Mit der Diagnose Parkinson sind viele Betroffene und Angehörige zuerst überfordert. Hunderte Fragen schwirren nach einer solchen Nachricht im Kopf umher. Was soll ich jetzt machen? Was bedeutet das für mich und für mein Umfeld? Frank Menzel (Name von der Redaktion geändert) aus dem Landkreis Kronach leidet seit zehn Jahren an dieser Krankheit und möchte unerkannt bleiben. Wir haben denoch mit ihm über die seine Krankheit gesprochen.

Wie haben Sie reagiert, als Sie damals die Diagnose erhielten?
Frank Menzel: Es war ein Schock. Ich dachte am Anfang, es gibt nichts Schlimmeres. Meine Gefühlslage wechselte von Wut zur Angst und wieder zurück.

Was waren denn die ersten Anzeichen?
Es fing an, dass ich kein Gefühl in der Hand hatte. Ich konnte beim Joggen den rechten Arm nicht mehr mitbewegen. Außerdem hatte ich mit dem Gleichgewicht Probleme. Mit der Zeit wurde das Schlucken ein Problem. Und auch das Sprechen war beeinträchtigt. Ich hatte plötzlich Verständnisschwierigkeiten, konnte mich nicht mehr so konzentrieren.

Wie ging es weiter?
Nach einigen Wochen ging ich zum Hausarzt. Es wurde der Verdacht auf Schlaganfall geäußert. Dem war aber nicht so. Ich ging daraufhin zum Neurologen nach Bamberg, danach war ich im Universitätsklinik Leipzig.

Wie leben Sie heute zehn Jahre nach der Diagnose mit der Krankheit?
Ich akzeptiere sie. Ich weiß, mit Parkinson kann man alt werden. Die Krankheit ist aber auch nicht heilbar. Ich bin regelmäßig in ärztlicher Behandlung und in Therapie bei einer Logopädiepraxis. Bei wöchentlichen Sitzungen werden dort die Gesichtsmuskeln, die Mund- und Gesichtsmotorik, die richtige Atmung trainiert. Denn zur Stimmbildung und zum Sprechen wird der Atem benötigt.

Wie ist denn Ihr Alltag?
Der ist anders als früher. Ich nehme zu bestimmten Zeiten meine Medikamente und bin da gut eingestellt. Alles dauert länger. Ich bin öfter schlapp, bin manchmal unsicher im Laufen und beim Sprechen. Manchmal bin ich auch ungeschickt im Gebrauch meiner Finger. Die Kraft lässt insgesamt nach. Aber ich denke mir immer, es gibt schlimmere Krankheiten.

Was raten Sie Betroffenen?
Weiterhin am Leben aktiv teilzunehmen, offen über die Krankheit zu sprechen und sich zu bewegen. Man will so lange als möglich unabhängig bleiben, auch wenn alles länger dauert. Und: Man darf sich nie aufgeben. Ich bin überzeugt, dass mein Gesundheitszustand schlechter wäre, wenn ich nicht regelmäßig zur Logopädie und unter Menschen gehen würde. Hinzu kommt, man darf trotz der Krankheit eine positive Lebenseinstellung nicht verlieren. Ich jedenfalls habe festgestellt, seit Parkinson sehe ich das Leben mit anderen Augen. Ich freue mich über jeden Tag und versuche, schöne Augenblicke festzuhalten.