Was passiert, wenn eine kleine Gemeinde mit rund 330 Einwohnern an einem Strang zieht, das wurde an den beiden vergangenen Wochenenden deutlich. Die Kehlbacher stellten mit ihren Büttenabenden - in diesem Jahr gab es zum ersten Mal eine vierte Veranstaltung - unter Beweis, dass sie etwas Großartiges und Närrisches auf die Beine stellen können.

Rund 70 Bürger waren vor und hinter den Kulissen im Einsatz. Geboten wurde ein etwa fünfstündiges Programm, das beim Publikum für Furore sorgte: ein buntes, abwechslungsreiches Bühnenbild, tolle Lichteffekte, ein Elferrat aus Frauen bestehend, ein Musikverein der den Abend narrenmäßig musikalisch umrahmte, ein Prinzenpaar (Stefanie Fehn und Michael Neubauer), das für den entsprechenden Glanz sorgte und ein Sitzungspräsident (Michael Bänsch), der närrisch durch das Programm führte und das Publikum immer wieder mit einem dreifachen "Kehlbich hellblau" anfeuerte.

Schon zum Auftakt sorgte die Blitz- und Funkengarde für eine Augenweide. Dann erzählte Bienchen (Bianka Löffler), wie es in ihrer Familie nach einer Faschingsveranstaltung zugeht. Sie hatte es schwer, mit ihrem Mann Karl (Frank Löffler), der am Morgen danach alles doppelt gesehen hatte. Carmen Löffler klagte anschließend über eine ständig leere Kasse und das zu teure Bier.


Jörg Löffler kommt wieder


Einen starken Auftritt hatte Jörg Löffler. Er habe gesagt, das er wiederkomme. Er sei immer wieder gefragt worden, wie es ihm gehe. Und er habe geantwortet: "Schlecht, vor allem wenn ich von einem Büttenabend heimgeh'!". Sein Dank galt allen, die ihn unterstützt haben.

Melanie Wich machte die Feuerwehr schwer zu schaffen. Sie warnte ihre Tochter: Die Kerle sind alle gleich, sie haben nur die Feuerwehr im Kopf. Ihr Mann (Michael Wich) dagegen klagte: "Früher konnte ich mein Eheglück kaum fassen, heute kann ich es nicht umfassen!"

Auf der Alm hatte es Susi (Liane Vetter) schwer. Sie sollte unbedingt verheiratet werden. Sie hatte aber mit Männern nichts im Sinn. Also gab ihre Familie eine Heiratsanzeige auf, aus der hervorging, dass sie hübsch und mit einer beachtlichen Aussteuer ausgestattet sei. Susi ließ fast alle Bewerber abblitzen.


"Fressen auf den Tisch"


"Das dümmste Wesen", sagte sie, "sollte einst ein Affe werden; das ging voll daneben, denn ein Mann ist daraus geworden". Außerdem wolle sie keinen Mann, der abends heimkomme und sich das "Fressen auf den Tisch stellen lässt". Auch ein langer Schlauch und ein Waschbrettbauch beeindruckten sie nicht. Letztendlich entschied sie sich doch für einen Mann. Sie stellte aber gleich klar: "Du bekommst meinen Körper, aber nicht mein Gut und Geld!".

Monika Neubauer gab einen Einblick in ihre Rolle als Busfahrer-Gattin. Sie sehne sich so nach Liebe und Gemeinsamkeiten, aber immer stehe der Bus dazwischen.

Eine andere Vorstellung vom Himmel hatte Michael Wich. Dauernd sollte er frohlocken, Hosianna singen und Harfe spielen, das gefiel ihm nicht. Er verlangte nach Bier. Der Engel (Michael Bänsch) genehmigte ausnahmsweise einen Schoppen, doch das war dem Emporkömmling viel zu wenig. "Ich dachte, ich bin im Himmel, da muss es mindestens eine Maß sein!"

Die Politiker Ferdinand (Anja Welscher) und Alfred (Andrea Kraus), gingen unter anderem auf das Ehepaar Wulf ein. Sie wollte zum Geburtstag eine Scheidung, er wollte aber nicht so viel Geld ausgeben. Das Areal zwischen Förtschendorf und Steinbach sei nicht mehr mit dem Frankenwald vergleichbar, es sehe wie eine Baustelle und eine Autobahn aus. "Die werden doch nicht die gleichen Architekten wie in Berlin haben?!" Auch wurde über das Motto von Bürgermeister Klaus Löffler ("Immer dieses Miteinander und Füreinander!") gelästert.


Rundum-Betreuung


Dass in Kehlbach tagsüber kein Kind mehr zu sehen ist, begründeten die Redner mit der "Rundum-Betreuung" von 6 bis 22 Uhr im Steinbacher Kindergarten. Sie gingen auch auf das Triumvirat Oswald, Klaus und Roland sowie ihre Reisen nach Berlin ein.

Zwischendurch sorgten Akteure mit ihren Tanzeinlagen für Stimmung. Es kamen die Minis und die "Rock 'n' Roller auf die Bühne. Die Stimmung zum Bersten brachten Stefan Nemnitz, Peter Neubauer und Michael Neubauer, als sie zu einer Prinzenparty einluden. Und zum Finale begeisterte das Kehlbicher Männerballett.