Eine "Bobbycar-Tankstelle" für die Kinder des Kindergartens St. Marien in Steinwiesen war die Grundidee. Gewünscht hatten es sich die Jungen und Mädchen, um ihre Bobbycars und anderen Fahrzeuge auch mal im Garten "auftanken" zu können.

Eine wirklichkeitsnahe und stabile Holzkonstruktion für lebendige Rollenspiele sollte es sein - das Ganze ist nicht ganz billig. Doch dann hatte die Mutter des kleinen Paul eine zündende Idee. Sie arbeitet in der Werkstatt für angepasste Arbeit (Wefa) in Kronach. In Abstimmung mit dem Kindergarten und der Zweigstellenleiterin Ivonne Scholl-Engelhardt (Wefa) nahm das Projekt "Bobbycar-Tankstelle" seinen Lauf. Die Tankstelle wird in der Wefa gebaut.

Den Berufsbildungsbereich der Wefa gibt es seit 1994. Hier können Menschen mit Behinderung eine vielfältige und individuell angepasste berufliche Bildung erwerben, um so optimal auf die späteren Aufgaben und Anforderungen innerhalb oder auch außerhalb der Werkstatt vorbereitet zu sein.
Das Projekt nahmen fünf Beschäftigte aus dem ersten und zweiten Berufsbildungsjahr in Angriff. Die Planung und Betreuung wurde von den Gruppenleitungen des Berufsbildungsbereichs und einer Praktikantin durchgeführt. In der Rekordzeit von nur zehn Tagen wurde eine Tankstelle aus Holz gebaut, die nicht nur zwei Zapfsäulen hat, sondern auch einen Feuerlöscher an der Rückwand, Beschilderungen wie an echten Tankstellen und eine Luftzufuhr mit Anzeige.

Selbstentwickelte Ideen brachte das Team ein und so wurde mit Begeisterung das Holz zugeschnitten, abgeschliffen, verleimt und verzapft. Die Tankstelle wurde dann komplett montiert, lackiert und liebevoll mit den verschiedenen Symbolen bemalt und beklebt.

Nun wurde die fertige "Tankstelle" gemeinsam im Kindergarten St. Marien den Kindern übergeben, die sie sofort mit ihren Fahrzeugen in Beschlag nahmen. Man konnte die Freude in den Gesichtern der Wefa-Arbeiter erkennen, als sie die Begeisterung der Kinder sahen.

Kindergartenleiterin Maria Peter sagte ein ganz herzliches Vergelt's Gott an die Verantwortlichen und die Ausführenden. Vor allem dankte sie auch Isabella, der Mutter von Paul, für die Idee, bei der Wefa nachzufragen.