Die Kreisstraße 3 zwischen Gifting und der Fehnenschneidmühle ist ab Montag, 24. August, für etliche Monate gesperrt. Bis zum Wintereinbruch wird der Abschnitt zwischen Gifting und der Kremnitzbrücke erneuert. Nach Ende des Winters ist das kurvige Stück von der Brücke bis zur Einmündung in die Staatsstraße zwischen Wilhelmsthal und Steinberg dran. Dann ist die Straße wieder für einige Monate dicht. Während des Winters bleibt die Strecke Gifting-Steinberg befahrbar. Das berichtete Sachgebietsleiter Gunther Dressel von der Tiefbauverwaltung des Landratsamts Kronach am Montag auf Nachfrage. Für die Bewohner der Felsmühle, dem einzigen Haus an der Ausbaustrecke, wird es auch während der Bauzeit immer eine Ausfahrmöglichkeit geben: entweder nach Gifting oder Richtung Steinberg.

Eigentlich wollte man heuer den Abschnitt von der Fehnenschneidmühle bis zur Brücke über die Kremnitz bauen, aber die Grundstücksverhandlungen in diesem Bereich sind noch nicht abgeschlossen. Ein Grundstückseigentümer möchte die benötigte Wiese nur hergeben, wenn er dafür eine vergleichbare Tauschfläche erhält. Ein anderer hat grundsätzliche Bedenken, eine nicht unfallträchtige, weil kurvige, enge Straße in einem wunderschönen Tal "durch brachiale Eingriffe in die Natur" auszubauen und befürchtet, dass die Verkehrsbelastung nach dem Ausbau massiv zunimmt, vor allem auch durch Schwerverkehr mit ausländischen Lastern. Eine besondere Gefahr sieht der Anrainer durch den Possecker Berg mit 17 Prozent Gefälle gegeben, der nicht ausgebaut werden kann. Wenn da ein Laster außer Kontrolle gerate, habe man die gleichen Unglücke durch versagende Bremsen wie einst beim Gehülzer Berg.


Gespräch mit den Grundstücksbesitzern

Erst kürzlich fand ein Gespräch zwischen den noch nicht verkaufsbereiten Anliegern mit Landrat Oswald Marr (SPD), MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) und Bürgermeisterin Susanne Grebner (SPD) statt. Dabei kam man sich entgegen und alle Seiten sprachen von einem Konsens, der tragbar sei.

Der Ausbau der Kreisstraße sollte zurzeit schon in vollem Gange sein, aber bereits zu Beginn des Jahres geriet das Projekt ins Stocken, weil die Forstbehörde grundsätzliche Bedenken wegen der geplanten Eingriffe in die Steilhänge und in den Schutzwald vortrug. Bei einem Gespräch vor Ort mit Regierungspräsident Wilhelm Wenning erzielte man Einigkeit über den Trassenverlauf und die Fördermöglichkeiten. Die sind nämlich nur gegeben, wenn Kurven begradigt werden und die Straße breiter wird. Stein des Anstoßes war vor allem die Felsnase in der Nähe der Kremnitzbrücke. Die Straßenbauer des Landratsamts wollten von der Brücke aus geradewegs durch den Fels brechen, der Forst war dagegen. Jetzt einigte man sich, dass die Straße nach der Brücke einen kleinen Schlenker macht und durch den an dieser Stelle nicht so hohen Fels geführt wird. Im Bereich der ehemaligen Kugelmühle muss, weil man nicht weiter in den felsigen Steilhang eindringen kann, eine Stützmauer zum Kremnitzbach errichtet werden.


Lückenschluss geplant

Am Montag sprach die Wilhelmsthaler Bürgermeisterin Susanne Grebner mit Gunther Dressel. Dabei erfuhr sie von der ab 24. August gültigen Sperrung. Sie erneuerte dabei ihren seit Jahren eindringlich vorgetragenen Wunsch nach einem asphaltierten Radweg zwischen der Fehnenschneidmühle und Gifting. Dieser Weg könnte von Gifting aus ins Kremnitz- und Dobertal flussaufwärts fortgeführt werden, allerdings nicht mehr asphaltiert, sondern wassergebunden. Ihr sei zugesichert worden, dass Planungen für einen Radweg fortgeführt würden, berichtete sie. Das bestätigte auch Gunther Dressel. Zurzeit würden mehrere Varianten geprüft, sowohl entlang der Straße als auch unabhängig davon. Bei Straße und Radweg handle es sich um zwei getrennte Maßnahmen, die jeweils förderfähig seien, da die Kosten des Radwegs sicherlich über der Fördergrenze von 100 000 Euro lägen.

Für den Ausbau der 3,3 Kilometer langen Strecke sind 3,5 bis vier Millionen Millionen Euro veranschlagt. Da die Kreisstraßen KC 4 Posseck-Marienroth und KC 17 Marienroth-Teuschnitz bereits ausgebaut sind, bleibt nur noch das Nadelöhr Gifting-Posseck. Da kann man laut Lothar Dressel wegen der extremen Steigung nicht ausbauen, aber es sind Sanierungsarbeiten größeren Ausmaßes geplant. Die Asphaltdecke soll abgefräst werden, der Unterbau verstärkt und eine neue Asphaltschicht aufgebracht werden.