Auf dem Tisch stehen kleine Figuren, Skulpturen und Trommeln. Daneben liegen bunte Batik-Tücher mit verschiedenen Motiven und Farben. Ihre Herkunft ist unschwer zu erkennen. Sie stammen aus Afrika. Nico Dietz und Leon Schnappauf, die hinter dem Verkaufstisch stehen, zeigen Jonas Brand und Senta Porzelt eine schöne Elefanten-Figur. Die Hortkinder aus Teuschnitz sind sichtlich begeistert.

Bereits vor einem Jahr drehte sich im Kinderhort Teuschnitz einen Nachmittag lang alles um das Thema Afrika. "Günther und Evi Scheler setzen sich schon seit Jahren für afrikanische Kinder in Benin ein und initiieren Spendenaktionen. Im Hort zeigten sie den Kindern und ihren Eltern Bilder von ihren Reisen nach Benin, um sie mit dem Land vertraut zu machen", erinnert sich Hortleiterin Sigrun Popp. Die Hortkinder habe es damals sehr bewegt, dass die Menschen dort weder Wasserleitung noch elektrischen Strom haben und sehr weite Strecken zu Fuß zurücklegen müssen, um Wasser zu holen. Das Hort-Team hatte damals unter anderem einen Flohmarkt initiiert, mit nicht mehr benötigten Spielsachen, aber auch Kleidung und Alltagsgegenständen. Zudem hatte man im Hort "Geschenke aus der Küche" hergestellt und Scherenschnitte verkauft. "Mit den freiwilligen Spenden ergab sich damals schließlich die Spendensumme von 530 Euro. Das sind etwa die halben Anschaffungskosten eines Trinkwasserbrunnens. Um einen ganzen Brunnen finanzieren zu können, haben wir nun erneut eine kleine vorweihnachtliche Feier initiiert", so Sigrun Popp.

Artikel aus Afrika

Auch heuer hatte man unter anderem mit den Kindern und Eltern Badekugeln und Salze hergestellt, Wundertüten mit kleinen Geschenken angefertigt, Türschilder und bunte Stiftedosen gebastelt, Marmelade gekocht sowie Plätzchen und Lebkuchen gebacken. Dies verkaufte man ebenso wie verschiedene - vom Ehepaar Scheler zur Verfügung gestellte - Artikel afrikanischer Herkunft. Bei einer Tombola konnten über 150 schöne Preise gewonnen werden, die von Geschäftsleuten sowie Eltern gespendet worden waren. Außerdem gab es wieder Kaffee und Kuchen - alles zugunsten des Hilfsprojekts.

Zuvor hatten die Jungen und Mädchen für ihre Eltern und Angehörigen mit einem schönen weihnachtlichen Programm - mit Liedern und Musikstücken sowie besinnlichen Gedichten, Geschichten und einem kleinen Schauspiel beziehungsweise Sketch - die Adventszeit eingeläutet. Die Erwachsenen ließen sich gerne vom Zauber der schönsten Zeit des Jahres anstecken.

Auch Senta Porzelt wirkte bei den Aufführungen mit. Sie spielte einen Engel, der gute Taten vollbringen muss, damit seine verloren gegangenen Flügel wieder nachwachsen. Die Haßlacherin freut sich, das Projekt mit unterstützen zu dürfen. "Mich hat beeindruckt, dass die Menschen in Afrika immer lachen und fröhlich sind, obwohl sie ja ganz arm sind", meint die Siebenjährige nachdenklich. Die fröhlichen Menschen in ihrer bunten Kleidung gefielen ihr am besten an dem Land. Sie finde es schön, dass sie immer zum Feiern zusammenkämen.

Das kleine Bühnenprogramm wurde mit einem nachdenklichen Gedicht abgeschlossen. Darin heißt es unter anderem: "Denn so gut wie uns geht es nicht allen. Es sind zwei Welten, die aufeinanderprallen. Auf der einen Seite Luxus und jede Menge Geld, auf der anderen Leid und eine ärmliche Welt. Daran sollten wir denken, während wir hier sitzen, und über Gans, Ente und Kuchen schwitzen" - Zeilen, die symbolisch für das Engagement des Ehepaars Scheler stehen könnten, die bereits im Februar 2013 wieder nach Afrika reisen werden, um den bereits begonnenen Brunnen fertig zu stellen. Sobald dieser fertig ist, werden sie auch ein Schild darauf anbringen. Im weit entfernten Afrika wird dann zu lesen sein: "Gespendet vom Kinderhort Teuschnitz".