mir, warum nicht auch eine Krippe."

Mit leuchtenden Augen erklärte sie den Zuhörern gerne, wie sich die Krippe zu einem Buch zusammenschlagen lässt, leicht transportiert oder bei Nichtgebrauch verstaut werden kann.

Dass es noch kleiner gehen kann, dies verdeutlichten feinste handgeschnitze Olivenholzmotive, die direkt in Bethlehem hergestellt werden. Den Kontakt zu einer dortigen Werkstatt hat der Wallenfelser Uwe Franz geknüpft und nun in Nurn kleinste und größere Krippen, Figurensets und Tiere ausgestellt.

Manfred Vogler, dessen beide Söhne Michael und Jochen die Initiatoren dieser Schau sind, begrüßte die Besucher. Er freute sich über die große Resonanz auf diese Präsentation, vor allem von außerhalb des Steinwiesener Gemeindeteils. Vogler sprach von einer Ausstellung, die inzwischen zu einer liebgewordenen Einrichtung geworden sei, Stammbesucher habe und stets neue Interessenten anlocke.

"Das ist schon eine tolle Geschichte mit der Krippenausstellung hier in Nurn", sagte Bürgermeister Gerhard Wunder. Er dankte den Organisatoren und Bastelkünstlern für ihre Bereitschaft etwas Derartiges zu arrangieren und dafür Freizeit zu opfern.

Verbunden mit der Krippenausstellung war im Saal des Mehrzweckhauses eine Art "Kreativmesse", die ein reichhaltiges Angebot von Geschenkartikeln und Selbstgebasteltem umfasste. Die Besucher konnten sich dabei Anregungen für den Adventsschmuck holen oder gleich so manches Weihnachsmitbringsel erwerben.