Ein Hilferuf kommt aus der BRK-Kleiderkammer in Kronach: Seit dem Wintereinbruch fragen bedürftige Menschen verstärkt nach warmer Kleidung. Gebraucht werden insbesondere Sachen für Kinder.
Derzeit leisten 13 Frauen und ein Mann unbürokratische Hilfe in der BRK-Kleiderkammer. Dort findet man vielleicht nicht den neusten Trend, dafür aber Kleidung, die noch voll und ganz ihre Funktion erfüllt - kostenlos und ohne Vorlage einer Bescheinigung. Die Verantwortlichen bitten die Bevölkerung, aber auch Mode- sowie Spielwarengeschäfte, vor allem um Kinderkleidung und Spielsachen.

Nachschub fehlt

Seit September 2007 ist die Kleiderkammer des BRK Kronach in der Johann-Nikolaus-Zitter-Straße 19 zu finden. Doch nicht nur der Standortwechsel in die Innenstadt sorgte dafür, dass die Kundenanzahl der Einrichtung in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist. Vielmehr ist es auch die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die immer mehr finanzschwache Einzelpersonen oder Familien zwingt, die Hilfe der Kleiderkammer in Anspruch zu nehmen. "Es gibt immer mehr Menschen, die sich den Kleidungseinkauf in Geschäften nicht leisten können - Obdachlose, alte Menschen, die nur Grundsicherung bekommen, kinderreiche Familien und viele mehr", sagt BRK-Ehrenamtsmanager Ralf Schmidt. Derzeit nutzen etwa 30 bis 35 Personen - meist "Stammgäste" - pro Woche dieses Angebot: Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, junge Familien und Rentner, kranke und gesunde Menschen.
"Das, was wir bekommen, reicht nicht aus. Es ist Jahr für Jahr das Gleiche, gerade in dieser Jahreszeit fehlt ein Nachschub an warmer Winterkleidung. Gebraucht werden vor allem gut erhaltene und saubere Winterkleidung in allen Größen - für Babys über Kinder und Jugendliche bis hin zu Erwachsenen. Zu Weihnachten haben wir auch eine vermehrte Nachfrage an Spielwaren", weiß Schmidt, der in diesem Zusammenhang das langjährige - oft jahrzehntelange - Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter der Kleiderkammer lobt, ohne die das so wichtige Hilfsangebot nicht aufrecht erhalten werden könne.

Gut erhalten und sauber

Zunehmend ein Armutsrisiko seien heutzutage Arbeitslosigkeit oder Kinderreichtum. Auch für allein erziehende Mütter wird die Kleiderkammer häufig ein Anlaufpunkt, um gut erhaltene Kinderkleidung oder Spielsachen zu erhalten. Gerade da besteht - so Schmidt - ständig immenser Bedarf, da die Artikel für Kinder besonders gefragt beziehungsweise schnell vergriffen seien. "Benötigt werden dringend Jacken, Mäntel, Schuhe, Pullover und Hosen für Kinder und Jugendliche - in allen Größen. Aber auch für Erwachsene wird Kleidung für die kalten Tage gesucht", appelliert Schmidt an die Spendenbereitschaft der Bevölkerung. Die Nachfrage könne derzeit kaum bewältigt werden. Um dem Grundsatz "Gutes aus zweiter Hand" gerecht zu werden, sei man auf die Mithilfe der Mitmenschen angewiesen.
Deswegen bitte man alle, Gebrauchtes nicht zu entsorgen, sondern abzugeben und anderen damit eine große Freude zu bereiten. Sicherlich hätten sich schon manche Personen neue Wintersachen zugelegt und in deren Kleiderschrank werde es langsam eng, meint Schmidt. Gerne würde man auch vermehrt Spenden von entsprechenden Mode- oder Spielwarengeschäften entgegennehmen. An die Kleiderständer und in die Regale schaffen es aber längst nicht alle Sachen, die abgegeben werden. "Wir nehmen nur das, was man noch tragen beziehungsweise benutzen kann - gut erhalten und sauber. Es ist unser Ziel, den Menschen nur Teile anzubieten, die man wiederverwenden kann", betont Schmidt. Dazu gehören nicht nur Kleidung, sondern auch Haushaltswäsche und Textilien - wie Bettwäsche, Geschirrtücher, Vorhänge oder Decken. Gerne nehme man auch Wolle, Stricknadeln oder Stoffe.

Öffnungszeiten Die Kleiderkammer hat montags und donnerstags von 17.30 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Anlieferung Die Anlieferung kann rund um die Uhr an allen Tagen in der Sammelstelle beim BRK-Kreisverband in der Rodacher Straße erfolgen - in der großen roten Garage rechts vor dem Gebäude. red