Ganz ohne Schnörkel,zeigte sich das Kammerorchester der Berufsfachschule für Musik Oberfranken von seiner besten Seite (und Saite). Nach ihrem Konzert am Samstag in der Kirche St. Ägidius in Lahm, bereicherten die Musiker auch im Historischen Rathaussaal den Sonntagabend der Kronacher.

Unter dem schlichten Motto "Im alten Stil" verbarg sich ein vielfältiges Programm, das von Werken des Frühbarocks bis ins 20. Jahrhundert reichte. Das Streicherorchester führte sein Publikum nicht nur abwechselnd durch verschiedene Epochen, sondern ließ mit seinen beiden Nachwuchskünstlern ganz neue Töne hören.

Juliane Graf und Maximilian Sakur bewiesen bei ihren virtuosen Solokonzerten mit Blockflöte und Oboe ihr Können und brachten sprichwörtlich frischen Wind in den alten Stil.

Mit geschlossenen Augen

Mit "Antiken Tänzen und Arien" von Ottorino Respighi eröffnete das Kammerorchester den Konzertabend. Schon nach wenigen Takten gelang es dem Orchester, die Alltagsstimmung zu unterbrechen und das Publikum in eine Welt einzigartiger Musikstücke zu entführen. Die Gäste schlossen teilweise die Augen um allein mit dem Gehör dem Programm zu lauschen.

Nach dem ersten Werk folgte auch schon das erste Highlight des Abends und für Juliane Graf der große Auftritt. Sie spielte auf ihrer Blockflöte das Konzert C-Dur von Antonio Vivaldi.

Alle Orchestermitglieder richteten ihre Aufmerksamkeit auf die Zehntklässlerin und warteten konzentriert auf ihr Kommando. Als Juliane Graf dann die Flöte hob um den Takt anzugeben, flogen ihre Finger in unfassbarer Schnelligkeit über das Instrument. Da kann es schon einmal vorkommen, dass die Streicher plötzlich nur noch Nebensache sind und allein der musikalischen Umrandung dienen.

Augen und Ohren des Publikums bestaunten das Talent der jungen Frau und verliehen gaben ihrer Begeisterung mit großem Applaus Ausdruck.

Juliane Graf erweitert regelmäßig durch Unterricht an der Hochschule für Musik in Weimar, der Teilnahme an Meisterkursen sowie als Mitglied des fränkischen "bloc-choc-orchestra" ihre Kenntnisse und ihr Repertoire. Danach ging es mit Stücken von Monteverdi und Górecki nicht weniger beeindruckend weiter. Von sanften bis zu kraftvollen und stürmischen Passagen erlebte das Publikum die vielfältige Ausdrucksstärke des Orchesters.

Der 19-jährige Maximilian Sakur spielte mit seiner Oboe von Georg Philipp Telemann das Konzert e-Moll und faszinierte in gleicher Weise das erwartungsvolle Publikum. Im Juli wird dieser Musiker in Kronach seine Ausbildung zum Chor-und Ensembleleiter abschließen.

Abschließend zog das Kammerorchester mit der Capriol-Suite von Peter Warlock am Ende des Konzertabends noch einmal alle Register und wiederholte als Zugabe einen harmonischen und ruhigen Satz. "Wir würden sie gerne mit etwas weniger aufregendem entlassen", verabschiedete Monika Herr, Leiterin des Kammerorchesters, das musikalisch beflügelte Publikum.