Die Korridor-Fenster der Grundschule Wilhelmsthal auf dem Weg in den Werkraum sind voll belegt. Bemalte Elche und Sterne, beleuchtete Schneemänner und jede Menge andere Dekoartikel aus Holz warten auf neue Eigentümer.

Und da gibt es auch noch die Sorgenfresser - gestrickt von tüchtigen Mamas und Omas: Ängste aufschreiben, Mund öffnen, Zettel reinstecken und die Sorgen sind weg. Einen Sorgenfresser, der im Nu von allen Ängsten und Trübsal befreit: Das würden sich die krebskranken Kinder und ihre Eltern sicherlich auch wünschen. Wenn es doch so einfach wäre.

Seit Herbst kommen die Jungen und Mädchen wieder zu wöchentlichen Bastelstunden zusammen, ihre Eltern treffen sich gar schon seit dem Sommer. Jeder Euro, der beim Weihnachtsbasar eingenommen wird, geht an die Stiftung für krebskranke Kinder in Coburg.

Auch heuer ließ es sich Franz Kluge, Ansprechpartner der Stiftung für Kronach, nicht nehmen, die kleinen Hobbybastler am Freitag bei ihrer nachmittäglichen Bastelstunde im Werkraum zu besuchen und ihnen diese mit einigen Leckereien etwas zu versüßen. Und auch dieses Mal erzählte er von der Arbeit der Stiftung.

Wie er aus eigener Erfahrung berichtete, verändere sich bei der Krebserkrankung eines Kindes der Alltag einer Familie dramatisch. So sei neben der medizinischen, auch seelische und finanzielle Hilfe nötig. Viele aus der Krankheit resultierenden "Nebenkosten", wie Nachhilfe für die Kinder, Fahrtkosten der Klinikbesucher oder einfach mal Mitbringsel, damit sich die kranken Jungen und Mädchen im Krankenhaus nicht so langweilen, würden nicht von den Krankenkassen übernommen.

Deshalb sei die Stiftung so wichtig. Er sei allen Leuten sehr dankbar, die die Basteleien kauften. "Aber den Geldbeutel aufmachen, kann fast jeder. Was ihr macht, ist etwas ganz anderes und tausendmal besser. Ihr opfert eure Freizeit und gebt euch Mühe. Das ist das Allerschönste", lobte Franz Kluge, dessen Tochter im Alter von sechs Jahren selbst an Krebs erkrankt war. Sie wurde aber gesund und ist jetzt selbst Ärztin. Der Tettauer versicherte den Kindern, dass jede Spende gut ankommt.

Der Weihnachtsbasar "Kinder helfen Kindern" zugunsten der Stiftung findet heuer bereits zum 26. Mal statt. Die Aktion war vom Lehrer Ulrich Weiß damals ins Leben gerufen worden und erzielte bislang eine Gesamtspendensumme von über 46 000 Euro. Nachdem der Weihnachtsbasar zunächst an den Volksschulen Reitsch und Stockheim abgehalten worden war, zeichnet nunmehr zum sechsten Mal die Grundschule Wilhelmsthal dafür verantwortlich.

Der Verkauf findet wieder in der Schule statt. Nach dem Weihnachtsbasar, der 2. Dezember von 15 bis 19 Uhr, in Verbindung mit "Café mit Herz, veranstaltet wird, bleibt dieser für alle Kurzentschlossenen bis zu den Weihnachtsferien in der Schule aufgebaut. Dort können die Basteleien von Schulbeginn bis 16.30 Uhr erworben werden. Bereits jetzt weist die Schule auf ihre Waldweihnacht am Freitag, 12. Dezember, ab 17 Uhr mit Weihnachtsbasar (ab 16 Uhr) hin.